Marienkirche Neubrandenburg

Marienkirche Neubrandenburg
Marienkirche Neubrandenburg

Die größte Kirche in der Stadt Neubrandenburg ist die Marienkirche. Sie ist eine neunjochige und dreischiffige Hallenkirche, welche sich an einer recht zentralen Lage inmitten der historischen Altstadt von Neubrandenburg befindet.Mit der Errichtung der Marienkirche wurde schon im Jahre 1248 begonnen, also schon in demselben Jahr, in welchem der Markgraf Johann I. von Brandenburg die Stadt Neubrandenburg gründete. Damals bestand sie aber aus einer Holzkonstruktion, welche auf einem Fundament aus Feldsteinen errichtet wurde. Etwa um das Jahr 1270 fing man an den hölzernen Vorgängerbau durch einen Bau aus Granit zu ersetzen. Letztendlich begann man dann aber doch die Kirche aus Backsteinen zu errichten. Die Bauarbeiten gingen recht schnell voran, denn schon im Jahre 1298 konnte der Chor der Marienkirche durch den Bischof von Havelberg feierlich geweiht werden. Anschließend begann man mit der Errichtung des Kirchenschiffes, welches etwa in der Mitte des 14. Jahrhunderts fertig gestellt wurde. Am imposanten Kirchturm wurde dann während der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts gebaut.

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Sehenswert und zudem bauhistorisch bedeutend ist der Ostgiebel der Marienkirche, welcher in den Jahren von 1292 bis 1297 errichtet wurde. Bei diesem Bauwerk wurde das erste Mal ein Maßwerk aus Backsteinen geschaffen, welcher später als Vorbild für andere Kirchenneubauten in Norddeutschland diente. Das freistehende und vorgeblendete Maßwerk des Ostgiebels besitzt sehr viele filigrane Fialen und Wimpergen und gilt daher zu Recht als ein Höhepunkt der architektonischen Gestaltung bei der norddeutschen Backsteingotik. Die Marienkirche von Neubrandenburg war nach ihrer Fertigstellung desöfteren ein Opfer höherer Gewalten und Kriegseinflüsse. Im Jahre 1591 ließ ein starker Sturm die Turmspitze herunterstürzen und 1614, nur ein paar Jahre später, wurde die Marienkirche das Opfer eines Stadtbrandes. Ein Blitz zerstörte 1655 nicht nur die Kirchturmuhr, sondern auch das Geläut. Am schlimmsten waren aber die Auswirkungen das großen Stadtbrandes im Jahre 1676, bei welchem der Kirchturm auf das Kirchenschiff fiel und das Gewölbe zerstörte. Die seit dem dreißigjährigen Krieg völlig verarmte Stadt Neubrandenburg konnte die Kirche nur mit einem Notdach aus Brettern versehen.

Dieser klägliche Zustand wurde erst in den Jahren ab 1832 beendet, als die Marienkirche wieder neu aufgebaut und im August des Jahres 1841 feierlich eingeweiht wurde. Etwas über hundert Jahre später, genauer gesagt am 29. April 1945 brannte die Stadt Neubrandenburg durch Brandschatzung durch die Rote Armee aus und zerstörte über achtzig Prozent der Gebäude. Zu den Opfern der Flammen gehörte auch diese Kirche, welche vollständig ausbrannte und jahrzehntelang ein Dasein als Kirchenruine fristeten musste. Es wurde zwar überlegt die Ruine abzureißen, doch besonn man sich und begann seit Mitte der 70er Jahre mit einem Wiederaufbau der Kirche, welche zu einer Konzerthalle umgebaut werden sollte. Die Innengestaltung des Konzertsaales wurde nach den Plänen des Architekten Pekka Salminen aus Finnland realisiert, welcher den Wettbewerb für die Gestaltung gewonnen hatte. Am 31. Juli 2001 war es dann das erste Mal, dass die Kulturkirche ihre Türen für kulturell interessiere Besucher öffneten konnte.