Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn

Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn

Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn

Aus einer einfachen Feldbahn begann mit den Jahren eine Kleinbahn zu erwachsen, die in ihren besten Jahren über ein Streckennetz von mehr als zweihundert Kilometern verfügen sollte. Von dem Schienennetz der Kleinbahn, welche einst von Graf Hans von Schwerin-Löwitz für die Erschließung seiner Güter auf der Friedländer Großen Wiese gegründet wurde, blieb kein einziger Kilometer übrig, die einstigen Loks und Waggons waren über die ganze Welt verteilt. Die Mitglieder des Mecklenburg-Pommersche-Schmalspurbahn Freunde e.V. standen quasi vor dem Nichts, als sie beschlossen, in ehrenamtlicher Arbeit die einstige Bahnstrecke wieder zu beleben. Über zweieinhalb Kilometer schlängeln sich die Schienen durch Wiesen und Felder auf denen die kleine Dampflok schnaufend einige Wagen hinter sich herzieht. Auch vom einstigen Bahnhof Uhlenhorst, der einst zwischen Ferdinandshof und Friedland auf Fahrgäste wartete, blieb nichts weiter übrig als der Name der Haltestelle, welche das Ziel der Fahrt mit der historischen Schmalspurbahn darstellt.

Altes Lager Menzlin

Altes Lager Menzlin

Altes Lager Menzlin


In Mecklenburg-Vorpommern findet man zahlreiche Grabanlagen aus der Steinzeit und der Zeit der slawischen Besiedlung des Gebietes. Eine in Deutschland einmalige Anlage gibt es nördlich der Hansestadt Anklam, wo sich südlich des Dorfes Menzlin, in unmittelbarer Nähe zur Peene, eine Nekropole aus der Wikingerzeit befindet.

Die Wikinger reisten zu ihrer Zeit mit ihren Schiffen auf vielen europäischen Flüssen weit ins Hinterland hinein, dabei waren gewaltsame Raubzüge und Plünderungen fremder Siedlungen an der Tagesordnung. Die Wikinger waren trotz ihrer kriegerischen Handlungen aber auch sehr erfolgreiche Händler, welche den Handel zu dieser Zeit kontrollierten. Für ihre Handelsaktivitäten gründeten sie auf dem Gebiet von Mecklenburg-Vorpommern mehrere Seehandelsplätze, von denen Ralswieck auf der Insel Rügen der wohl bekannteste sein dürfte. Da die Wikinger aber nicht nur die Ostsee befuhren, sondern auch die größeren Flüsse, gründeten sie am Ufer der Peene einen weiteren bedeutsamen Handelsplatz. Welchen genauen Namen dieser Handelsplatz der Wikinger seinerzeit besaß, konnte bisher aber nicht festgestellt werden.

Seebrücke Prerow

Seebrücke Prerow

Seebrücke Prerow

Im Vergleich zu den Ostseebädern auf den größeren Ostseeinseln entwickelte sich der Fremdenverkehr auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst deutlich maritimer. Konnten Orte wie Heringsdorf, Ahlbeck, Bansin, Binz oder Sellin mit Villen im Stil der Bäderarchitektur protzen, waren es in Prerow die zahlreichen Kapitänshäuser mit ihren aufwendig gestalteten Eingangstüren, welche das einstige Fischer- und Seefahrerdorf für Erholungssuchende attraktiv machten. Dieses lag in einer Gegend, welche aufgrund seiner recht abgeschiedenen Lage hauptsächlich Leute anzog, die ruhige Sommermonate verbringen wollten. Unter diesen waren mit Alexej von Jawlensky Erich Heckel und Marianne von Werefkin bekanntlich auch einige Künstler zu finden, welche die unberührte Natur an der Ostsee in ihren Werken festhielten. Prerow stand in diesem Bezug zwar nie auf einer Stufe mit der Insel Hiddensee oder der Künstlerkolonie im benachbarten Ahrenshoop, zog aber deutlich mehr Urlauber an, die in den ersten Jahren noch mit Schiffen anreisen mussten.

