Sassnitz

Strandpromenade Sassnitz

Strandpromenade Sassnitz


Aufgrund der steinigen Strände ist Sassnitz eher ein Ziel für Fossiliensammler als für Badegäste und der Startpunkt für einen Ausflug in den Nationalpark Jasmund. Ende des 19. Jahrhundert begann man beim Fischerdörfchen Sassnitz einen Fährhafen zu errichten, welcher unter anderem für die Königslinie nach Schweden gedacht war. Seitdem begann sich dieser kleine Ort am Rande der Kreidefelsen langsam zu einem Seebad zu entwickeln. Die reetgedeckten Fischerhäuser, welche man hier vorher vorfinden konnte, wichen kunstvoll gestalteten Pensionen, welche den hier Ruhe und Erholung suchenden Gästen eine angemessene Unterkunft boten. Bekannt wurde Sassnitz wegen der hier angebotenen Kreideheilbäder, welche zahlreiche Prominenz, unter anderem Theodor Fontane und den deutschen Kaiser, in den Ort lockte. Den Stadtstatus erhielt Sassnitz erst im Jahre 1957. Während der Zeit der DDR litt die Bausubstanz der Häuser stark, da diese eigentlich nur für den Sommerbetrieb errichtet, aber das ganze Jahr genutzt wurden. Seit einigen Jahren werden die alten Gebäude in der Stadt aufwendig saniert und die Altstadt von Sassnitz fängt langsam wieder an in einem neuem Glanz zu erstahlen.

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Sassnitz ist gut mit dem Auto zu erreichen. Von Stralsund aus muss man nur auf der Bundesstraße 96 bleiben, welche direkt zum Ziel führt und hier auch endet. Mit der Bahn ist die Stadt auch gut zu erreichen, denn zwischen der Hansestadt Stralsund und Sassnitz verkehrt während des Tages stündlich ein Regionalexpress. Beachten muss man aber, dass jeder zweite Zug aus Richtung Stralsund das Ostseebad Binz als Ziel hat, so dass man in Lietzow umsteigen muss. Sassnitz ist auch gut mit den Bussen des RPNV angebunden und viele Ziele sind mit dem Bus erreichbar. Der Busbahnhof befindet sich in unmittelbarer Nähe vom Bahnhof, so dass das Umsteigen sich unproblematisch gestaltet. Von hier aus kann man ganz bequem zum Nationalpark Jasmund fahren. Wenn man längere Strecken auf der Insel Rügen mit Bus und Bahn zurücklegen möchte, kann man mit dem Bernsteinticket für den Bereich Hansestadt Stralsund und Rügen eine Menge Geld sparen.

Eines der größten genauer genommen längsten Sehenswürdigkeiten in der Stadt Sassnitz ist die Außenmole, welche in der endgültigen Form im Jahre 1912 fertig gestellt wurde und eine Länge von 1450 Metern besitzt. Damit ist sie das längste Bauwerk dieser Art in ganz Europa. An der Spitze der Mole befindet sich eine Aussichtsplattform auf welcher sich auch ein zwölf Meter hoher Leuchtturm befindet, welcher im Jahre 1904 erbaut wurde. Die im Jahre 1889 ursprünglich erbaute Mole besaß nur eine Länge von 380 Metern und war zur Landseite offen. Da diese Mole bei starkem Ostwinden nicht ausreichend Schutz vor den Meeresgewalten bot, wurde ein paar Jahre später diese Lücke geschlossen. Zusätzlich verlängerte man die Mole im Westen, was die Länge des Bauwerks auf einen ganzen Kilometer ansteigen ließ. Im Jahre 1912 verlängerte man die Mole um weitere 450 Meter, da die die ursprüngliche Länge für das neue Fährterminal nicht mehr ausreichte. Bei schönem Wetter sollte man ruhig einmal bis zur Spitze der Mole laufen. Von dort aus kann man bei klarer Sicht bis zur Steilküste der Granitz schauen, wo sich auch das Ostseebad Binz befindet.

Um eine bessere Verbindung des Stadtzentrums von Sassnitz mit dem Stadthafen zu erreichen, wurde im Jahre 2007 eine 274 Meter lange Brücke für Fußgänger und Radfahrer gebaut, welche vom oben gelegenen Rügen-Platz zum westlichen Ende des Stadthafens führt, wo sich auch der sogenannte Glasbahnhof befindet, in welchem das Museum für Unterwasserarchäologie zu finden ist. Die Konstruktion dieser architektonisch gelungenen Brücke, welche als eine einseitig aufgehängte Hängebrücke ausgeführt ist, wurde im Jahre 2010 eine Auszeichnung mit dem Deutschen Brückenbaupreis zuteil. Von der Brücke, welche einen Höhenunterschied von gut zweiundzwanzig Metern überbrückt, hat man einen schönen und ungestörten Blick auf den Hafen mit der Mole und die dahinterliegende Ostsee. Aber auch vom Hafen aus gesehen hinterlässt dieses moderne Bauwerk keinen allzu dominanten Eindruck auf die Betrachter, da sich die filigrane Konstruktion einer sanft geschwungenen Hängebrücke sehr gut in die Umgebung ihres Standortes anpasst.

