Kirchenruine Steinfurth

Kirchenruine Steinfurth

Kirchenruine Steinfurth


Die Ruine der Steinfurther Kirche dürfte wohl auch Caspar David Friedrich gekannt haben, schließlich erkundete er auch das vorpommersche Hinterland, wie ein Aquarell das sich im Besitz des New Yorker Morgan Library & Museum belegt, auf dem er im Jahre 1825 die Ruinen der Veste Landskron festhielt. Demgegenüber wäre der Weg nach Steinfurth deutlich kürzer gewesen, den er von seiner Heimatstadt Greifswald aus hätte zurücklegen müssen. Selbst wenn er sie nicht gekannt hätte, wäre sie ein dankbares Objekt seiner Darstellung gewesen.

Einige alte eiserne Grabkreuze säumen die nähere Umgebung der verfallenen Kirche, sie erinnern stark an sein Gemälde Friedhof im Schnee, denn genauso wie die auf diesem Bild festgehaltenen Grabmahle stehen sie schief und krumm auf dem einsamen Gottesacker des kleinen Dörfchens herum. Dieses Stückchen Romantik hat wohl auch Theodor Alexander von Bismarck-Bohlen dazu bewogen, die Grabkapelle seiner Familie in unmittelbarer Nähe der Ruine zu errichten. Der Entwurf der Kapelle stammt übrigens von Friedrich August Stüler, welcher auch am Umbau des Schweriner Schlosses beteiligt war.

Von der einstigen Pracht der kleinen Kirche kann man noch einiges erahnen, denn trotz des ruinösen Zustandes des Bauwerks sind noch viele Details erhalten geblieben. Für den Bau des dreijochigen Kirchenschiffes wurden zumeist Feldsteine verwendet, welches wie der Kirchturm Anfang des 14. Jahrhunderts entstanden sein soll. Mitte des 14. Jahrhunderts erhielt die Steinfurther Kirche auch einen Chor, der vollständig aus Backsteinen errichtet wurde und über ein aufwendiges Kreuzrippengewölbe verfügte. Währenddessen besaß der Chor offensichtlich nur ein Flachdach.

Da die südliche Wand des Chores und der Triumphbogen recht gut erhalten sind, kann man anhand des noch vorhandenen Mauerwerks die Ausmaße der einstigen Kirche erahnen. Im Gegensatz zu anderen Ruinen war die Kirchenruine Steinfurth aber kein direktes Opfer des Dreißigjährigen Krieges, denn ein türmische Wetter sollte die Schuld an ihrer Zerstörung tragen. Im Jahre 1664 wehte der Wind mal wieder so stark, dass der gotische Kirchturm einstürzte, dabei auf das Kirchenschiff fiel und es zertrümmerte. Übrig blieb ein Stück Romantik.