Rathaustür Greifswald

Rathaustür von Greifswald
Rathaustür von Greifswald

Die historische Altstadt von Greifswald konnte durch eine kampflose Übergabe an die Rote Armee vor einer völligen Zerstörung bewahrt werden und so dem Schicksal entgehen, welches viele andere Städte in der Region erleiden mussten. Diesen Wendepunkt in der Greifswalder Geschichte wählte man im Jahre 1965 auch als ein Motiv für eine Neugestaltung der Rathaustür, welche durch den aus der Hansestadt Rostock stammenden Bildhauer Jo Astram gestaltet wurde. Die Gestaltung der Rathaustür sollte als eine Art Mahnmal an den 20. Jahrestag des Kriegsendes erinnern. Auf der Bronzetür findet man einige Reliefs und Inschriften, welche bestimmte Geschichten erzählen. Auf dem unteren Relief findet man eine Darstellung über das Leiden in den Konzentrationslagern und über die Bildung von politischen Gruppierungen, welche in dieser Zeit Widerstand gegen die Diktatur geleistet haben.

In dem mittleren Relief , welches sich rechts oberhalb der Türgriffe befindet, sieht man das Motiv der Übergabe. Auf der rechten Seite sieht man einen deutschen Soldaten, welcher seine Waffe übergibt, und einige Zivilisten. Auf der linken Seite findet man wiederum ein paar sowjetische Soldaten, während sich unterhalb der beiden Gruppen ein totes Pferd befindet. In dem oberen Relief findet man einige Szenen welche nach dem Kriegsende anzusiedeln sind. So sieht man kleine Kinder spielen, Studenten einer Vorlesung lauschen und mehrere Leute einen Mast aufrichten. Diese Szenen werden mit einem Zitat der ersten Strophe der Kinderhymne von Berthold Brecht unterstrichen.