Naturerbe Zentrum Rügen

Naturerbe Zentrum Rügen

Naturerbe Zentrum Rügen


Schon von weitem kann man den etwa vierzig Meter hohen Aussichtsturm erspähen, der in der stilisierten Form eines Adlerhorstes aus den ihn umgebenden Baumwipfeln hervorragt. Bis zu seiner Fertigstellung im Jahre 2013 bildete noch der markante Turm des Forsthauses von Prora die höchste bauliche Erhebung inmitten des idyllischen Waldgebietes, welches sich einst im Besitz der Fürsten zu Putbus befunden hat. Im Jahre 1867 errichteten diese das Forsthaus im Stil des Historismus, wobei man sehr viele Ähnlichkeiten zum Jagdschloss Granitz feststellen kann, an welches das deutlich kleiner ausgefallene Forsthaus Prora relativ stark erinnert. Während die früheren Förster den umgebenden Wald wirtschaftlich nutzten, sollte er er in späteren Jahren zu einem militärischen Sperrgebiet erklärt werden, in dem sich die Natur fast völlig ungestört ausbreiten können. Das Resultat der jahrzehntelangen Schonung ist ein naturnaher Buchenmischwald durch den sich nun ein über einen Kilometer langer Baumwipfelpfad schlängelt, von dem aus die Besucher des Naturerbe Zentrum Rügen die in den Wipfeln der Bäume beheimatete Tierwelt aus nächster Nähe beobachten können.

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Den Baumwipfelpfad erreicht man über einen vierzehn Meter hohen Einstiegsturm. Dieses ist übrigens auch bequem mit Kinderwagen oder Rollstühlen zu schaffen, denn die Steigung beträgt maximal nur sechs Prozent. Auf dem etwa sechshundert Meter langen Baumwipfelpfad hat man dank der unterschiedlichen Höhen, welche von vier bis zu siebzehn Metern über dem Waldboden reichen, hat man die Möglichkeit die unterschiedlichen Bereiche der Bäume genauer unter die Lupe zu nehmen. Möglich macht dieses ein Geländer aus einem zwei Millimeter dickem Edelstahlseilnetz, welches eine Maschenweite von sechzig Millimetern aufweist. Dadurch wirkt das Geländer für die Besucher des Baumwipfelpfad fast durchsichtig, ohne jedoch seinen schützenden Charakter zu verlieren. Der Höhepunkt der Wanderung ist der Aufstieg in den Adlerhorst bei dem man etwa sechshundert Meter zurücklegt. Ungefähr zehn Runden muss man im Turm drehen, bis man auf der Aussichtsplattform angekommen ist.

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Hier befindet man sich auf etwa zweiundachtzig Metern Höhe, was deutlich niedriger als der Turm vom Jagdschloss Granitz ist, bei dem man eine Gesamthöhe von hundertvierundvierzig Metern erreicht. Im Gegensatz zum berühmtesten Aussichtsturm der Insel Rügen, bietet das Naturerbe Zentrum Rügen aber dank seiner Barrierefreiheit allen Besuchern die Möglichkeit einen weitläufigen Blick über die Insel schweifen zu lassen, der sich hinter der Aussicht die einem das Jagdschloss Granitz bietet, wahrlich nicht zu verstecken braucht. Vom Adlerhorst bietet sich nicht nur ein Blick über die Schmale Heide, in deren Ostteil der riesige Gebäudekomplex des geplanten KdF Bades Prora hinter den Baumwipfeln auszumachen ist. Südlich des kilometerlangen Kolosses aus Beton schließt sich das Ostseebad Binz an, hinter dem, auf dem sogenannten Tempelberg in der Granitz, der Turm des Jagdschlosses Granitz dessen Existenz bezeugt.

Lässt man den Blick nun nach Norden schweifen erblickt man die Stadt Sassnitz mit ihrem Fährhafen, während die auf der Schmalen Heide befindlichen Feuersteinfelder dank des dichten Baumbestandes schwer auszumachen sind. Westlich von Prora breitet sich der Kleine Jasmunder Bodden aus, ein Anblick den man mit eigenen Augen genießen kann. Für weiter entfernte Ziele benötigt man eine klare Sicht, welche den Besuchern einen Blick ermöglicht, der bis in die Hansestadt Stralsund reichen kann. Neben den Kirchtürmen der Stadt präsentiert sich auch die markante Rügenbrücke, wenn man in südwestlicher Richtung schaut. Lässt man den Blick in Richtung Süden über den Greifswalder Bodden schweifen, kann man den Turm vom Greifswalder Dom und das Seebad Lubmin erkennen, während auch bei besserer Sicht die Rügen vorgelagerte kleine Insel Vilm deutlich schwieriger auszumachen sein dürfte.

Ein markantes Detail ist die inmitten des Aussichtsturmes befindliche Buche, die schon mehr als siebzig Jahre alt sein soll und während des Aufstiegs die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht, jedenfalls bis die dreißig Meter Höhe erreicht sind, welche sie und viele den Aussichtsturm umgebende Bäume vorzuweisen haben, und den Blick über die Landschaft er Insel Rügen freigeben. Hier in luftiger Höhe spürt man den Wind, den auch die Seeadler in ihren Nestern ausgesetzt sind. Von Wind und Wetter ungeschützt ist auch die Aussichtsplattform, welche einen Rundumblick über die Region ermöglicht. Während man auf dem Baumwipfelpfad die Natur während des ganzen Jahres erkunden kann, bietet die im Informationszentrum befindliche Dauerausstellung weiterführende Informationen über die Flora und Fauna der Insel Rügen. Zudem werden Führungen in den Baumwipfelpfad angeboten, bei denen man gleich vor Ort auf interessante Dinge hingewiesen wird. Auftretende Hungergefühle kann man übrigens im Restaurant Boomhus bekämpfen, in welchem hauptsächlich regionale Produkte verarbeitet werden.

Adresse Forsthaus Prora 1 – 18609 Ostseebad Binz / OT Prora
Internet www.nezr.de
Öffnungszeiten Montag bis Sonntag 9:30 – 19:30 Uhr (Mai bis September), Montag bis Sonntag 9:30 – 17:30 Uhr (April und Oktober), Montag bis Sonntag 9:30 – 16:30 Uhr (November bis März)