Marktplatz Wismar

Marktplatz Wismar

Marktplatz Wismar

Schnell gedieh die durch den mecklenburgischen Fürsten Heinrich Borwin I. gegründeten Siedlung, welche im Jahre 1229 das lübische Stadtrecht erhalten sollte. Schon zehn Jahre darauf waren die beiden ursprünglichen Siedlungskerne um die Marien- und Nikolaikirche zu einer Siedlung zusammengewachsen, die um das Jahr 1250 um die Neustadt erweitert wurde, die sich um die Georgenkirche entwickelte. Als man im Jahre 1276 mit dem Bau einer steinernen Stadtmauer begann, welche das gesamte Stadtgebiet umschloss, besaß die historische Altstadt von Wismar schon seine Straßenzüge, welche sich seitdem nicht verändert haben. Im Zentrum der vielen Straßen und Gassen befand sich mit dem Marktplatz das wirtschaftliche Herzstück einer jeden Hansestadt. Wismar, das schon im Jahre 1259, also recht kurz nach seiner Gründung, mit Städten wie Lübeck, Kiel, Stralsund und Rostock den sogenannten Wendischen Städtebund begründeten, aus dem sich die spätere Städtehanse entwickeln sollte, florierte aufgrund seiner günstigen Lage an der Ostseeküste und gönnte sich einen Marktplatz der solche Dimensionen aufzuweisen hatte, welche in ganz Norddeutschland einmalig bleiben sollten.

Petrikirche Wolgast

Petrikirche Wolgast

Petrikirche Wolgast

Insgesamt hundertvierundachtig Stufen muss man bewältigen, bevor man von der Aussichtsplattform der Petrikirche den Blick über die Altstadt von Wolgast über den breiten Peenestrom hinweg auf den westlichsten Teil der Insel Usedom genießen kann. Insgesamt ist es zwar nur ein Höhenunterschied von vierzig Metern, den man bei diesem Aufstieg überwinden muss, dafür ist der Weg nach oben aber recht beschwerlich. Das liegt an der recht sehr eng ausfallenden gemauerten Wendeltreppe, die das erste Stück des Aufstieges in den Turm der Kirche führt und zudem relativ kleine Stufen besitzt. Im Turm selbst ist eine Treppenkonstruktion mit Holzstufen vorhanden, über die man dann hinauf bis zur Aussichtsplattform gelangt. Hier in gut vierzig Metern Höhe befindet sich dann ein Umgang um den Kirchturm, von dem sich nun ein ungestörter Panoramablick über die Umgebung der Stadt Wolgast bietet.

Georgenkirche Waren (Müritz)

Georgenkirche Waren (Müritz)

Georgenkirche Waren (Müritz)

In unmittelbarer Nähe des Alten Marktes befindet sich die äußerlich recht schlicht gestaltete Georgenkirche. De Oll Kerk, wie diese Kirche auch im Volksmund genannt wird, ist die älteste der beiden Pfarrkirchen von Waren an der Müritz. Die ursprüngliche Siedlung befand sich um diesen Marktplatz. Wie auch in vielen anderen Städten in Mecklenburg-Vorpommern üblich, wurde zunächst eine Kirche aus Holz errichtet. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahre 1273, also schon ein paar Jahrzehnte vor dem Baubeginn des heute vorhandenen Gebäudes, denn als man im frühen Mittelalter vermehrt Backsteine für die Errichtung sakraler Gebäude nutzte, entschloss man sich auch in Waren eine massiv gemauerte Kirche zu bauen. Und so begann man um das Jahr 1300 herum das dreischiffige Langhaus zu errichten. Dieses wurde dann mit einem Kirchturm, welcher einen quadratischen Grundriss aufweist, am Anfang des 15. Jahrhunderts ergänzt. Im Jahre 1699 loderte ein verherrender Stadtbrand in Waren, bei welchem die Stadt zerstört wurde. Bei diesem Feuerinferno brannte auch die Georgenkirche völlig aus, der Glockenturm und das Inventar wurden bei diesem Brand vollständig zerstört. Aufgrund Geldmangels errichtete man zunächst ein einfaches Dach aus einer Holzkonstruktion, bevor man schließlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts bei einer grundlegenden Umgestaltung die Kirche baulich stark veränderte.

