Marienkirche Waren (Müritz)

Marienkirche Waren (Müritz)
Marienkirche Waren (Müritz)

Das Panorama der historischen Altstadt von Waren dominieren die Kirchtürme der beiden Pfarrkirchen, wobei der mit einer barocken Turmhaube geschmückte Turm der Marienkirche dann doch die meiste Aufmerksamkeit der Besucher auf sich ziehen kann. Aber nicht nur deshalb, denn im Kirchturm befindet sich auf einer Höhe von etwa 45 Metern eine Aussichtsplattform, von welcher man nach der Überwindung von 176 Stufen einen guten Ausblick über die Dächer der Stadt geboten bekommt, wobei man bei klarer Sicht bis weit auf die Müritz blicken kann. Der Ursprung der Warener Marienkirche liegt relativ weit zurück, denn bei der Errichtung der Kirche wurde auf die noch vorhandene Bausubstanz der ehemaligen Burgkapelle zurückgegriffen. Von diesem Bau sind die im romanischen Stil aus Feldsteinen gemauerte Chor und die Sakristei erhalten geblieben. Mit dem Wachstum der Stadt genügte diese nicht mehr den Ansprüchen und musste baulich erweitert werden. Aus diesem Grund errichtete man ein zusätzliches Langhaus, welches ursprünglich dreischiffig ausgeführt wurde.

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Dass man heutzutage nur noch eine einschiffige Hallenkirche vorfindet ist der Geschichte der Stadt geschuldet, in welcher es auch Zerstörungen gab. Bei der Marienkirche in Waren war der Grund der Zerstörung ein Brand während des dreißigjährigen Krieges, durch welchen die Deckenkonstruktion der Kirche einstürzte und das gesamte Gebäude ausbrannte. Die heutige Gestalt verdankt das Gebäude dem herzoglichen Hofbaumeister Johann Joachim Busch, nach dessen Plänen in den Jahren von 1790 bis 1792 die Kirche umgestaltet wurde. Bei diesem Umbau wurden die Mittelpfeiler entfernt, so dass sie seitdem eine Hallenkirche ist. Äußerlich behielt die Marienkirche aber ihr Aussehen. Die einzige äußerliche Veränderung kommt durch den um das Jahr 1800 errichteten Kirchturm. Den ursprünglichen mittelalterlichen Turm ergänzte man mit Dreiecksgiebeln, welche an der West und Ostseite des Turms angebracht wurden. Dieser wiederum wird von einer achteckigen Turmspitze gekrönt, welche einen schlanken kuppelförmigen Helm besitzt. Die Windfahne der Kirche sieht nicht wie meistens üblich ein Hahn aus, sondern besitzt die Form eines Schwans.

Die Decke der Kirche ist kein gemauertes Gewölbe, sondern eine Holzkonstruktion welche wie ein Spiegelgewölbe geformt wurde. Das Innere der Kirche ist seit dem Umbau im Stil des Klassizismus gehalten. Er ist in weiß gehalten und strahlt eine Schlichtheit aus, welche nur selten durch andersfarbige Elemente unterbrochen wird. Ein farbiger Blickfang ist aber das große Triumphbogenwandgemälde, welches in den nächsten Jahren wieder freigelegt werden soll und schon stellenweise wieder gut erkennbar ist. Anfang des 19. Jahrhundert malte der aus Malchin stammende Künstler Fritz Greve dieses Bild, welches aber schon in den 60er Jahren überstrichen wurde. Die Inneneinrichtung der Kirche wie beispielsweise die Kanzel stammt aus der Zeit Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Einzig das Kreuzigungsbild ist deutlich älter, denn es stammt aus der Mitte des 16. Jahrhundert. Das aus Italien stammende Bild hatte seinen ursprünglichen Platz aber nicht in der Marienkirche, sondern in der Kirche von Federow.