Heimatmuseum Hiddensee

Heimatmuseum Hiddensee

Heimatmuseum Hiddensee


Bei einer Wanderung von Vitte in Richtung Kloster kommt man zwangsläufig am Heimatmuseum der Insel Hiddensee vorbei, welches sich direkt am Ortseingang von Kloster befindet. Übersehen kann man das Museum eigentlich nicht, denn vor dem Gebäude, das einst für die Seenotrettung errichtet wurde, befindet sich ein großer Anker, der die Aufmerksamkeit der vorbeigehenden Passanten auf sich zieht. Wenn man sich für die Geschichte der Insel Hiddensee interessiert, sollte man sich diese Ausstellung anschauen, da man hier einen guten Einblick in die Entwicklung der Insel bekommt. Wer sich für die Geschichte und früheren Lebensbedingungen der Hiddenseer Fischer interessiert, sollte das in Neuendorf befindliche Fischereimuseum besuchen, welches sich speziell mit dieser Thematik befasst.

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Der erste Teil der Ausstellung des Hiddenseer Heimatmuseum beschäftigt sich mit der Geschichte der Seenotrettung. Heutzutage ist die Rettung von in Seenot geratenen Seeleuten und Passagieren eine Selbstverständlichkeit, in früheren Tagen waren gekenterte Schiffe für viele Küstenbewohner eine einträgliche Möglichkeit um sich das eigene Einkommen deutlich aufzubessern. Vom Fischfang konnte man nicht reich werden, die an den Strand gespülten Waren waren daher eine gute Einnahmequelle. Da das Geschäft mit dem Strandgut recht einträglich war, halfen einige skrupellose Strandräuber auch gerne mit falschen Leuchtfeuern nach, durch die vorbeifahrenden Schiffe auf Sandbänke aufliefen, welche sich vor der Küste befanden. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war für die Seeleute der Tod im Meer ein fast schon absehbares Berufsrisiko, der goldene Ohrring den die Matrosen trugen war die einzige Versicherung um ein standesgemäßes Begräbnis bezahlen zu können, falls die Leiche an den Strand angespült worden wäre.

Im Jahre 1865 gründete sich die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, welche überall an der Nord und Ostsee Seenotrettungsstationen errichtete, von denen aus die freiwilligen Helfer auf die offene See rudern konnten, um den in Not geratenen Seeleuten retten zu können. Die Seenotrettungsstation auf der Insel Hiddensee stammt aus dem Jahre 1888 und wurde zusammen mit dem Leuchtturm von Hiddensee errichtet. Dank des neuen Leuchtturmes konnten die Schiffe sich nicht mehr so einfach in der Nacht auf der Ostsee verirren, dank den Helfern konnten unzählige Menschen aus den stürmischen Wogen der Ostsee gerettet werden. Dass diese Rettungsaktionen nicht gerade einfach waren, sieht man auf den historischen Fotografien in der Ausstellung. In den Anfangszeiten besaßen die Seenotrettungsstationen nämlich nur einfache Ruderboote, durch deren Nutzung sich die Lebensretter selbst in Gefahr brachten, wenn sie mit ihren Booten auf die stürmische Ostsee fuhren.

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Deutlich älter sind die Fossielen und Bernsteine, denen ein Bereich der Ausstellung des Heimatmuseums gewidmet ist. Mit etwas Glück kann man bei einem Strandspaziergang solche Exponate selber finden. Die meisten Bernsteine findet man direkt nach einem Sturm, während die Fossilien am ehesten im Bereich der Steilküsten zu entdecken sind. Vom bedeutendsten Fund, den Hiddenseer Goldschmuck, welchen man am Strand von Hiddensee einst fand, gibt es im Heimatmuseum eine Kopie. Das wertvolle Original, das den bisher größten Fund aus den Zeiten der Wikinger auf deutschem Booden darstellt, befindet sich im Besitz des Kulturhistorischen Museums der Hansestadt Stralsund und kann in der dortigen Ausstellungsräumen besichtigt werden. Obwohl es sich bei dem Exponat im Heimatmuseum nur um eine Kopie handelt, kann man anhand der aufwendigen Gestaltung des Goldschmuckes das handwerkliche Geschick der skandinavischen Goldschmiede erkennen. Was viele überdess immer vergessen zu erwähnen, ist die ursprüngliche Herkunft des Namens der Insel Hiddensee, denn dieser ist mit Hedinsey eindeutig wikingerischen Ursprungs und weist in seiner Bedeutung diese Insel als das Eigentum eines gewissen Hedin aus.

