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Ostseebad Glowe

Ostseeperle Glowe

Ostseeperle Glowe


Das Seebad Glowe ist zwar schon recht alt, die erste Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1314. Lange Zeit war Glowe aber nur ein kleines Fischerdorf, bis sich am Anfang des 19. Jahrhunderts langsam der Badetourismus zu etablieren begann. Im Gegensatz zu den großen Seebädern im Osten der Insel kam der Tourismus recht spät, dafür aber auch nicht so stark. Während die großen Seebäder wie Binz, Göhren und Sellin während der Saison nur von Touristen bevölkert sind, ist es in den kleinen Seebädern im Norden der Insel Rügen fast schon beschaulich. Die drei kleinen seebäder auf der Schaabe sind, im Verhältnis zu den anderen, recht klein und keine riesigen Betonburgen verunstalten die langen weißen Sandstrände.

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Das Ostseebades Glowe befindet sich auf dem östlichen Ende der Schaabe. Die Schaabe ist eine Nehrung zwischen den beiden Halbinseln Wittow und Jasmund und insgesamt etwa zwölf Kilometer lang. Nehrungen sind Landstreifen, welche die Küstengewässer vom offenen Meer trennen und durch das Meer abgelagert wurden. Ein sehr gutes Beispiel für die andauernde Bildung von Nehrungen findet man an der Nordspitze der Insel Hiddensee. Zwischen den beiden Ostseeinseln Hiddensee und Rügen gäbe es schon längst eine Landverbindung, wenn man nicht mit Ausbaggerungen der Fahrrinne dagegen arbeiten würde.

Die Schaabe wurde schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts mit Kiefern, Birken und Eichen bepflanzt. Das Gebiet wurde zwischen den Seebädern Glowe und Julisruh auch nicht bebaut, man findet auch heute dort nur reine Natur. Der gut asphaltierte Radweg, welcher von Glowe nach Juliusruh führt, wurde entlang der Straße gebaut und bietet aufgrund der Führung durch die bewaldete Landschaft im Sommer nicht nur Schatten, sondern auch reichlich Schutz vor den Winden, welche auf der Insel Rügen recht stark wehen können.

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Da der durch das Meer angespülte Sand sehr feinkörnig ist, besitzen die Strände der Schaabe eine sehr gute Qualität was den Strandsand betrifft. Die Länge des Strandes, welcher sich entlang der Schaabe zwischen dem Seebad Juliusruh und dem Seebad Glowe erstreckt, beträgt gut zehn Kilometer. Zu DDR-Zeiten war auf der ganzen Länge FKK möglich, aufgrund der nach der Wende verstärkt anreisenden Urlauber aus den westlichen Landesteilen von Deutschland gab es einige Probleme, so dass offiziell die Strände in der unmittelbaren Nähe der Seebäder als Textilstrände ausgewiesen wurden. Anhänger der Freikörperkultur kommen aber trotzdem noch auf ihre Kosten, denn die Strandabschnitte, in welchen man textilfrei baden kann, befinden sich im Zentrum der Schaabe. Diese kann man mit dem Fahrrad erreichen oder auch mit dem Auto. Parkplätze findet man reichlich entlang der Straße nach Juliusruh. Vom Strand aus hat man einen guter Sicht einen schönen Blick über die Prorer Wieck auf die Steilküste der Halbinsel Wittow. Am Horizont kann man sogar die beiden Leuchtürme vom Kap Arkona ausmachen.

Selbst die Freunde der modernen Architektur kommen im beschaulichen Ostseebad Glowe auf ihre Kosten, denn auch hier hat Ulrich Müther,der wohl berühmteste Baumeister der DDR, seine Spuren hinterlassen. Bekannt geworden ist er mit seinen aus Schalenbeton erbauten Bauwerke. Eines der bekanntesten Bauwerke an der Ostseeküste dürfte der Teepott im Ostseebad Warnemünde sein. Hier in Glowe findet man am westlichen Teil der Promenade die sogenannte Ostseeperle. Dieses im Jahre 1960 errichtete, und für diese Zeit sehr spektakuläre Gebäude, besitzt ein Dach, welches der Form einer weit geöffneten Muschel nachempfunden wurde. Die Ostseeperlek wurde als Restaurant für die Urlauber des Seebades geplant und diesen Zweck erfüllt es heute immer noch, so dass der Erhalt des Hauses im Originalzustand wohl gesichert sein sollte.

