Burg Löcknitz

Burg Löcknitz

Burg Löcknitz


Einzig der Bergfried, Mauerreste und ein paar Nebengebäude zeugen heutzutage von der einstigen Burganlage, welche die frühere Grenze zwischen Pommern und Brandenburg sicherte. Schon zu früheren Zeiten siedelten sich am Ufer der Randow die Ukranen an, wo eine Furt den idealen Standort für eine Burg bildete, welche das westlich der Randow gelegene Land der Ukranen vor den Übergriffen ihrer Nachbarn schützen sollte. Die unter dem Namen Lokenitza bekanntgewordene slawische Burganlage war von Mooren und Sümpfen umgeben, die Ukranen nutzten wie bei allen slawischen Burgbauten die natürlichen Begebenheiten der Landschaft, um ihre Burg Lokenitza zu errichten. Dank der Via Imperii die von Stettin aus in Richtung Süden verlief, war der Standort der Burg auch für Barnim I. von Pommern interessant, der im Jahre 1236 durch den Vertrag von Kremmen große Ländereien an die brandenburgischen Markgrafen verlor und nun begann sein Herrschaftsgebiet mittels Errichtung von Burgen und Gründungen von Städten zu sichern. Zu diesen zählen unter anderem die Städte Prenzlau, Stettin, Anklam und Ueckermünde, anstelle der slawischen Burganlage wachte nun eine aus Backsteinen errichtete Burg über die Furt über die Randow.

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Durch den Vertrag von Landin, wurde Barnim I. mit ganz Pommern belehnt, musste im Gegenzug aber auf die nördliche Uckermark verzichten. Löcknitz war nun eine Grenzburg, deren Besitz immer wieder umstritten war. Obwohl die Grenze laut Vertrag in der Mitte des Flusses Löcknitz verlaufen sollte, befand sich die Burganlage ab dem Jahre 1250 unter brandenburgischer Herrschaft. Im Jahre 1390 gelangte die Burg wieder in den Besitz der pommerschen Herzöge, die sie aber aufgrund von Geldmangel verpfänden mussten. Der Stettiner Erbfolgekrieg sollte die Besitzverhältnisse endgültig klären. Nachdem die Brandenburger schon im Jahre 1468 die Burg erobern konnten, sollten sie sich ihre Herrschaftsansprüche vier Jahre später im Vertrag von Prenzlau bestätigen lassen. Für seine Auslagen für die Kriegsführung erhielt Werner von der Schulenburg die Burg Löcknitz und die sie umgebenden Orte von den Brandenburgern. Ein paar Jahre später sollte Bogislaw X. von Pommern ihn für seine Leistungen für den zweiten Frieden von Prenzlau mit dem Schloss in Penkun belehnen und in seine Dienste nehmen.

Während die Familie von der Schulenburg ihren Besitz in Penkun aufgrund von Geldproblemen verkaufen musste, sollten sich im Fall der Burg Löcknitz die brandenburgischen Kurfürsten in skrupelloser Weise selbst bedienen. Das in der Mitte des 16. Jahrhunderts errichtete Schloss war verwaist, da die rechtmäßigen Eigentümer im Laufe des Dreißigjährigen Krieges von ihrem Besitz vertrieben. Diese Tatsache nutzen die Brandenburger aus, um aus der während des Krieges zerstörten Burg eine kurfürstliche Domäne zu machen. Der Rechtsstreit sollte sich bis ins Jahr 1688 hinziehen, der Kurfürst seinen Willen bekommen. Löcknitz war für die Brandenburger als Grenzburg höchst interessant, lag sie doch direkt an der Grenze zu Schwedisch-Pommern, und wurde daher zur Festung ausgebaut. Erst der Große Nordische Krieg sollte die Notwendigkeit der Löcknitzer Festungsanlage beenden, gehörte doch nach dem Frieden von Stockholm ganz Pommern südlich der Peene zum Königreich Preußen. Dieses hatte kein Interesse mehr am Unterhalt der Festung, die dem Verfall preisgegeben wurde.

Die Länderein der Domäne Löcknitz wurde im Jahre 1807 verkauft, so auch das Schloss, welches seit Mitte des 19. Jahrhunderts für Wohnzwecke genutzt wurde. Offensichtlich gingen die neuen Besitzer genauso pfleglich mit ihren Eigentum um wie zuvor die Brandenburger, denn schon im Jahre 1958 war es dafür nicht mehr geeignet. Das leer stehende Schloss verfiel und wurde im Jahre 1985 gesprengt, ein Schicksal welches der Burg Löcknitz erspart blieb. Nach der Wende begann man damit die verfallene Anlage zu sanieren und den Bergfried wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Heute dient er als Aussichtsplattform und bietet seinen Besuchern einen Blick über das ihn umgebene Randowtal. Der ebenso zugängliche Eiskeller der Burg ist deutlich jünger, er stammt aus dem 19. Jahrhundert. Heutzutage beherbergt ein ehemaliges Wohngebäude der Burg nicht nur die Tourismusinformation des Ortes, sondern auch eine kleine Pension, welche sich speziell an die Reisenden auf dem Oder-Neiße-Radweg wendet.