Warmbad Anklam

Warmbad Anklam

Warmbad Anklam


Das erste Warmbad in der gesamten Provinz Pommern wurde, nicht wie vielleicht anzunehmen wäre in der pulsierenden Provinzhauptstadt Stettin eröffnet, sondern im eher beschaulichen Städtchen Anklam. Zu dieser Zeit verfügten die allerwenigsten Wohnungen über solche Einrichtungen, so dass man seine Körperpflege in öffentlichen Badestuben verrichten musste. Aufgrund dieser Tatsache beschloss man ein für diese Zeit neumodisches Warmbad zu errichten. Am 20. Dezember 1895 öffnete das Warmbad in Anklam zum ersten Mal seine Pforten und bot seinen Besuchern außer den vorhandenen vierzehn Badewannen, sowie weiteren vier Duschen auch ein großes Dampfbad und eine Sauna. Da später die Wohnungen in der Stadt mit einem eigenen Bad ausgestattet wurden, sank die Notwendigkeit für das Warmbad, welches dann schließlich in den Siebziger Jahren seine Türen für immer schloss. Heute findet man in dem Gebäude ein kleines Hotel.

Pommersches Bettenmuseum Karlshagen

Ab in die Kiste oder zusammen in die Kiste gehen, fast alle Leute verwenden diese Aussprüche, aber die wenigsten davon wissen woher diese eigentlich ursprünglich herkommt. Eine Lösung liefert das Pommersche Bettenmuseum im Ostseebad Karlshagen, welche sich der Präsentation der Geschichte des Bettes auf die Fahnen geschrieben hat. Erstaunlich ist, dass sich bis zur Gründung des Pommerschen Museums im Jahre 1998 bisher kein anderes Museum auf der Welt mit dieser speziellen Thematik beschäftigt hat, wo doch der Mensch durchschnittlich etwas über acht Stunden pro Tag in seinem Bett verbringt.

Doberaner Münster

Doberaner Münster

Doberaner Münster

Berno hieß der Mönch aus dem Zisterzienserkloster Amelungsborn, der im Jahre 1156 in das Land der Obotriten kam, um diese zum Christentum zu bekehren. Kein Geringerer als Heinrich der Löwe machte ihm zum Bischof von Mecklenburg, eine Aufgabe die er gerne annahm. Nachdem die zerstörte Burg in Schwerin im Jahre 1160 wieder aufgebaut wurde, verlegte Berno den Sitz seines Bistums nach Schwerin. Von hier aus sollte die weitere Christianisierung Mecklenburgs weitergehen. Von allen Mönchen die je mecklenburgischen Boden betraten, dürfte Berno wohl derjenige gewesen sein, der hierzulande die meisten Spuren hinterlassen hat. Nicht nur der Schweriner Dom zeugt von seinem Gründer, auch die viele Kirchen und einige Klöster sind auf sein Wirken zurückzuführen. Auch bei der Zerstörung der Jaromarsburg am Kap Arkona im Jahre 1168 sollte er teilnehmen, schließlich hatte er vor, sämtliches Land nördlich der Peene seinem neuen Bistum zugehörig zu machen.

Schloss Güstrow

Schloss Güstrow

Schloss Güstrow

Als General Wallenstein ging Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein in die Geschichte ein, der ein auch paar Jahre als Herzog Albrecht VIII. zu Mecklenburg die Geschicke des Herzogtums führen sollte. In relativ zentraler Lage seines Herrschaftsgebietes befand sich die Stadt Güstrow, deren Schloss eine angemessene Residenz für ihn darstellte. Dieses ließ sich einst Ulrich von Mecklenburg errichten, welcher im Jahre 1556 Regent des Teilherzogtums Mecklenburg-Güstrow wurde. Während sein Bruder Johann Albrecht im repräsentativen Schloss von Schwerin residierte, aus dieser Zeit stammt das mit roten Terrakottaplatten geschmückte Lange Haus, welches sich bis heute erhalten hat, und sich in Wismar den Fürstenhof errichten ließ, konnte man seine Güstrower Burg als relativ schlicht bezeichnen. Diese stammte aus der Erbmasse der Fürsten von Werle, wurde von diesen anstelle der vormaligen Burg Güstrowe Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet und als Residenz auserkoren. Ein Feuer sollte Ulrich entgegenkommen, denn durch den zerstörten Südflügel seiner Burg hatte er einen guten Vorwand etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und sich an dessen Stelle ein repräsentatives Schloss bauen zu lassen.

