Ostseebad Göhren

Strandpromenade Göhren

Strandpromenade Göhren


In den Ostseebädern auf der Halbinsel Mönchgut geht es deutlich beschaulicher zu als in den Touristenmagneten wie Binz oder Sellin. Das größte von ihnen ist das Ostseebad Göhren. Das kleine Fischerdörfchen Göhren wurde im Jahre 1165 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Der Name des Ortes stammt aus dem slawischen und bedeutet soviel wie Berg, was bei der Lage des Ortes, welcher sich auf einer recht hohen Erhebung im Norden der Halbinsel Mönchgut befindet, sehr passend ist. Mit der Entstehung der Seebäder im 19. Jahrhundert kam Leben in den bis dahin recht beschaulichen kleinen Ort. Offiziell ist Göhren seit dem Jahre 1878 ein Seebad. Durch die die Fürsten zu Putbus wurden einige Eisenbahnlinien errichtet, von denen heutzutage noch eine existiert. Die Besucher, welche mit dem Schiff anreisten, landeten im Hafen von Lauterbach und reisten dann mit der Kleinbahn weiter, welche zu den Ostseebädern im Südosten der Insel Rügen fuhr. Eine Fahrt mit dem Rasenden Roland, wie diese historische Eisenbahn genannt wird, sollte man sich nicht entgehen lassen, um so etwas von dem Flair vergangener Zeiten erleben zu können. Da man zu DDR-Zeiten nicht wirklich verreisen konnte beziehungsweise durfte, wurden die Hotelkapazitäten an der Ostseeküste erweitert, so auch im Ostseebad Göhren. Aus dieser Zeit stammt die Gründung des beliebten Campingplatzes, welcher sich im Westen in Richtung des Ostseebades Baabe befindet.

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In jedem Ostseebad welches eine Seebrücke hat, ist diese das Zentrum des Ortes. So ist es auch in Göhren, welches zu den Ostseebädern gehört, welche eine solche besitzen. Die Seebrücke von Göhren, welche sich im Norden des Ortes direkt an der Strandpromenade des Ortes befindet, ist relativ neu, denn sie wurde erst im Jahre 1993 wieder aufgebaut. Die Gestaltung der dreihundertfünfzig Meter langen Seebrücke ist relativ schlicht, man könnte eigentlich auch zweckmäßig dazu sagen. Rein optisch kommt sie nicht an die prächtigen Seebrücke von Sellin heran, welches wohl das schönste Exemplar auf der Insel Rügen ist. Von der Seebrücke aus starten täglich mehrere Schiffe einiger Reedereien, mit welchen man die Ostseebäder von Rügen erkunden kann. So gibt es die Möglichkeit eines sogenannten Brückenhoppings, bei welchen man zu den Seebrücken der Ostseebäder Sellin und Binz gelangen kann. Man findet auch Fahren bis zu den Kreidefelsen des Nationalpark Jasmunds im Angebot.

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Wenn man am Nordstrand von Göhren entlang spaziert, wird man in der Ostsee einen Felsen erblicken, auf welchem sich gewöhnlich ein paar Komorane niedergelassen haben. Dieses ist der sogenannte Buskam, welcher als der größte Findling gilt, welchen man in Deutschland gefunden hat. Ursprünglich befand sich der Buskam auf dem Land, wo er während der Jungsteinzeit als Kultstätte genutzt worden ist. Wahrscheinlich hat der Name einen slawischen Ursprung und bedeutet soviel wie Gottesstein.Von der kultischen Nutzung zeugen einige künstlich geschauffen Aushöhlungen, welche in den Felsen eingearbeitet worden sind, um ihm als Näpfchenstein zu nutzen. Als vor etwa neuntausend Jahren der Meeresspiegel der Ostsee anstieg, befand sich der Buskam aufgrund seiner niedrigen Position im Wasser. Der Buskam hat nach Angaben des Geologischen Instituts der Universität Greifswald ein Volumen von etwa zweihundert Kubikmetern, ein Gewicht von fünfhundertvierzig Tonnen und besteht aus Granit. Andere Quellen gehen von einer Größe aus, welche etwa das dreifache davon ist. Der Buskam ist etwa dreihundertfünfzig Meter vom Strand entfernt, von der Seebrücke sind es deutlich mehr, weshalb man des besten Blick auf diesen riesigen Findling, welcher nur zu einem Drittel aus dem Meer heraus schaut, vom Strand aus hat.

Zu den jüngeren Kirchenbauten auf der Insel Rügen gehört die Dorfkirche im Ostseebad Göhren. Diese Kirche befindet sich im westlichen Ortsrand, auf einem Hügel, auf welchem sich auch das bronzezeitliche Hügelgrab Speckbusch befindet. Der Grundstein für die Kirche wurde im Jahre 1929 gelegt und nach kurzer Bauzeit konnte sie am 16. Mai des Jahres 1930 geweiht werden. Der aus einfachen Ziegelsteinen errichtete Kirchenbau ist an sich recht schlicht und schmucklos gestaltet, während sich der Doppelturm der Kirche mit seiner Wuchtigkeit doch hervorhebt. Für gewöhnlich kann man sich anhand der Kirchtürme orientieren. Bei der Dorfkirche von Göhren sollte man dieses aber unterlassen, da dieser an der östlichen Seite errichtet worden ist. Das Innere der Kirche ist wie das Äußere recht schlicht gehalten. Wie in viele Seefahrerkirchen üblich, findet man auch in der Dorfkirche von Göhren ein Votivschiff an der Decke. Eine Besonderheit des Altars ist die Kleidung der Figuren, denn diese findet man in der typischen Mönchguter Tracht vor.

Wenn man die Dorfkirche von Göhren besucht, dann sollte man auch einmal um die Kirche herumlaufen. Hier befindet sich der sogenannte Speckbusch, ein bronzezeitliches Hügelgrab, welches etwa drei Meter hoch ist und etwa einen Durchmesser von fünfzehn Metern aufweist. Dieses Hügelgrab ist relativ unscheinbar, und mit Bäumen bewachsen, man könnte es als Kuppe des Berges ansehen, wenn die kleine Informationstafel nicht wäre, welche auf die Existenz des Grabhügels hinweisen würde. Da man außer dem bewachsenem Hügel nichts weiter erkennen kann, sollte man lieber einen Blick über die Landschaft schweifen lassen, welcher sich von hieraus bietet. Da der Speckbusch eine der höchsten Stellen in Göhren ist, kann man bei klarer Sicht die gesamte Halbinsel Möchgut überblicken.

Heutzutage erinnert nicht mehr viel an die Zeit als die Bewohner des damaligen kleinen Dörfchen Göhren durch die Landwirtschaft und Fischerei ein recht bescheidenes Leben fristeten. Es gibt nicht mehr viele Zeugnisse aus dieser Zeit, aber zwei findet man direkt im Zentrum des Ostseebades an der belebten Strandstraße, wo man zwei Museen finden kann, welche den Besuchern einiges Interessantes aus der damaligen Zeit präsentieren. Das Mönchguter Heimatmuseum befindet sich in einem ehemaligen Lotsenhaus. Die Ausstellung des Museums beschäftigt sich mit der Geschichte des Ortes, dem Leben der Menschen in den letzten Jahrhunderten, der Seefahrt und natürlich auch mit den Mönchguter Trachten, welche in dem Teil der Insel Rügen eine Besonderheit darstellten.

Ein paar Häuser weiter befindet sich ein vollständig erhaltener Bauernhof, in welchem man zahlreiche landwirtschaftliche Geräte sehen kann, mit welchen die Bauern noch vor einhundert Jahren ihre Felder bestellt haben. Die Exponate, welche im Mönchguter Museumshof ausgestellt sind, zeigen den Besuchern eine recht große Bandbreite landwirtschaftlicher Handwerke, sowie einen Blumen- und Kräutergarten, wie man sie zur damaligen Zeit angelegt hatte. Die Anlage besteht unter anderem aus einem Wohnhaus, einem Schweinestall und einer für die Region typischen Stallscheune.

