Appelmarkt Burg Klempenow

Appelmarkt Burg Klempenow

Appelmarkt Burg Klempenow


An apple a day keeps the doctor away … wenn das britische Sprichwort mit seiner Aussage Recht haben sollte, dass der tägliche Genuss eines Apfels so gesundheitsfördernd ist, dass sogar die Ärzte arbeitslos werden können, dann verwandelt sich die im Tollensetal gelegene Burg Klempenow jeden ersten Samstag im Oktober zu einer Art Burgapotheke, die mit einer großen Auswahl natürlicher Heilmittel aufwarten kann. Ein Apfel pro Tag reicht zwar nicht aus, um sich die Ärzteschaft vom Leib halten zu können, die gesundheitsfördernde Wirkung der Äpfel ist aber wissenschaftlich nachgewiesen. Dabei ist Apfel nicht gleich Apfel, denn jede Sorte hat andere Inhaltsstoffe. Dabei sind es die alten Apfelsorten, die eine hohen Gehalt an Polyphenolen aufzuweisen haben. Polyphenole sind Antioxidantien die zum einen entzündungshemmend wirken, zum anderen einen Schutz vor freien Radikalen bilden. Polyphenole sind der natürliche Schutz der Äpfel vor Insekten und Pilzen, die besonders dann bilden, wenn die Äpfel unter ökologischen Bedingungen Natur wachsen können.

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Beim alljährlichen Appelmarkt auf der Burg Klempenow hat man die für Mecklenburg-Vorpommern einzigartige Gelegenheit, seine biologischen Heilmittel aus einem Angebot von hundert Apfelsorten wählen zu können. Die heutige Größe des Marktes, lässt nicht mehr erahnen, dass auch dieser einmal recht bescheiden anfing. Der die Burg bewirtschaftende Kulturverein kam Anfang der 90er Jahre auf die Idee, einen Markt zu veranstalten, in dem das heimische Obst, insbesondere der namensgebende Apfel, und dessen Sortenvielfalt im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen sollte. Daran, dass einige Jahre später, die Leute die Burganlage fast überrennen würden, daran dachte seinerzeit wohl niemand. Und so kommt es Jahr für Jahr dazu, dass das kleine vorpommersche Dorf Klempenow, welches seit der Kreisgebietsreform zum Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gehört, zum Mekka für diejenigen Leute wird, die die Äpfel mögen. Diese wurden einst von den Römern bis an den Rhein gebracht und letztendlich auch von den nördlich davon siedelnden Germanen angepflanzt.

Dank gezielter Züchtungen entstanden aus den ursprünglichen Apfelsorten der Römer zahlreiche neue Sorten, die oft eine regionale Verbreitung fanden. Heutzutage ist der Handel dafür verantwortlich, dass die Angebotspalette an Äpfeln deutlich kleiner geworden ist. Alte Sorten haben sich glücklicherweise in ländlicheren Regionen erhalten, zumeist in Bauerngärten und Streuobstwiesen. Durch solche Märkte wie dem Appelmarkt auf der Burg Klempenow sind diese alten Sorten wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit der Verbraucher geraten und finden auf diese Weise neue Liebhaber. Mit etwas Glück landet das Obst nicht nur auf dem Tisch, sondern auch in Form eines Baumes im eigenen Garten. Man kann damit auch dem Reformator Matin Luther nacheifern, der einst den Ausspruch Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen. tätigte. Um dies bewerkstelligen zu können, sind auf dem Markt mehrere Baumschulen und Biogärtnereien aus der Region vertreten. Bei alten Apfelbäumen wiederum weiß man oft nicht, um was für eine Sorte es sich dabei handelt.

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Mittels der traditionellen Sortenschau erhält man einen schönen Überblick über die Vielfalt, ansonsten kann man seit dem ersten Klempenower Appelmarkt die mitgebrachten Exemplare den anwesenden Pomologen zur Sortenbestimmung übergeben. Neben einer Präsentation von anderen Obstsorten findet man im Südflügel der Burg übrigens auch eine Pilzausstellung mit einer Pilzberatung. Der Markt selbst macht seinem Namen alle Ehre, neben frischem Obst gibt es die Apfelernte dieses Jahres auch in Form von Säften, Weinen, Konfitüren und auch als frischgebackenen Apfelkuchen zu kaufen. Natürlich haben die hiesigen Bauern auch etwas Anderes geerntet als Äpfel, entsprechend umfangreich fällt die Produktpallette aus. Ergänzt wird das Angebot des Appelmarktes mit Keramiken und kunsthandwerklichen Produkten, sowie einem Unterhaltungsprogramm für Groß und Klein. Im Gegensatz zu vielen anderen Erntemärkten in Mecklenburg-Vorpommern bezahlt man in Klempenow ein Eintrittsgeld. Mit diesen Geldern kann der ehrenamtlich arbeitende Verein seine Arbeit und damit auch den Erhalt der Burganlage finanzieren.

Internet

www.burg-klempenow.de

Termin

06. Oktober 2018
(erster Samtag im Oktober)
10:00 – 18:00 Uhr
Burg Klempenow