Marienkirche Rostock

Marienkirche Rostock
Marienkirche Rostock

Wenn man in Rostock eine Kirche besichtigen möchte, dann sollte es die Marienkirche sein. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Neuen Markt, an welchem sich auch das Rostocker befindet. Dank glücklicher Umstände waren die Beschädigungen während des zweiten Weltkrieges relativ klein. Es gab nur ein paar kleinere Schäden am Gebäude und die ursprüngliche Einrichtung der Kirche ist dadurch auch erhalten geblieben. Mit der Errichtung der Marienkirche, welche statt eines an dieser Stelle befindlichen Vorgängerbaus errichtet wurde, begann man im Jahre 1290. Die Bauarbeiten zogen sich bis etwa in die Mitte des 15. Jahrhunderts hin. Eine Besonderheit an der baulichen Ausführung ist das Querhaus, welches mittig auf das Langhaus trifft und mit diesem von der Länge her vergleichbar ist. Die Kirche wirkt daher auch von Außen sehr massiv und gedrungen. Diese Wirkung wird durch die nicht vorhandenen Strebepfeiler noch verstärkt.

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Von der gotischen Vorgängerkirche blieb nur der Turm stehen, welcher aber aufgrund des Baugrundes nicht erweitert wurde, sondern seine ursprüngliche Form behielt und nur um ein paar Meter erhöht wurde. Von außen kann man deutlich sehen, welche Teile der Kirche aus welcher Periode der Erbauung stammen. So wurde ab dem das Jahr 1400 herum gelb und grün glasierte Ziegelsteine verwendet, während man in der Zeit davor einfache Backsteine verwendete. Aufgrund der zentralen Lage der Kirche in der Altstadt von Rostock wurde sie zur Ratskirche. In ihren Räumlichkeiten wurde auch feierlich die Universität von Rostock gegründet. Ratskirchen waren seinerseits die Kirchen der Ratsleute und reichen Kaufleute, weshalb diese auch die prächtigste Ausstattung vorzuweisen hatten. Aufgrund des Bildersturms welcher in der Reformation auch in Rostock herrschte, stammt das meiste Inventar aus späterer Zeit. Von der mittelalterlichen Einrichtung ist unter anderem die astronomische Uhr aus dem Jahre 1472 erhalten geblieben. Von den ursprünglichen Altären existieren nur noch der sogenannte Rochusaltar und in Teilen der Marienaltar.

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Nach der Reformation wurden die meisten der vorhandenen mittelalterlichen Malereien überkalkt, so dass es außer einem Rankenfries in der Turmhalle, keine Malereien mehr an den Kirchenwänden zu finden waren. Bei Sanierungsarbeiten in den letzten Jahren konnten einige der verschwundenen mittelalterlichen Malereien wieder freigelegt werden. Die Rostocker Marienkirche gehört übrigens auch zu den Kirchen an der Ostseeküste, deren Inventar noch am komplettesten erhalten geblieben ist. Wenn man die Kirche betritt, dann wird man wahrscheinlich genauso positiv überrascht sein wie die meisten der etwa zweihunderttausend Touristen, welche im Jahr dieses sakrale Bauwerk besichtigen. Sehenswert sind unter anderem der in einer olivgrauen Farbe gehaltene barocke Hauptaltar mit seinen plastischen Figurengruppen und den goldenen Ornamenten und die kunstvoll gestaltete Kanzel. Die Kanzel stammt aus der Zeit der Renaissance wurde im Jahre 1574 gefertigt. Gegenüber dem Altar befindet sich auf der anderen Seite des Langhauses oberhalb der Fürstenempore ein prachtvoller Orgelprospekt. Dieser wurde gestalterisch mit dem Altar angepasst und wirkt auf die Betrachter von unten sehr imposant.

Von der übrigen Einrichtung der Marienkirche ist unter anderem die astronomische Uhr sehenswert. Diese besitzt eine Höhe von elf Metern. Die Besonderheit dieser Uhr ist ihr aus dem Jahre 1472 stammendes Uhrwerk, welches bis heute noch funktioniert. Alle weiteren Uhrwerke, welche sich in deutschen Kirchen befinden und noch aus dem Mittelalter stammen, haben bisher alle ihren Lebensgeist aufgegeben. Des Weiteren gibt es im Inneren der Kirche zahlreiche Kapellen und Altäre zu bewundern, welche noch heute von dem Reichtum der alten Hansestadt zeugen. Von diesem zeugt aber auch die monumentale Größe des Bauwerks, welches die Rostocker Marienkirche zur weltweit sechstgrößten Backsteinkirche macht.