Eines der prägnantesten Gebäude auf der Halbinsel Jasmund ist das Schloss Spyker. Der Name des Schlosses leitet sich vom plattdeutschen Wort Spieker ab, was soviel wie Speicher bedeutet, denn an der ursprünglichen Stelle des Schlosses stand einmal ein Speicher der aus Stralsund stammenden Patrizierfamilie von Külpen. Das Gut kam in der Mitte des 14. Jahrhunderts durch eine Heirat an die Familie von Jasmund, welche an der Stelle eine Burg errichtete. Nach dem dreißigjährigen Krieg kam Vorpommern und damit auch die Insel Rügen unter die Herrschaft der schwedischen Krone. Im Jahre 1649 bekam der schwedische Feldmarschall Carl Gustav Wrangel die Herrschaft Spyker zum Lehen. Der nun auch zum Generalgouverneur von Pommern ernannte Kriegsheld ließ die vorhandene Burganlage zu einem Renaissanceschloss umgestalten.

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Eine Besonderheit an diesem Bauwerk, welches das das älteste Schloss auf der Insel Rügen ist, sind die kunstvollen frühbarocke Stuckdecken, welche mit ihren vollplastischen Figuren die Decken der Salons des Schlosses zieren. Aber auch von außen strahlt das Schloss Spyker durch seinen eigentlich nur für Schweden typischen falunroten Anstrich. Über einige Umwege gelangte das Schloss Spyker in den Besitz der Fürsten zu Putbus, welchen bis zur Bodenreform ein großer Teil der Insel Rügen gehörte. Seit den 60. Jahren betrieb der FDGB ein Erholungsheim in dem Schloss. Zur Erholung dient das alte Gemäuer auch heute noch immer, denn seit der Wende ist ein Hotel darin zuhause. Übrigens findet man in den Salons dieses Schlosshotels nicht nur einige Ausstellungen mit zeitgenössischen Kunstwerken vor, sondern kann sich auch im Hochzeitszimmer des Hauses stilvoll sein Jawort geben.
St. Paulikirche Bobbin

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Zum Ostseebad Breege gehört auch der ein paar Kilometer entfernte kleine Ort Bobbin. Dort findet man auf einem Berg mitten im Ort, die älteste erhaltene Feldsteinkirche der Insel Rügen, welche von ihrer über dem Dorf thronenden Position schon von weitem aus sichtbar ist. Die Fertigstellung der St. Pauli Kirche war etwa um das Jahr 1400 herum, wobei sie damals nur aus der Sakristei und dem Chor bestand. An der Stelle der heutigen Kirche soll ein Vorgängerbau gestanden haben, welcher wiederum einen heidnischen Ursprung gehabt haben soll. Zumindest die Auswahl des Namens bestärkt die unsicheren Überlieferungen aus dieser Zeit, denn der Apostel Paulus wurde auch zum Christentum konvertiert. Ungefähr hundert Jahre später erhielt die Kirche noch einen Turm.

Während des Mittelalters diente die St. Pauli-Kirche in Bobbin als Wallfahrtskirche für die Insel Rügen. Mit der Lehensvergabe über die Herrschaft Spyker bekam der damalige schwedische Generalgouverneur Carl Gustav Wrangel auch das Patronat über diese Kirche verliehen. So wurde die Kirche, welche sich in Sichtweite seines Schlosses befindet, mit einer Patronatsloge ausgestattet. Viele Stücke der Kircheneinrichtung, welche man bei einer Besichtigung vorfindet, wurden auch von ihm gestiftet. Das älteste Stück ist aber der Taufstein, welcher aus dem Jahr 1300 stammt und damit deutlich älter als die Kirche selber ist. Im Inneren der Kirche findet man einige alte Grabplatten der Familie von Jasmund. Eine Besonderheit der St. Pauli-Kirche in Bobbin ist der Beichtstuhl, welcher erst nach der Reformation seinen Platz in der Kirche fand.
Anreise

Die Seebäder im Norden sind mit der Bahn nicht zu erreichen. Der Nahverkehr der Insel ist aber gut ausgebaut, so dass man das Seebad Glowe auch mit dem Bus erreichen kann. Man kann den Norden aber auch mit dem Fahrrad erkunden. Wenn man beispielsweise mit dem Zug nach Sargard fährt, kann man von dort aus die Gegend von seinem Drahtesel aus erkunden. Ab Bobbin sind die Radwege sehr gut ausgebaut, so dass man von dort aus ohne Probleme bis ans Kap Arkona radeln kann.