Rubenowplatz Greifswald

Rubenowplatz Greifswald
Rubenowplatz Greifswald

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Lange Zeit glaubte man, dass sich im frühen Mittelalter an der Stelle des heutigen Rubenowplatzes der ehemalige Markplatz der sogenannten Neustadt von Greifswald befand. Bei der Verleihung des Stadtrechtes, durch welches die Altstadt und Neustadt mit einer schützenden Stadtmauer umgeben werden durfte, wurde auch die Anzahl der Marktplätze in der Stadt festgelegt. Daher nahm man an, dass es einmal für kurze Zeit einen Marktplatz in der Neustadt gegeben haben könnte. Aufgrund einer Neugestaltung des Rubenowplatzes konnten im Jahre 2005 einige archäologische Ausgrabungen auf dem Gelände vorgenommen werden. Einige Hinweise auf eine mögliche Bebauung fand man in historischen Aufzeichnungen und dank der vielfältigen Funde konnte belegt werden, dass sich auf dem Gelände einmal einige Häuser befunden haben. Man fand unter anderem einige Fundamente, Keller und Feuerstellen sowie einige Hinweise auf den Verlauf der ehemaligen Grundsstücksgrenzen. Interessant waren aber auch die Funde germanischer Siedlungsspuren aus dem 2. und 3. Jahrhundert, welche bei diesen Ausgrabungen ans Tageslicht kamen. In der Zeit nach dem dreißigjährigen Krieg litt die Bausubstanz in der Greifswalder Neustadt am stärksten und so kam es auch dazu, dass das Gelände des heutigen Platzes für lange Zeit wüst war.

Nachdem in den Jahren von 1747 bis 1750 das neue repräsentative Hauptgebäude der Universität Greifswald errichtet wurde, beschloss man das Gelände nicht wieder zu bebauen, sondern einen Platz vor dem Hauptgebäude zu lassen. Etwa um das Jahr 1800 herum begann man den Platz zu gestalten und pflanzte um ihn einige Lindenbäume, welche heutzutage dort immer noch stehen. Anfang des 19. Jahrhunderts nutzte das in Greifswald stationierte 2. Pommersche Bataillon den damals noch als Collegienplatz betitelten Platz für Exerzierübungen. Im Jahre 1856 wurde zum 400. Jubiläum der Universität das Rubenow-Denkmal eingeweiht und ein Jahr später durch Peter Joseph Lenné, dem wohl bekanntesten preußischen Gartenbaumeister, der nun nach dem Gründer der Universität umbenannten Platz gartenarchitektonisch neu gestaltet. Die letzte größere Umgestaltung erfuhr der Rubenowplatz zum 500. Jubiläum der Universität, bei welcher er sein heutiges Aussehen erhielt. Sehenswert ist an diesem Platz ist nicht nur das Rubenow-Denkmal, sondern auch das sich auf der Südseite befindliche barocke Hauptgebäude der Universität mit seiner berühmten Aula und die kleine St. Jakobi-Kirche, welche man auf der Westseite des Platzes findet.