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Im ehemaligen Fähranleger der Königslinie, welcher aufgrund der gläsernen Konstruktion der Außenwände auch als Glasbahnhof bezeichnet wird, befindet sich das Museum für Unterwasserarchäologie. In diesem Museum werden zahlreiche Funde gezeigt, welche vom Grund der Ostsee oder Seen in Mecklenburg-Vorpommern geborgen worden sind. Dieses Museum ist derzeitig aber aufgrund von aufwendigeren Sanierungsmaßnahmen geschlossen. In unmittelbarer Nähe befindet sich ehemals britische U-Boot HMS Otus, welches im Inneren fast vollständig erhalten geblieben ist und nun an diesem Ort durch interessierte Besucher besichtigt werden kann. Am anderen Ende des Hafens liegt das Fischerei- und Hafenmuseum, welches eine Ausstellung über die Geschichte der Stadt Sassnitz und ihres Hafens sowie der Geschichte der Fischerei auf der Insel Rügen zeigt. Etwas außerhalb befindet sich das Nationalparkzentrum des Nationalparks Jasmund, in welchem man interessante Dinge über die Entstehung der Insel Rügen sowie der Flora und Fauna des Naturschutzgebietes erfahren kann.
Stadthafen

Das wahre Leben spielt sich in Sassnitz im Stadthafen ab. Nicht nur dass man hier alle Museen an einem Platz vorfindet, der Hafen ist auch das touristische Zentrum der Stadt Sassnitz. Von ihren Liegeplätzen aus, welche sich im östlichen Teil das Hafens von befinden, bieten einige größere Ausflugsschiffe mehrmals am Tag eine Tour auf der Ostsee an, bei welchen sie bis direkt zu den beeindruckenden Kreidefelsen fahren, welche dem schönen Nationalpark Jasmund sein markantes Gesicht verleihen. Bei schönem klarem Wetter sollte man einmal eine solche Tour gemacht haben, denn von der Wasserseite aus bieten sie einen schönen und imposanten Anblick. Im Hafen findet man nicht nur einige Fischerboote, an einigen Fischkuttern am Anfang der Mole bekommt man übrigens auch frisch geräucherten Fisch und leckere Fischbrötchen, sondern auch viele Yachten und Segelboote. Wer gerne Fisch isst, kommt beim Fabrikverkauf der Neuen Rügenfisch auf seine Kosten, welcher die beliebten Produkte der hier vor Ort in Sassnitz produzierten Fischkonserven deutlich günstiger, als es sie sonst irgendwo im Laden zu kaufen gibt, anbietet und zudem eine größere Auswahl an Sorten bietet.

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Die Stadt Sassnitz besitzt auch eine Strandpromenade, welche schon im Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Hier findet man eine Architektur vor, welche für die damalige Zeit für die Ostseebäder typisch war. Hier finden man auch eine kleine Seebrücke, welche aber im Vergleich zu den anderen Seebrücken, welche man sonst noch auf der Insel Rügen finden kann, äußerst bescheiden ausgefallen ist. Im Kurpark von Sassnitz findet man mit dem Musikpavillon Seemuschel, welcher sich auf dem Kurplatz befindet, ein schönes architektonisches Kleinod des ostdeutschen Baumeisters Ulrich Müther. Am Ende der Promenade kann man einen Großen Findling sehen, welcher aufgrund seiner imposanten Größe den Namen Klein Helgoland trägt.

Im Zentrum der Stadt Sassnitz steht auf einem Hügel die St.Johannes-Kirche. Eigentlich befindet sie sich zwischen den ursprünglichen Dörfern Alt-Sassnitz und Crampas, aus welchen die Stadt Sassnitz einst hervorgegangen ist. Diese Kirche gehört zu den jüngeren Kirchenbauten, welche man auf der Insel Rügen finden kann. Da durch den Fährhafen und die ständig anwachsende Anzahl der Kurgäste der Ort immer größer und wichtiger wurde, beschloss man hier eine eigene Kirche zu errichten. Im Jahre 1880 begann man schließlich mit dem Bau. Schon drei Jahre später wurde die Kirche eingeweiht. Der Einbau der Orgel war im Jahre 1899 vollbracht. Während des ersten Weltkrieges wurden die Glocken der Kirche eingeschmolzen und konnten erst 1924 durch neue ersetzt werden. Heutzutage wird die Kirche für viele Konzerte genutzt, welche während der Saison den Kurgästen geboten werden. Den einzigen Tierpark auf der Insel Rügen findet man in Sassnitz. In diesem sind sechzig verschiedene Tierarten beheimatet. Bei schlechterem Wetter bietet sich der Alaris Schmetterlingspark an, welcher sich im Westen der Stadt befindet.