Petrikirche Rostock

Petrikirche Rostock
Petrikirche Rostock

Von der ursprünglichen Pracht der Rostocker Petrikirche ist heutzutage nicht mehr viel zu erkennen, denn dafür waren die Zerstörungen während des zweiten Weltkrieges viel zu schwer ausgefallen. Die erste urkundliche Erwähnung des Gotteshauses stammt aus dem Jahre 1252. Damit ist die Petrikirche auch die älteste Kirche der Hansestadt Rostock. Der ursprünglich an der Stelle vorhandene Kirchenbau wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts zu einer dreischiffigen Basilika mit vier Jochen umgebaut. Zu dieser Zeit erhielt der Kirchturm der Petrikirche auch seinen prägnanten gotischen Turmhelm. Bei den britischen Bombenangriffen im Jahre 1942 fing der Kirchturm an zu brennen, genauso wie die mittelalterliche Inneneinrichtung der Kirche, welche bei dem Brand fast vollständig zerstört wurde. Nur wenige der ursprünglichen Einrichtungsstücke konnten durch die Bürger der Stadt gerettet werden. Dieses historische Inventar kann man heutzutage wieder bei einer Besichtigung der Kirche sehen.

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Stark beschädigt wurden auch die Gewölbe der Petrikirche. Es ist nur das Gewölbe vom nördlichen Seitenschiff erhalten geblieben, die Gewölbe vom südlichen Seitenschiff und das vom Hauptschiff stürzten aufgrund der schweren Treffer ein und wurden bei der Rekonstruktion der Kirche nicht wieder aufgebaut. Anstatt des Gewölbes findet man heutzutage ein flaches bemaltes Holzdach im Inneren der Kirche. Außer dem geretteten mittelalterlichen Inventar, findet man hauptsächlich zeitgenössische Bilder mit biblischen Motiven an den mit weißer Farbe getünchten Wänden. Der hohe Kirchturm, welcher nach der Zerstörung nur mit einem Notdach versehen wurde, bekam vor ein paar Jahren wieder die gotische Turmspitze zurück, welche dafür verantwortlich ist, das die Petrikirche von Rostock mit ihre nun wiedererlangten Höhe von hundertsiebzehn Metern, die höchste Kirche der Hansestadt Rostock ist.

Bei schönem Wetter mit klarer Sicht sollte man ruhig auf die vorhandene Aussichtsplattform im Kirchturm fahren. Von hier aus hat man einen guten Blick über die Rostocker Altstadt und bei sehr klaren Sichtverhältnissen auch über das gesamte Stadtgebiet sogar bis nach Warnemünde. Die Aussichtsplattform, welche sich in etwa fünfundvierzig Metern Höhe befindet, kann man entweder über die hundertfünfundneunzig Treppenstufen erreichen, wovon die ersten Stufen diejenigen einer gemauerten Wendeltreppen sind und die übrigen die einer Holztreppe, welche sich im Inneren des Kirchturms befindet, oder mit dem vorhandenen Fahrstuhl, mit welchem man die Aussichtsplattform innerhalb kürzester Zeit bequem erreichen kann. Da es egal ist, ob man den Fahrstuhl nutzt oder die Treppen nimmt, würde ich die Benutzung des Fahrstuhls vorziehen. Aus Sicherheitsgründen wurden die auf der Aussichtsplattform vorhandenen Fenster mit einem Gitter gesichert, was die Möglichkeit zu Fotografieren doch etwas beeinträchtigt, da die Aussparrungen, welche bei vier der vorhandenen acht Fenstern für die Kameras angebracht wurden, relativ hoch positioniert sind, was es dann doch etwas umständlicher macht, an diese Öffnungen zu gelangen. Ansonsten sollte man sich auch in der unmittelbaren Umgebung der Kirche umschauen, denn an der östlichen Seite der Kirche findet man noch einige Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer.