Greifswald-Wieck

Zugbrücke Greifswald-Wieck

Zugbrücke Greifswald-Wieck


Wenn man sich heutzutage das Gemälde die Lebensstufen von Caspar David Friedrich anschaut, dann muss man sehr viel Phantasie aufbringen, um erkennen zu können, dass es sich bei dem verwendeten Motiv um einen Blick auf die Dänische Wieck handelt. Seit dem Jahre 1835 hat sich im kleinen Fischerdörfchen Wieck viel verändert, zumindest wenn man den Hafenbereich für sich allein betrachtet, denn der historische Dorfkern mit seinen reetgedeckten Dächern zeugt von der über achthundertjährigen Geschichte des Ortes. Wenn man die Hansestadt Greifswald bei seinem Besuch etwas besser kennenlernen möchte, dann darf man sich nicht nur mit einer Besichtigung der Altstadt zufriedengeben, sondern muss auch den eigentlichen Ursprung der Stadt besuchen, welcher  im ehemaligen Kloster Eldena zu finden ist, von dem aber nur noch eine Ruine erhalten geblieben ist.

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Dass von dem einstigen Klostergebäude nicht mehr allzu viel erhalten geblieben ist muss man nicht unbedingt so negativ sehen, denn dank den zahlreichen Gemälden von Caspar David Friedrich, auf welchem er eines seiner Lieblingsmotive verewigte, zählt die Klosterruine Eldena wohl auch zu den bekanntesten Ruinen auf der Welt, wodurch sie zahlreiche interessierte Kunstliebhaber anzuziehen vermag. Von der ursprünglichen Bausubstanz ist nicht mehr viel erhalten geblieben, denn aufgrund der noch vorhandenen Mauerreste kann man sich heutzutage kein Bild mehr machen, wie das Kloster ursprünglich einmal ausgesehen haben kann. Andere Ruinen in der Umgebung von Greifswald wie beispielsweise die Kloster- und Schlossruine Dargun oder die für viele Leute recht unbekannte Veste Landskron, welche sich westlich von der Hansestadt Anklam befindet, sind deutlich besser erhalten geblieben. Das macht aber der Beliebtheit der Klosterruine Eldena bei den Einheimischen keinen Abbruch, denn das alte Gemäuer umgibt ein kleiner von Joseph Lenné gestalteter Landschaftspark, in welchem man selbst in der Hauptsaison noch Ruhe und Erholung finden kann. Falls man dann doch sehr viel mehr Ruhe in der Natur suchen sollte, bietet sich eine Wanderung durch den Elisenhain an.

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Das Leben in Greifswald-Wieck spielt sich auf den beiden Ufern des Ryck ab, welcher in früheren Zeiten einmal die natürliche Grenze zwischen beiden Ortsteilen bildete. Heutzutage gehört aber auch ein Teil des südlichen Ufers zu Wieck, weshalb der genaue Grenzverlauf zwischen Greifswald-Wieck und Greifswald-Eldena nicht mehr so einfach zu beschreiben ist. Zumindest die alte Bockwindmühle am Ortseingang gehört zu Eldena, genauso wie das am Bodden Strandbad, während die Hotels und Gaststätten am südlichen Ufer wiederum zu Wieck gehören. Das unverwechselbare Wahrzeichen von Greifswald-Wieck ist zweifelsfrei die im Jahre 1887 errichtete historische Zugbrücke, über welche man auf das jeweils andere Ufer gelangen kann. Die unter Denkmalschutz stehende Zugbrücke ist inzwischen schon weit über hundertzwanzig Jahre alt und gilt daher auch die älteste erhaltene hölzerne Zugbrücke in ganz Deutschland. Während der Saison gibt es zu jeder vollen Stunde einen Brückenzug, zu welchem die beiden Brückenwärter die Brücke für den Schiffsverkehr öffnen. Es ist ein schöner Anblick, wenn sich durch die geöffnete Brücke unzählige Segelschiffe ihren Weg bahnen. Als Besucher sollte man aber die durchaus wichtige Tatsache nicht ignorieren, dass die Zugbrücke in Greifswald-Wieck nicht mehr für den gewöhnlichen Autoverkehr geöffnet ist. Es gibt aber leider immer wieder Zeitgenossen, welche die vorhandenen Hinweisschilder gekonnt ignorieren. Überfahren können diese Brücke nur Anwohner beziehungsweise Leute mit einer Sondergenehmigung.