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Zu den Mönchguter Museen gehört auch das Museumsschiff Luise, welches sich im Süden des Ostseebades in unmittelbarer Nähe des Strandes befindet. Der fast zwanzig Meter lange und fünf Meter breite Küstenmotersegler wurde im Jahre 1906 in einer Werft im niederländischen Martenshoek gebaut. Es wurde seit dem Jahre 1925 für den Gütertransport von und zur Insel Rügen genutzt. Unter anderem wurde es für den Transport von Ziegeln aus der Ziegelei von Ueckermünde zur Insel Rügen und für die Beförderung landwirtschaftlicher Produkte in die Hansestadt Stralsund genutzt. Von außen wirkt das Schiff gar nicht so groß, die Ladekapazität war aber doch recht groß, denn das Schiff konnte gut sechzig Tonnen transportieren. Irgendwann wurde der Transport der Waren mit solchen Schiffen nicht mehr rentabel, da die Waren aufwendig von der Besatzung ein- und ausgeladen werden mussten. Im Jahre 1977 erwarb die Gemeinde Göhren das Schiff und sanierte es, um daraus ein Museum zu machen. Auf dem Gelände, auf dem dieses bewerkstelligt wurde, findet man auch einige Exponate aus der Fischerei. Im Inneren des Schiffes, welches von außen über eine Treppe zu erreichen ist, befindet sich im ehemaligen Frachtraum eine Ausstellung über die Geschichte der Küstenschiffahrt um die Insel Rügen und das leber der früheren Küstenschiffer. Die kleine Unterkunft, welche der Kapitän und seine Frau bewohnt hatten, ist noch so ehrhalten wie sie einmal genutzt wurde. Man kann sich daher ein gutes Bild über die Lebensverhältnisse auf dem Schiff machen. Sollte man alle Ausstellungen der Mönchguter Museen besuchen wollen, bietet sich ein Erwerb eines Kombi-Tickets an.

Zu den beliebtesten Aktivitäten auf der Insel Rügen zählt eine Fahrt mit dem Rasenden Roland. Der Bahnhof von Göhren ist die Endstation der historischen Eisenbahn, welche von der kleinen Stadt Putbus aus über das Ostseebad Binz, am Jagdschloss Granitz vorbei, die Ostseebäder Sellin und Baabe passiert, bis sie schließlich im Zentrum von Göhren ankommt. Während der Saison fährt jede Stunde ein Zug in Richtung Binz, alle zwei Stunden zum zum kleinen Hafen von Lauterbach, welcher zu Putbus gehört. Von hier aus kann man beispielsweise eine Exkursion zur Insel Vilm unternehmen, welche südlich vor der Küste der Insel Rügen befindet. Auch die anderen Sehenswürdigkeiten in diesem Teil der Insel Rügen sind sehr gut zu erreichen. Der Bahnhof von Putbus ist nicht weit vom Schlosspark mit der Orangerie entfernt, von der Haltestelle beim Jagdschloss Granitz ist der Fußmarsch bis zum Schloss auch nicht mehr allzu lang. Sollte man bestimmte Streckenabschnitte fahren wollen, empfiehlt sich der Erwerb von Zeitkarten, da man mit diesen etwas Geld sparen kann. Übrigens ist auch eine Mitnahme von Fahrrädern möglich, so dass man einen Teil der Strecke bei einer Radtour auf der Insel Rügen bequem in den historischen Abteilen des Zuges zurücklegen kann.

Um mit den vorhandenen öffentlichen Verkehrsmitteln zum Ostseebad Göhren zu gelangen gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste ist es mit dem Zug bis zum Ostseebad Binz umzusteigen und dann mit dem Bus direkt bis nach Göhren zu fahren. Wenn man aus Richtung Putbus kommen sollte, bietet sich auch eine Fahrt mit dem Rasenden Roland an. Die erste Möglichkeit fälltt aber preislich deutlich günstiger aus.