Kütertor Stralsund

Kütertor Stralsund
Kütertor Stralsund

Das Kütertor ist eines der beiden noch erhaltengebliebenen Landtore der mittelalterlichen Stadtbefestigung Stralsunds. Die Hansestadt Stralsund besaß ursprünglich einmal zehn Stadttore, von denen fünf Landtore und fünft Seetore waren. Schon im Jahre 1281 wurde das Kütertor zum ersten Mal urkundlich erwähnt, damals war es noch ein recht einfacher Bau. Im Jahre 1446 wurde dieser Vorgängerbau abgerissen und an dessen Stelle ein neues Stadttor errichtet, welches man noch heutzutage dieser Form sehen kann. In seinem Grundriss fällt es fast quadratisch aus, denn es besitzt eine Breite von 10,3 Metern und eine Tiefe von 10,4 Metern. Vollständig erhalten ist das Kütertor aber leider nicht, denn wie alle Stralsunder Stadttore war es ursprünglich einmal als Doppeltoranlage errichtet worden. Doppeltoranlagen besitzen ein Innentor und ein Außentor, welche beide durch einen Zwinger verbunden sind.

Mehrere gut erhaltene Stadttore dieser Bauart kann man heutzutage noch in der Altstadt von Neubrandenburg bewundern. Persönlich finde ich das Kütertor mit seinem Zeltdach mit einer Laterne, welche mit einem steilen Helm gekrönt wird, von den beiden Stralsundern Stadttoren am schönsten. Während die anderen Tore der Stadt ihre Namen nach benachbarten Städten oder einflussreichen Kaufmannsfamilien bekamen, ist die Herkunft des Namens des Tores bei benachbarten Handwerkern zu finden. In diesem Fall sind es die Fleischer, welche in dieser Gegend der Stadt das Fleisch und die Innereien von Schlachttiere verarbeitet haben. Wie viele andere Stadttore in anderen Städten diente auch das Kütertor viele Jahre als Stadtgefängnis. Erhalten geblieben ist auch das benachbarte Torschließerhaus, in welchem früher der Torschließer wohnte, welcher nicht nur die Fuhrwerke kontrollierte, sondern auch dafür verantwortlich war, dass das Stadttor vor Einbruch der Dunkelheit und bei Gefahr geschlossen wurde. Heutzutage findet man in diesem Gebäude ein rustikal eingerichtetes Restaurant.