Museumsschiff Luise Göhren

Museumsschiff Luise Göhren

Museumsschiff Luise Göhren

Einen guten Einblick in das harte und entbehrungsreiche Leben der früheren Küstenschiffer der Insel Rügen bekommt man bei einer Besichigung des Museumsschiffes Luise, welches sich in unmittelbarer Nähe des Südstrandes des Ostseebades Göhren befindet. Vom Zentrum des Ortes kommend, muss man in südlicher Richtung die Thiessower Straße entlang fahren. Kurz bevor man das Ende der Straße erreicht hat, sieht man auf der linken Seite das Areal des Freilichtmuseums, auf dem sich neben zahlreichen maritimen Exponaten aus Seefahrt und Fischerei auch das Museumsschiff Luise befindet. Jahrhundertelang war die Insel Rügen nur mittels Schiffen zu erreichen, der Rügendamm, welcher die Insel mit dem Festland verbindet, wurde erst im Jahre 1937 fertiggestellt. Es gab zwar schon vorher Eisenbahnstrecken auf der Insel Rügen, die Verbindung mit dem Festland erfolgte über eine Eisenbahnfähre zwischen der Hansestadt Stralsund und dem auf Rügen gelegenen Ort Altefähr.

Nikolaikirche Anklam

Nikolaikirche Anklam

Nikolaikirche Anklam


Mit der Errichtung der das Stadtbild von Anklam prägenden Nikolaikirche wurde um das Jahre 1280 herum begonnen. Diese Kirche wurde, so wie es auch in vielen Kirchen in den anderen Hansestädten üblich war, dem heiligen Nikolaus geweiht, welcher für die Seefahrer, Fischer und Kaufleute der Schutzpatron war. Im Gegensatz zur älteren Marienkirche, welche einige romanische Elemente vorzuweisen hat, wurde der Bau der Nikolaikirche völlig im Stil der norddeutschen Backsteingotik ausgeführt. Etwa um das Jahr 1400 herum, also gut hundert Jahre vor der kompletten Fertigstellung der Kirche, wurde schon der Kirchturm errichtet, welcher da er vom Oderhaff aus sichtbar war, auch als ein Lotsenturm für die Schifffahrt auf der Peene diente.

Doberaner Münster

Doberaner Münster

Doberaner Münster

Berno hieß der Mönch aus dem Zisterzienserkloster Amelungsborn, der im Jahre 1156 in das Land der Obotriten kam, um diese zum Christentum zu bekehren. Kein Geringerer als Heinrich der Löwe machte ihm zum Bischof von Mecklenburg, eine Aufgabe die er gerne annahm. Nachdem die zerstörte Burg in Schwerin im Jahre 1160 wieder aufgebaut wurde, verlegte Berno den Sitz seines Bistums nach Schwerin. Von hier aus sollte die weitere Christianisierung Mecklenburgs weitergehen. Von allen Mönchen die je mecklenburgischen Boden betraten, dürfte Berno wohl derjenige gewesen sein, der hierzulande die meisten Spuren hinterlassen hat. Nicht nur der Schweriner Dom zeugt von seinem Gründer, auch die viele Kirchen und einige Klöster sind auf sein Wirken zurückzuführen. Auch bei der Zerstörung der Jaromarsburg am Kap Arkona im Jahre 1168 sollte er teilnehmen, schließlich hatte er vor, sämtliches Land nördlich der Peene seinem neuen Bistum zugehörig zu machen.

Schloss Güstrow

Schloss Güstrow

Schloss Güstrow

Als General Wallenstein ging Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein in die Geschichte ein, der ein auch paar Jahre als Herzog Albrecht VIII. zu Mecklenburg die Geschicke des Herzogtums führen sollte. In relativ zentraler Lage seines Herrschaftsgebietes befand sich die Stadt Güstrow, deren Schloss eine angemessene Residenz für ihn darstellte. Dieses ließ sich einst Ulrich von Mecklenburg errichten, welcher im Jahre 1556 Regent des Teilherzogtums Mecklenburg-Güstrow wurde. Während sein Bruder Johann Albrecht im repräsentativen Schloss von Schwerin residierte, aus dieser Zeit stammt das mit roten Terrakottaplatten geschmückte Lange Haus, welches sich bis heute erhalten hat, und sich in Wismar den Fürstenhof errichten ließ, konnte man seine Güstrower Burg als relativ schlicht bezeichnen. Diese stammte aus der Erbmasse der Fürsten von Werle, wurde von diesen anstelle der vormaligen Burg Güstrowe Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet und als Residenz auserkoren. Ein Feuer sollte Ulrich entgegenkommen, denn durch den zerstörten Südflügel seiner Burg hatte er einen guten Vorwand etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und sich an dessen Stelle ein repräsentatives Schloss bauen zu lassen.

