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Commandantenhus Stralsund

Commandantenhus Stralsund
Commandantenhus Stralsund

Eines der vielen baulichen Zeugnisse aus der Schwedenzeit findet man direkt auf der Ostseite des Alten Marktes. Dort steht das sogenannte Commandantenhus, welches jahrhundertelang als Residenz der jeweiligen Garnisionskommandanten gedient hat. Das an dieser Stelle ursprünglich stehende aus der Zeit des Mittelalters stammende Gebäude besaß nur etwa die Hälfte der Breite, bevor die Stadt Stralsund auf Befehl des schwedischen Königs verpflichtet wurde in der Zeit von 1748 bis 1751 das Nachbargrundstück erwerben, beide Häuser abzureißen und an der Stelle ein neues Gebäude zu errichten.

Der Bau der im Stil des Barock neuerrichteten dreigeschossigen Residenz fiel deutlich repräsentativer als der Vorgängerbau aus und bot zudem seinen Bewohnern nun deutlich mehr Komfort, welchen der mittelalterliche Vorgängerbau wahrlich nicht bot. Aufgrund zahlreicher Klagen durch mehrere Garnisionskommandaten, welche sich beim König von Schweden über die für sie unzumutbaren Wohnverhältnisse beschwerten, wurde dieser repräsentative Neubau notwendig.

Als Zeichen der Zugehörigkeit zum schwedischen Königreich wurde am Giebel ein vier Meter breites Wappenschild angebracht, auf dem das Stadtwappen von Stralsund zu sehen ist, welches der schwedische König Karl XII. im Jahre 1714 der Stadt verlieh. Dieses Wappen wird vom pommerschen Greifen und Schwedischen Löwen gehalten. Aufgrund seiner Größe wirkt das riesige Wappen auf die Betrachter sehr imposant und dominiert die Fassade des Gebäudes ungemein. Das Wappen ist aber nicht das Original, dieses wurde im 19. Jahrhundert entfernt, sondern eine Kopie, welche im Jahre 2003 bei der Sanierung des Hauses angebracht wurde. Nachdem das Commandantenhus zu DDR-Zeiten als Haus der NVA noch militärisch genutzt wurde, findet man heute ein Restaurant darin.