Leuchtturm Kap Arkona

Leuchtturm Kap Arkona

Leuchtturm Kap Arkona

Karl Friedrich Schinkel hat zwar nicht so viele Spuren auf der Insel Rügen hinterlassen, seine Bauwerke gehören aber seit jeher zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Insel. Beim Jagdschloss Granitz war er zwar nur für den achtunddreißig Meter hohen Mittelturm des Schlosses verantwortlich, welches mehr Besucher als das Schweriner Schloss anzuziehen vermag, im Norden der Insel, genauer gesagt am Kap Arkona findet man gleich zwei Bauwerke, deren Pläne auf seinem Reißbrett entstanden. Hier entstand eine kleine achteckige Kapelle, in der durch seine Uferpredigten bekanntgewordene Pfarrer Bernhard Christian Kosegarten zu den Fischern der Umgebung predigte. Von hier aus ist es nicht mehr allzu weit zum nächsten Bauwerk, welches ihm zugeschrieben wurde. Ob er es wirklich war, von dem die Pläne für den kleinen Leuchtturm stammen, der ihm zu Ehren Schinkelturm genannt wird, kann niemand hundertprozentig belegen, seine Urheberschaft widerlegen aber auch nicht. So bleibt der strahlende Name des preußischen Baumeisters das Aushängeschild für den Leuchtturm Kap Arkona, hinter dem sich aber gleich zwei Exemplare verbergen.

Seebrücke Boltenhagen

Seebrücke Boltenhagen

Seebrücke Boltenhagen

Herzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg sollte mit seinem Bad in der Ostsee den Grundstein für das erste Seebad Deutschlands legen. Schon ein paar Jahre später sollte Heiligendamm Konkurrenz bekommen, denn auch in Travemünde und Norderney begann sich langsam der Badetourismus zu etablieren. Im Jahre 1803 erwarb Graf Bothmer einen Badekarren, den er bei Boltenhagen an den Strand stellte und mit seiner Familie nutzte. Nur ein paar Kilometer weiter sollte es ein gewisser Heinrich Westphal sein, der sich einen solchen Badekarren besorgte und Badegästen zur Verfügung stellte. Im Gegensatz zu anderen Regionen an der Ostsee, auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zog der Tourismus erst nach dem Erliegen der Segelschifffahrt ein, waren die Bewohner von Boltenhagen den Fremden gegenüber aufgeschlossen und entdeckten sie als lukrative Einnahmequelle, indem sie diesen ihre Häuser vermieteten. Diese erhielten sie übrigens dank der Einrichtung von sogenannten Büdnereien, welche nach der Aufhebung der Leibeigenschaft in Mecklenburg, den nun heimatlose gewordenen Bauern den Betrieb einer kleinen Landwirtschaft ermöglichen sollte.

Mecklenburgische Bäderbahn Molli

Mecklenburgische Bäderbahn Molli

Mecklenburgische Bäderbahn Molli

Schon seit dem frühen Mittelalter verband das Grabgelege im Doberaner Münster die mecklenburgischen Herzöge mit der kleinen Stadt Doberan, die sie im 18. Jahrhundert zu ihrer Sommerresidenz auserkoren hatten. Bekanntlich war es Herzog Friedrich Franz I. der im Jahre 1793 am Heiligendamm in der Ostsee badete und damit das erste Seebad Deutschlands begründete. Otto von Bismarck behauptete angeblich, dass in Mecklenburg alles fünfzig Jahre später passiert, zumindest was den Badetourismus betrifft, dürfte er sich wohl mehr als offensichtlich geirrt haben. Mecklenburgische Baumeister wie beispielsweise Georg Adolph Demmler, der auch beim Schweriner Schloss mitwirkte, prägten mit ihrer Architektur das Bild der weißen Stadt am Meer, einem mondänen Badeort, der den europäischen Hochadel für sich einnehmen sollte. Im Jahre 1884 erhielt das zum Bad aufgestiegene Doberan, mit der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Wismar-Rostock, einen eigenen Bahnanschluss. Nach Heiligendamm gelangte man aber immer noch nur mittels Pferdekutschen, was sich ein paar Jahre später ändern sollte.

Rügensche Bäderbahn Rasender Roland

Rügensche Bäderbahn Rasender Roland

Rügensche Bäderbahn Rasender Roland

Von einer rasenenden Geschwindigkeit kann man nun wahrlich nicht sprechen, mit der sich die Rügensche Bäderbahn auf den Schienen bewegt. Maximal dreißig Kilometer pro Stunde schaffen die alten Dampfloks überhaupt, wenn sie sich schnaufend durch die Felder und Wälder der der Insel Rügen bewegen. Glaubt man der Legende, hat die Rügensche Bäderbahn die Bezeichnung Rasender Roland von sächsischen Bergleuten erhalten, welche seit den 50ér Jahren in den Ostseebädern Binz, Sellin, Baabe und Göhren ihren Sommerurlaub verbrachten. Sie mussten, falls sie nicht in Binz eine Unterkunft hatten, das letzte Stück der Strecke mit der Kleinbahn zurücklegen. Sie waren von der beschaulichen Langsamkeit des Zuges offensichtlich so angetan, dass sie ihm einen liebevollen Kosenamen verpassten. Auch heutzutage ist der Rasende Roland ein Synonym für Eisenbahnromantik welches tausende Eisenbahnfreunde auf die Insel Rügen lockt. Bei einer Fahrt mit der Kleinbahn kann man etwas von den Erfahrungen sammeln, welche sie schon frühere Generationen von Urlaubern machen konnten.

Naturerbe Zentrum Rügen

Naturerbe Zentrum Rügen

Naturerbe Zentrum Rügen

Schon von weitem kann man den etwa vierzig Meter hohen Aussichtsturm erspähen, der in der stilisierten Form eines Adlerhorstes aus den ihn umgebenden Baumwipfeln hervorragt. Bis zu seiner Fertigstellung im Jahre 2013 bildete noch der markante Turm des Forsthauses von Prora die höchste bauliche Erhebung inmitten des idyllischen Waldgebietes, welches sich einst im Besitz der Fürsten zu Putbus befunden hat. Im Jahre 1867 errichteten diese das Forsthaus im Stil des Historismus, wobei man sehr viele Ähnlichkeiten zum Jagdschloss Granitz feststellen kann, an welches das deutlich kleiner ausgefallene Forsthaus Prora relativ stark erinnert. Während die früheren Förster den umgebenden Wald wirtschaftlich nutzten, sollte er er in späteren Jahren zu einem militärischen Sperrgebiet erklärt werden, in dem sich die Natur fast völlig ungestört ausbreiten können. Das Resultat der jahrzehntelangen Schonung ist ein naturnaher Buchenmischwald durch den sich nun ein über einen Kilometer langer Baumwipfelpfad schlängelt, von dem aus die Besucher des Naturerbe Zentrum Rügen die in den Wipfeln der Bäume beheimatete Tierwelt aus nächster Nähe beobachten können.