Bärenwald Müritz

Bärenwald Müritz

Bärenwald Müritz

Völlig apathisch läuft der Bär von einer Seite seines kleinen Geheges um von dort auf die andere Seite zurückzukehren, eine nur allzu auffällige Verhaltensstörung, welche zahlreiche in Gefangenschaft lebende Tiere an den Tag legen, wenn sie nicht artgerecht gehalten werden. Bevor sie ihre neue Heimat im Bärenwald Müritz fanden, wiesen fast alle Tiere solche Verhaltensweisen auf, die dank der naturnahen Gehege recht schnell wieder genesen. Die in Gefangenschaft aufgewachsenen Bären können nicht wieder ausgewildert werden, zu sehr sind die natürlichen Instinkte gestört, die sie hier Stück für Stück wiedererlangen können. Bekanntlich verbringen Bären einen großen Teil des Tages um nach Nahrung zu suchen. Dafür streifen die nachtaktiven Tiere durch die Gegend und legen recht lange Strecken zurück. In einem oft viel zu kleinen Gehege, in dem sie zudem ihr Futter vorgesetzt bekommen, fehlt ihnen diese Aufgabe, was sich letztendlich in ihrem gestörten Verhalten wiederspiegelt.

Heinrich-Schliemann-Museum Ankershagen

Heinrich-Schliemann-Museum Ankershagen

Heinrich-Schliemann-Museum Ankershagen

Troja liegt in Mecklenburg, genauer gesagt im beschaulichen Ankershagen inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte. Als Kleinkind sollte der am 6. Januar des Jahres 1822 in Neubukow geborene Johann Ludwig Heinrich Julius Schliemann mit seinen Eltern hierher gelangen, sein Vater bekam die Pfarrstelle in der hiesigen Kirchgemeinde und siedelte mit seiner Familie um. Viel Interessantes hatte der kleine Heinrich in seiner neuen Heimat zu entdecken. Zahlreiche Hügelgräber säumen die Landschaft, die Ruine einer alten Burg zeugt von unsicheren Zeiten. Es sind die Bücher mit antiken Geschichten, welche der junge Heinrich regelrecht verschlingt. Schon in jungen Jahren beschließt er, sich auf die Suche nach Troja zu begeben, ein Beschluss, den er immer in sich trägt, aber erst in späteren Jahren realisieren kann. Interessanterweise stammten die von ihm gelesenen Übersetzungen von Homers Werken von Johann Heinrich Voß, welcher mehrere Jahre lang als Hauslehrer im Wehrschloss von Ankershagen wirkte.

Ukranenland Torgelow

Ukranenland Torgelow

Ukranenland Torgelow

Noch heute findet man zahlreiche Zeugnisse der slawischen Besiedlung, von denen die Jaromarsburg am Kap Arkona das wohl bekannteste Bodendenkmal Mecklenburg-Vorpommerns darstellt. Geblieben sind neben den über das Land verstreuten Burgwällen auch zahlreiche Ortsnamen, welche auf die einstigen Bewohner der Region hinweisen. Bis weit ins Hinterland schlängelt sich der Fluss, der dem hier ansässigen slawischen Stamm der Ukranen nicht nur als Lebensader diente, die Flüsse waren die Autobahnen dieser Zeit, sondern auch seinen Namen verlieh. Im 7. Jahrhundert ließen sich die slawischen Siedler an den Ufern der Uecker nieder, die Burgwallinsel im Oberuckersee wurde dabei das Zentrum des Stammes. Viel weiß man nicht über die Ukranen, die schriftlichen Quellen aus dieser Zeit fallen recht dürftig aus. Bekannt ist aber die Niederlage der zwischen Uecker und Oder beheimaten Stämme der Ukranen und Retschanen, welche im Jahre 934 durch den deutschen König Heinrich I. unterworfen wurden. In späteren Jahrhunderten sollten die tributpflichtig gewordenen Slawen sich mit den durch die deutsche Ostsiedlung in die Region gekommenen deutschen Siedlern assimilieren und in ihrer Kultur aufgehen.

Kirche Warnemünde

Kirche Warnemünde

Kirche Warnemünde

Entlang der Vöörreeg und Achterreeg genannten und parallel zur Warnow verlaufenden Straßen bauten die Warnemünder Fischer ihre bescheidenen Häuser, deren Giebel zur Straße zeigen. Heutzutage kann man nach diesen Straßen lange suchen, lauten doch die heutigen Namen der beiden Straßenzüge, welche einst das historische Warnemünde ausmachten, Am Strom und Alexandrinenstraße. Noch heute erinnern zahlreiche Häuser an das einstige Fischerdorf, in dem sich im 19. Jahrhunderts der Badetourismus zu entwickeln anfing, wovon noch heute die für Warnemünde typischen Veranden an zahlreichen historischen Fischerhäusern erinnern. Einzig das markanteste Bauwerk des Dorfes sollte die Zeiten nicht überdauern. Betrachtet man historische Abbildungen von Warnemünde, fällt einem die kleine Dorfkirche auf, welche sich relativ nah an der Warnow befunden hat. Mit der heutigen Kirche hat das Gebäude nicht viel gemein, wenn man von den mittelalterlichen Einrichtungsgegenständen einmal absieht, welche nach der Vollendung der heutigen Kirche in dieser einen neuen Platz gefunden haben und ihre bisherige Heimstatt durch ihren Abriss endgültig aus dem Ortsbild verschwand.

Kirche Koserow

Kirche Koserow

Kirche Koserow

Viel Leid und Elend brachten die kaiserlichen Truppen den Bewohnern der Insel Usedom, als sie diese während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges brandschatzend plünderten. Das Gold des Meeres sollte die Not verringern, welche Maria, die junge Tochter des Koserower Pastors Abraham Schweidler, heimlich am Streckelsberg sammelt und verkauft. Seinerzeit existierte noch das sogenannte Bernsteinregal, welches den jeweiligen Landesherren das Monopol auf die Sammlung von Bernstein zusprach. Im Amtshauptmann Appelmann sollte Maria Schweidler einen Verehrer finden, an dem sie aber kein Interesse zeigte. Gekränkt von ihrer Ablehnung bezichtigt er sie der Hexerei, denn ihr plötzlicher Reichtum ist für ihn und die übrigen Dorfbewohner nicht erklärbar. Aus Maria Schweidler wird so die Bernsteinhexe, deren Geschichte der Koserower Pastor Johann Wilhelm Meinhold in den von ihn entdeckten Schriften seines Amtsvorgängers Abraham Schweidlers entdeckt haben will und zu einem Roman verarbeitete. Bekanntlich beruhte diese Geschichte nur auf der Phantasie des Autors, der dieses später auch zugab. Der Beliebtheit des Romans schadete es nicht, die als historisch angesehene Hexenverfolgung verwies man aber in das Reich der Legenden.