Burg Löcknitz

Burg Löcknitz

Burg Löcknitz

Einzig der Bergfried, Mauerreste und ein paar Nebengebäude zeugen heutzutage von der einstigen Burganlage, welche die frühere Grenze zwischen Pommern und Brandenburg sicherte. Schon zu früheren Zeiten siedelten sich am Ufer der Randow die Ukranen an, wo eine Furt den idealen Standort für eine Burg bildete, welche das westlich der Randow gelegene Land der Ukranen vor den Übergriffen ihrer Nachbarn schützen sollte. Die unter dem Namen Lokenitza bekanntgewordene slawische Burganlage war von Mooren und Sümpfen umgeben, die Ukranen nutzten wie bei allen slawischen Burgbauten die natürlichen Begebenheiten der Landschaft, um ihre Burg Lokenitza zu errichten. Dank der Via Imperii die von Stettin aus in Richtung Süden verlief, war der Standort der Burg auch für Barnim I. von Pommern interessant, der im Jahre 1236 durch den Vertrag von Kremmen große Ländereien an die brandenburgischen Markgrafen verlor und nun begann sein Herrschaftsgebiet mittels Errichtung von Burgen und Gründungen von Städten zu sichern. Zu diesen zählen unter anderem die Städte Prenzlau, Stettin, Anklam und Ueckermünde, anstelle der slawischen Burganlage wachte nun eine aus Backsteinen errichtete Burg über die Furt über die Randow.

Schloss Penkun

Schloss Penkun

Schloss Penkun

Bogislaw X. war in keiner allzu guten Verhandlungsposition. Sein Großvater Barnim I. konnte im Jahre 1250 zwar durch den Vertrag von Landin die bestehende Eventualsukzession tilgen, die einst Wartislaw III. im Vertrag von Kremmen den brandenburgischen Markgrafen zusagte, durch den auch die Uckermark brandenburgisch wurde, die durch die Lehnshoheit resultierende Pflichten sollten die pommerschen Herzöge aber nicht so recht erfüllen, so dass es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Pommern und Brandenburgern kam. Im Jahre 1270 geriet durch den ersten Frieden von Prenzlau ganz Pommern unter die Lehnshoheit der Brandenburger, dass die pommerschen Herzöge auf diese nicht allzu gut zu sprechen waren dürfte verständlich sein. Im Jahre 1477 heiratete Herzog Bogislaw X. Margarete von Brandenburg in Prenzlau, eine Hochzeit welche eine größere Auseinandersetzung nach sich ziehen sollte, denn diese gebar ihm keine Kinder. An dieser Stelle betritt ein gewisser Werner von der Schulenburg das Parkett der Geschichte, der diese pikante Angelegenheit für beide Seiten gütlich regeln sollte.

Schloss Griebenow

Schloss Griebenow

Schloss Griebenow

Wahrscheinlich dürften es schwere Zerstörungen gewesen sein, welche das Kloster Eldena bewogen haben, sich von seinem im Jahre 1219 gegründeten Gut Griebenow zu trennen und die Familie von Rausche zu verkaufen. Während des Rügischen Erbfolgekrieges zogen die Mecklenburger Oktober des 1327 Jahres plündernd in Richtung Greifswald und mussten sich vor Griebenow geschlagen geben. Bekanntlich verloren sie nicht nur diese Schlacht, sondern auch den Rügischen Erbfolgekrieg, so dass die pommerschen Herzöge letztendlich in den Besitz des Fürstentum Rügen gelangen sollten. Dann legte sich der Nebel der Geschichte über den Ort, der sich erst wieder nach dem Dreißigjährigen Krieg lichten sollte, als der der Besitz vakant wurde, da die von Rausches, wie auch die pommerschen Herzöge, während des Krieges im Mannesstamm ausstarben. Der deutschstämmige schwedische Finanzbeamte Gerdt Antoniison Kewenbringk sollte es sein, dem die schwedische Krone mit der Verwaltung der herzoglichen Ämter betraute. Diese war offensichtlich mit seiner Arbeit so zufrieden, dass er später auch zum Kämmerer für die pommerschen und mecklenburgischen Besitzungen ernannt wurde.