Fangenturm Greifswald

Fangenturm Greifswald
Fangenturm Greifswald

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Eines der wenigen sehr gut erhaltenen Teile der mittelalterlichen Verteidigungsanlagen von Greifswald ist der Fangenturm. Dieser befindet sich im Nordosten der Altstadt, direkt im Museumshafen und dient derzeitig als Sitz des Hafenmeisters. Für gewöhnlich sind die oberen Stockwerke am Tag des offenen Denkmals für interessierte Besucher geöffnet, welche dann diesen Teil des ansonsten nicht zugänglichen Teils des Fangenturms besichtigen können. Der Fangenturm war einer von vier Wehrtürmen und im Gegensatz zu den anderen drei Türmen kann man mit bei ihm mit Gewissheit sagen, dass der Fangenturm zusammen mit der Stadtmauer errichtet wurde.

Der Name rührt von einer ursprünglichen Funktion har, welche der Turm im Mittelalter einmal besaß. Schon aus dem Jahre 1329 stammen die ersten schriftlichen Erwähnungen für die Nutzung des Gebäudes als Gefängnis. Damals besaß der Turm auch keinen ebenerdigen Zugang, die Tür zum heutigen Büro des Hafenmeisters wurde es viel später eingebaut. Man konnte den Turm nur über eine Tür erreichen, welche sich in der ersten Etage befand, von dieser wurden die Gefangenen dann in den Kerker herabgelassen, der sich im Erdgeschoss befand. Die einzelnen Geschosse des Gebäudes kann man von außen sehen, denn dort befinden sich zwischen den Geschossen sogenannte Sägezahnfriesen. Erhalten geblieben sind auch einige Schießscharten und Lichtschlitze, welche noch aus der Zeit des Mittelalters stammen.

Im 18. Jahrhundert wurde der Fangenturm auch eine Zeitlang als Pulverturm genutzt, bevor er im Jahre 1775 von der Universität Greifswald gepachtet wurde, welche ihn anschließend umbauten ließ und in ihm ein Observatorium einrichtete. Dieser Umbau viel recht aufwendig aus. So wurde der spitze Turmhelm abgetragen, welche den Turm zierte und dafür ein flaches Dach errichtet. Zudem wurden die Schießscharten zugemauert und der Fangenturm erhielt ein äußeres Treppenhaus. Das Observatorium machte den Wissenschaftlern aus verschiedenen Gründen aber nicht viel Freude und wurde daher im Jahre 1826 wieder aufgegeben. Aufgrund einer nicht vorhandenen Nutzung fing der Fangenturm an zu verfallen, entging einem geplanten Abriss aber nur knapp. Letztendlich wurde nur das oberste Geschoss abgetragen, so dass er heute nur noch drei Geschosse besitzt, und der Zinnenkranz hinzugefügt. Die letzte umfassende Sanierung des Bauwerks fand Anfang der 90er Jahre statt.