Burg Löcknitz

Burg Löcknitz

Burg Löcknitz

Einzig der Bergfried, Mauerreste und ein paar Nebengebäude zeugen heutzutage von der einstigen Burganlage, welche die frühere Grenze zwischen Pommern und Brandenburg sicherte. Schon zu früheren Zeiten siedelten sich am Ufer der Randow die Ukranen an, wo eine Furt den idealen Standort für eine Burg bildete, welche das westlich der Randow gelegene Land der Ukranen vor den Übergriffen ihrer Nachbarn schützen sollte. Die unter dem Namen Lokenitza bekanntgewordene slawische Burganlage war von Mooren und Sümpfen umgeben, die Ukranen nutzten wie bei allen slawischen Burgbauten die natürlichen Begebenheiten der Landschaft, um ihre Burg Lokenitza zu errichten. Dank der Via Imperii die von Stettin aus in Richtung Süden verlief, war der Standort der Burg auch für Barnim I. von Pommern interessant, der im Jahre 1236 durch den Vertrag von Kremmen große Ländereien an die brandenburgischen Markgrafen verlor und nun begann sein Herrschaftsgebiet mittels Errichtung von Burgen und Gründungen von Städten zu sichern. Zu diesen zählen unter anderem die Städte Prenzlau, Stettin, Anklam und Ueckermünde, anstelle der slawischen Burganlage wachte nun eine aus Backsteinen errichtete Burg über die Furt über die Randow.

Schloss Penkun

Schloss Penkun

Schloss Penkun

Bogislaw X. war in keiner allzu guten Verhandlungsposition. Sein Großvater Barnim I. konnte im Jahre 1250 zwar durch den Vertrag von Landin die bestehende Eventualsukzession tilgen, die einst Wartislaw III. im Vertrag von Kremmen den brandenburgischen Markgrafen zusagte, durch den auch die Uckermark brandenburgisch wurde, die durch die Lehnshoheit resultierende Pflichten sollten die pommerschen Herzöge aber nicht so recht erfüllen, so dass es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Pommern und Brandenburgern kam. Im Jahre 1270 geriet durch den ersten Frieden von Prenzlau ganz Pommern unter die Lehnshoheit der Brandenburger, dass die pommerschen Herzöge auf diese nicht allzu gut zu sprechen waren dürfte verständlich sein. Im Jahre 1477 heiratete Herzog Bogislaw X. Margarete von Brandenburg in Prenzlau, eine Hochzeit welche eine größere Auseinandersetzung nach sich ziehen sollte, denn diese gebar ihm keine Kinder. An dieser Stelle betritt ein gewisser Werner von der Schulenburg das Parkett der Geschichte, der diese pikante Angelegenheit für beide Seiten gütlich regeln sollte.

Schloss Griebenow

Schloss Griebenow

Schloss Griebenow

Wahrscheinlich dürften es schwere Zerstörungen gewesen sein, welche das Kloster Eldena bewogen haben, sich von seinem im Jahre 1219 gegründeten Gut Griebenow zu trennen und die Familie von Rausche zu verkaufen. Während des Rügischen Erbfolgekrieges zogen die Mecklenburger Oktober des 1327 Jahres plündernd in Richtung Greifswald und mussten sich vor Griebenow geschlagen geben. Bekanntlich verloren sie nicht nur diese Schlacht, sondern auch den Rügischen Erbfolgekrieg, so dass die pommerschen Herzöge letztendlich in den Besitz des Fürstentum Rügen gelangen sollten. Dann legte sich der Nebel der Geschichte über den Ort, der sich erst wieder nach dem Dreißigjährigen Krieg lichten sollte, als der der Besitz vakant wurde, da die von Rausches, wie auch die pommerschen Herzöge, während des Krieges im Mannesstamm ausstarben. Der deutschstämmige schwedische Finanzbeamte Gerdt Antoniison Kewenbringk sollte es sein, dem die schwedische Krone mit der Verwaltung der herzoglichen Ämter betraute. Diese war offensichtlich mit seiner Arbeit so zufrieden, dass er später auch zum Kämmerer für die pommerschen und mecklenburgischen Besitzungen ernannt wurde.