Gerhart-Hauptmann-Haus Hiddensee

Gerhart-Hauptmann-Haus

Gerhart-Hauptmann-Haus


Die Insel Hiddensee zog seither viele Künstler an, welche die Ruhe und Beschaulichkeit der kleinen Ostseeinsel zu schätzen wussten und hier ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten. Die Liste der Leute, die in der Künstlerkolonie von Hiddensee tätig waren ist recht umfangreich, die meisten haben aber nicht so viele Spuren auf der Insel hinterlassen, wie der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann, der auf Hiddensee zahlreiche Sommer verbrachte und schließlich auch auf dem Friedhof der benachbarten Inselkirche beerdigt wurde. In seinem ehemaligen Ferienhaus auf der Insel Hiddensee wurde ihm zu Ehren ein kleines Museum eingerichtet, in welchem ihm und seinem umfangreichen literarischen Werk gedacht wird.

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Man sagt, dass wenn man einmal auf der Insel Hiddensee war, dann kommt man immer wieder. So war es auch bei Gerhart Hauptmann, der sich aber mehrere Jahre Zeit ließ, bis er zum zweiten Mal die Insel besuchte. Der erste Besuch war im Jahre 1885 bei seiner Hochzeitsreise, auf der er mit seiner frisch angetrauten Frau Marie die Insel Rügen bereiste und dabei auch die Insel Hiddensee besuchte. Bei diesem Aufenthalt verliebte er sich, so wie viele andere Besucher vor und nach ihm, auch in diese Insel und sollte immer wieder kommen. Wohnte er die ersten Jahre bei seinen Aufenthalten in kleinen Pensionen oder in den Ferienhäusern von Freunden, beispielsweise in der Lietzenburg seines Freundes Oskar Kruse. Dieser war unter dem Pseudonym Oskar Kruse-Lietzenburg als Maler tätig und begründete auf der Lietzenburg die Künstlerkolonie auf der Insel Hiddensee. Hier traf man zahlreiche bekannte Künstler, welche sich auf der Insel erholten und kreativ arbeiteten.

Gerhart Hauptmann verbrachte jeden Sommer seinen Urlaub auf der Insel Hiddensee, wo er 1926 des erste Mal im Haus Seedorn weilte. Seine Vermieterin war einst eine Geliebte eines Berliner Fabrikanten, der ihr das Ferienhaus schenkte. Gerhard Hauptmann genoss die Stille, die ihm das Haus bot, da er dieses alleine bewohnen konnte und nicht wie in übrigen Pensionen weitere Gäste beherbergte. Die Lage des Sommerhauses war ideal, denn bis zum Strand der Ostsee war es nicht weit und viel Natur umgab das Haus. Hier konnte er nun ungestört arbeiten und sich erholen. Durch die finanziellen Probleme seiner Vermieterin bot sich ihm im Jahre 1929 in die einmalige Möglichkeit, das geliebte Ferienhaus zu erwerben und anschließend nach seinen Vorstellungen zu erweitern. Im Westen des ursprünglichen Hauses ließ er sich einen Anbau errichten, welcher mit einem von mittelalterlichen Kreuzgängen inspirierten Zwischenbau verbunden wurde.

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Das Besondere am Gerhart-Hauptmann-Haus ist die Tatsache, dass dieses so präsentiert wird, als ob Gerhart Hauptmann noch leben würde. Sämtliche Möbel und Einrichtungsgegenstände, die er besaß, stehen noch heutzutage an der Stelle, wo er sie einst positionierte. Eine kleine Ausstellung über sein Leben und sein literarisches Werk findet man im großen Garten vor dem Haus, wo in einigen Schaukästen interessante Informationen aufgestellt sind. Einiges über die lange Geschichte seiner Beziehung zur Insel Hiddensee kann man in der Veranda des Hauses nachlesen. Die Veranda ist der einzige Raum in seinem ehemaligen Sommerhaus, welcher etwas verändert wurde, die übrigen Räumlichkeiten sind noch so erhalten wie zu seiner Zeit. In der oberen Etage kann man beispielsweise die beiden Schlafzimmer sehen, welche bei den Aufenthalten von ihm und seiner Frau bewohnt wurden. Wenn man sich den damaligen Komfort anschau, ein einfaches Bett, ein Nachttischen und ein Waschbecken an der Wand, war er recht bescheiden, denn heutzutage findet man deutlich mehr Komfort in den Feienwohnungen auf der Insel Hiddensee.

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Persönlicher wird die Ausstellung dann im Anbau des Hauses, in welchem sich sein großzügiges Arbeitszimmer befand. Ein großes Bücherregal an der Wand, welches nach Angaben des Museums über tausend Bücher umfasst, einige bequeme Sessel davor, in der Ecke ein schwarzer Flügel und vor den Fenstern mit Blick zum Garten steht sein Schreibtisch, an welchem er zahlreiche Werke verfasste. In sein Arbeitszimmer lud er auch seine zahlreichen Freunde ein, mit denen er in geselliger Runde viele Abende mit Musik und Literatur verbrachte. Auch heutzutage nutzt man das ehemalige Arbeitszimmer im Gerhart-Hauptmann-Haus auch für diese Zwecke, denn viele kulturelle Veranstaltungen wie beispielsweise Lesungen und kleinere Konzerte kann man hier erleben. Aber auch an an sein leibliches Wohl hat der ehemalige Hausherr gedacht, denn er ließ sich hier einen eigenen Weinkeller errichten lassen. Wenn man die enge Treppe hinab in den Weinkeller hinabgestiegen ist, kann man dort einige Beispiele seiner Korrespondenz mit den Winzern lesen, bei welchen er seine Weine bestellt hatte. Auch die präsentierten Rechnungen fallen nicht gerade niedrig aus, ein untrüghaftes Zeichen für die große Beliebtheit des edlen Rebensaftes beim ehemaligen Hausherren und dessen zahlreichen Gästen.

Bei einer Besichtigung von Kloster bietet es sich an, neben dem Heimatmuseum Hiddensee, welches sich im Westen der Kirchstraße befindet, und der Inselkirche, auch das Gerhart-Hauptmann-Haus zu besichtigen. Künstlerhäuser gab es auf der Insel Hiddensee zwar viele, die meisten davon werden heutzutage aber als Ferienhäuser genutzt und sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Zudem befinden diese sich nicht mehr im Originalzustand, wie es das Gerhart-Hauptmann-Haus von sich behaupten kann. Einen Einblick in die Künstlerkolonie der Insel Hiddensee bietet außerdem nur dieses kleine Museum im Herzen von Kloster.

Adresse: Kirchweg 13 – 18565 Kloster
Öffnungszeiten: 10:00 – 17:00 Uhr (von Mai bis Oktober) – 11:00 – 16:00 Uhr (von November bis April) – im Januar ist das Museum geschlossen