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Greifswald-Wieck

Greifswald-Wieck

Eine ungefähre Vorstellung wie das Fischerdörfchen Wieck einmal gewirkt hat, bekommt man, wenn man sich etwas abseits der belebten Pfade bewegt und durch den historischen Ortskern spaziert. Hier findet man zahlreiche alte reetgedeckte Fischerhäuser. Da auch später errichtete Wohngebäude ihre Dächer mit Reet decken mussten, blieb der Charme eines kleinen Fischerdörfchens weitgehend erhalten. Die neogotische Bugenhagenkirche ist im Verhältnis zum Ort noch relativ jung, denn sie wurde erst in den Jahren von 1881 bis 1883 errichtet. Deutlich moderner ist die Architektur der Gebäude welche man direkt an der Uferpromenade finden kann. Diese wirkt nicht mehr so historisch, aber maritim. Unterstützt wird die maritime Wirkung des Ortes durch die zahlreichen Segelbooten, welche man im Hafenbecken vorfindet. Ein weiterer Blickfang neben der historischen Zugbrücke ist das Segelschulschiff Greif, welches seinen Heimathafen in Greifswald-Wieck hat. Um den am Anfang erwähnten Ausblick zu bekommen, welchen Caspar David Friedrich auf seinem Bild die Lebensstufen verewigte, muss man sich zur Nordmole begeben. Dank dem aufgestellten Hinweisschild bekommt man die ungefähre Position, von welcher das Bild gemalt wurde. Von der Nordmole aus hat man einen guten Ausblick auf die Dänische Wieck und auf das gegenüberliegende Ufer. Beim Fischerfest Gaffelrigg bietet diese Position wohl den besten Blick auf die Segelschiffe, welche bei diesem maritimen Volksfest die Stadt besuchen. Bei klarer Sicht kann man am Horizont sogar die Küste der Insel Rügen ausmachen.

Da sich Greifswald-Wieck seit einigen Jahren zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt hat, findet man vor Ort zahlreiche Restaurants und Cafés. Wieck und Eldena waren zwar schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Ziele für Ausflüge ins Grüne, es gab damals aber nur einige Ausflugslokale wie das Waldhaus in Eldena, direkt am Elisenhain oder das Utkiek in Wieck, touristisch entwickelte sich Wieck erst nach der Wende. Heute hat man daher eine recht große Auswahl an Lokalitäten. Ob man nun in ein Fischrestaurant sucht oder sich nur Kaffee und Kuchen gönnen möchte, man findet einige gute und empfehlenswerte Restaurants in Greifswald-Wieck. Während des Sommers findet man überall eine Außengastronomie vor, bei der man auch das schöne Wetter und das maritime Flair des beschaulichen Fleckchens Erde genießen kann, welches die Hansestadt Greifswald selbst zu bieten hat.

Zumindest an ein paar Tagen im Jahr mutiert die Beschaulichkeit des kleinen Ortes dann doch zu einem großen Rummelplatz, denn wenn das Fischerfest Gaffelrigg angesagt ist, strömen an dem Wochenende etwa fünfzigtausend Besucher an die Mündung des Ryck. Nach der Hansesail ist das Fischerfest Gaffelrigg das zweitgrößte maritime Volksfest in Mecklenburg-Vorpommern. Wer Trubel und Volksfeste nicht mag, der sollte an einem anderen Tag nach Wieck kommen. Eigentlich sollte man als Tourist das Fischerdörfchen Wieck an einem Werktag besuchen, denn am Wochenende ist der Ort ein beliebtes Ausflugsziel für die Einheimischen und dann deutlich bevölkerter. Man sollte aber auch beachten, dass während des Fischerfestes der Ort weiträumig abgesperrt und nicht mit dem Auto zu erreichen ist. Zudem muss man für jeden Tag des Volksfestes ein Eintrittsgeld bezahlen. Man kann aber das Praktische mit dem Nützlichen verbinden, denn mit einer Eintrittskarte, welche man auch in der Stadtinformation, welche sich direkt im Rathaus von Greifswald befindet, erwerben kann, ist derzeitig auch die kostenlose Nutzung der Buslinien verbunden, welche nach Wieck fahren. Da man vor Ort keine Parkplätze bekommt, muss man die Auto im Stadtgebiet parken und von dort aus den Bus nehmen. Da eine Eintrittskarte billiger als zwei Busfahrkarten sind, spart man sogar noch etwas Geld, wenn man sich die Karten vorher besorgt.

Ansonsten sind die sonst in Greifswald-Wieck vorhandenen Parkplätze recht überschaubar. Ein Parkplatz befindet sich in der Nähe der Bockwindmühle, ein weiterer direkt beim Eingang vom Strandbad. Sollte man aus Richtung Norden kommen, empfiehlt es sich vor dem Ortseingang in Richtung Ladebow abzubiegen und dann in Wieck zu parken, wo ein weiterer Parkplatz in unmittelbarer Nähe der Bugenhagenkirche zu finden ist. Der öffentliche Nahverkehr ist gut ausgebaut, eine Bushaltestelle befindet sich in der Nähe der Zugbrücke. Für Fahrradfahrer und Fußgänger bietet sich der Treidelpfad an, welcher direkt am Südufer des Ryck verläuft. Wenn man von Wieck aus die Klosterruine Eldena besichtigen möchte, sollte man den Wanderweg nehmen, welcher beim Hotel Zur Brücke in Richtung Eldena führt.