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Aus den Stämmen der Wikinger entstanden die ersten Königreiche in Skandinavien, so auch das Königshaus von Dänemark, das die älteste Monarchie Europas darstellt. Zum Einflussbereichs von Dänemark gehörte unter anderem die Insel Hiddense und die Insel Rügen. Dort gründete man zahlreiche Klöster, deren Mönche das unwirtliche Land urbar machten. Im Jahre 1295 gründete man auch auf der Insel Hiddensee ein Kloster, von dem heutzutage nur noch die Inselkirche Hiddensee und einige Grundmauern im Erdreich erhalten geblieben sind, welche man aber nicht mehr sehen kann. Da die ehemalige Klosteranlage im Jahre 2008 bei Ausgrabungen ausgiebig erforscht wurde, beschäftigt sich ein weiterer Teil der Ausstellung mit dem ehemaligen Kloster Hiddensee und dem Leben der Mönche.

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Der Schwerpunkt des Heimatmuseum der Insel Hiddensee beschäftigt sich mit der Entwicklung der Insel seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts und zeigt einen Einblick in das Leben der damaligen Bewohner der kleinen Insel, auf welcher sich langsam der Tourismus entwickelte. Über die Wohnbedingungen über die Kleidung hin zu den verschiedenen Berufen der Inselbewohner. Ende des 19. Jahrhunderts kamen auch die ersten Besucher auf die Insel Hiddensee, welche hier einen Ostseeurlaub verbringen wollten. Im Gegensatz zu den großen Ostseebädern, wie man sie auf den Inseln Rügen oder Usedom finden kann, entwickelte sich hier ein sehr naturverbundener Tourismus, welcher auch zur Gründung einer kleinen Künstlerkolonie führte. Zahlreiche Maler und Schriftsteller kamen im Sommer auf die Insel Hiddensee,um sich hier nicht nur vom Leben in der Großstradt zu erholen, sondern auch ungestört in der Natur arbeiten zu können. Große Namen, welche auf der Insel Hiddensee wirkten, gab es viele. Dem Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann wurde übrigens ein paar hundert Meter weiter in seinem ehemaligen Sommerhaus ein eigenes Museum eingerichtet. Die Entwicklung des Tourismus auf der Insel Hiddensee wurde in diesem Heimatmuseum durch zahlreiche historische Fotografien und Unterlagen gut dokumentiert.

Auch heutzutage zieht die beschauliche Insel Hiddensee noch zahlreiche Künstler an, welche vor Ort kreativ tätig sind. Disen Künstlern bietet das Heimatmuseum der Insel Hiddense eine Plattform, indem sie Räumlichkeiten vorhält, in denen Sonderausstellungen präsentiert werden. Der Schwerpunkt dieser Ausstellungen liegt auf Malerei und Fotografie. Was für unterschiedliche Formen der Bernstein besitzt, welchen man am Strand von Hiddensee finden kann, sieht man im sogenannten Bernsteinzimmer des Museums, in dem den Besuchern ein Teil der Sammlung von Ingolf Engels präsentiert wird, welcher seinen Lebensunterhalt als Bernsteinfischer verdient. Da die Insel Hiddensee ist auch ein Standort für die Forschung ist, die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald unterhält in Kloster eine biologische Forschungsstation, bekommt man im Museum auch einen kleinen Einblick in die Arbeit der Wissenschaftler. Die Öffnungszeiten des Heimatmuseums Hiddensee sind während der Saison deutlich länger. Da an den Osterfeiertagen viele Tagesbesucher auf die Insel Hiddensee kommen, gibt es an diesen Tagen deutlich längere Öffnungszeiten. Für Familien mit mehreren Kindern empfiehlt es sich eine sogenannte Familienkarte zu erwerben, mit der man deutlich billiger ins Museum kommt.

Adresse: Kirchweg 1 – 18565 Kloster
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 10:00 – 16:00 Uhr (Mai bis Oktober) und Donnerstag bis Samstag 11:00 – 15:00 Uhr (von November bis März) sowie Ostern 10:00 – 16:00 Uhr