Hausbrücke Ahrensberg

Hausbrücke Ahrensberg

Hausbrücke Ahrensberg


In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zwar unzählige Brücken, den meisten von ihnen fehlt es aber an Individualität, um für ein attraktives Fotomotiv herhalten zu können. Eine Ausnahme bildet die hölzerne Hausbrücke in Ahrensberg, die zu ihrer Erbauungszeit nicht wirklich etwas Besonderes war. Dieser Sachverhalt hat sich aber inzwischen in das völlige Gegenteil verkehrt, denn wollte man sich die am nächsten gelegene Hausbrücke ansehen, müsste man sich dafür ins thüringische Kunitz begeben. Auch der Blick in Richtung Westen bringt kein anderes Ergebnis, denn die Hausbrücke von Ahrensberg ist offiziell das einzig erhaltene Exemplar in ganz Norddeutschland. Dass es heutzutage nur noch wenige Hausbrücken gibt, ist dem technischen Fortschritt geschuldet, denn seit dem Beginn der Industrialisierung wurden die Brücken aus Stahl errichtet, deren Konstruktionen nicht nur belastbarer, sondern auch deutlich langlebiger sind. Zumindest nur theoretisch, denn einige historische Hausbrücken mit einem Alter von über zweihundert Jahren sprechen für Holz als Baustoff. Dabei liegt es eigentlich nur an der Art und Weise wie dieses verbaut wird, denn einfache Holzbrücken haben für gewöhnlich nur eine sehr kurze Lebensdauer.

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Eine Brücke aus ungeschütztem Holz muss spätestens nach zehn bis fünfzehn Jahren erneuert werden, was die Zimmerleute des späten Mittelalters auf die glorreiche Idee brachte, den Schutz des Holzes der Brückenkonstruktion mit Hilfe einer Überdachung zu realisieren. Ist eine einfache Holzbrücke Tag und Nacht den Kräften von Wind und Wetter ausgesetzt, was das Holz relativ schnell verrotten lässt, schützen Dach und Seitenwände einer Hausbrücke diese davor, und lässt deren Lebenszeit deutlich ansteigen. Das dachte man sich offensichtlich auch als man im Jahre 1928 in unmittelbarer Nähe einer Försterei eine Brücke über die Havel errichtete, um das Waldgebiet der zwischen dem Drewensee und dem Wangnitzsee gelegene Halbinsel erreichen zu können. Heutzutage erinnert nur noch die Flurbezeichnung Wildhof an die frühere Nutzung des heutigen Fischereihofs Ahrensberg, der nordwestlich der Hausbrücke gelegen ist. Dieser bietet sich für eine Rast an, nicht nur weil der genossenschaftliche Fischimbiss in den Monaten von April bis September ein entsprechendes Angebot an Speisen anbietet, sondern auch wegen der Aussicht welche die Sonnenterrasse bietet, denn von dieser aus kann man einen Blick auf die Hausbrücke erhalten, welchen man ansonsten nur dann geboten bekommt, wenn man mit einem Schiff auf der Havel unterwegs sein sollte.

Erkundet man die Gegend bei einer Radtour, muss man ein paar hundert Meter vor dem Ortseingang von Ahrensberg, sollte man aus Richtung Priepert kommen, die Hauptstraße verlassen und dem Hinweisschild folgen, welchem zum Fischereihof Ahrensberg führt. Nach etwa sechshundert Metern hat man das Ziel erreicht, an dessen hölzerne Konstruktion man das Ausmaß der in den Jahren 2013 und 2014 erfolgten Sanierung erkennen kann, bei der viel Wert darauf gelegt wurde, soviel wie möglich von der ursprünglichen Bausubstanz zu erhalten. Einen Blick auf die Havel wird man von den zahlreichen Fensteröffnungen der Brücke aus, insgesamt sind es zehn Stück, nicht erhaschen können, denn diese sind nicht nur recht hoch angebracht, sondern dienen eigentlich auch nur dazu, dass neben einer besseren Luftzirkulation, auch etwas mehr Tageslicht in das Innere des hölzernen Brückenhauses fallen kann. Den meisten Leuten, welche mit dem Schiff auf der Havel zwischen Finowsee und Drewensee unterwegs sind, dürfte das Innere der Hausbrücke aber wohl verborgen bleiben, zumindest dann, wenn sie vor Ort keine Rast machen sollten. Wahrscheinlich dürfte es die recht abgeschiedene Lage der Hausbrücke gewesen sein, welche für ihren Erhalt gesorgt hat, zumindest lässt ihre Einzigartigkeit im norddeutschen Raum dieses erahnen.