Seebrücke Koserow

Seebrücke Koserow

Seebrücke Koserow


Von den vielen Seebrücken auf der Insel Usedom befindet sich die älteste Seebrücke im Ostseebad Ahlbeck, die längste Seebrücke im Ostseebad Heringsdorf und die mit zweihunderteinundsechzig Metern Länge kürzeste Seebrücke im Ostseebad Koserow. Hier am sogenannten Fischerstrand, in dessen unmittelbarer Nähe sich auch die historischen Koserower Salzhütten befinden, erwartet die Besucher ein Ausblick auf den imposanten Streckelsberg, der mit seinen gut sechzig Metern Höhe die zweithöchste Erhebung auf der Insel Usedom darstellt. Nur der Golm im Osten der Insel fällt mit seinen neunundsechzig Metern Höhe noch etwas größer aus. Bei sehr klarer Sicht, die für gewöhnlich nach mehreren Tagen mit Ostwind vorhanden ist, hat man zudem einen guten Blick auf die Insel Rügen und die Steilküste der dazugehörigen Halbinsel Mönchgut, natürlich aber auch auf die nordwestlich von Koserow gelegene Greifswalder Oie mit ihrem markanten Leuchtturm, der mit seinem nächtlichen Leuchtfeuer für die Sicherheit auf der umliegenden Ostsee sorgt.

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Die Koserower Seebrücke ist, wenn man einmal von dem pyramidenförmigen Wachturm für die dort stationierten Rettungsschwimmer absieht, auch in ihrer heutigen Form ein Ausdruck einer gewissen Bescheidenheit, den das ehemalige Fischerdorf schon seit seiner Wandlung zum Seebad ausdrückt. Im Gegensatz zu den drei Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck im Osten der Insel Usedom oder dem nur wenige Kilometer entfernten Ostseebad Zinnowitz, fand man hier keine lange Strandpromenade mit großen Villen im Stil der Bäderarchitektur vor, auf der man flanieren konnte. Hier vermieteten die Einheimischen die Unterkünfte in ihren Häusern an die Urlaubsgäste und besserten sich damit ihren recht kargen Lebensunterhalt auf. Entsprechend schlicht fiel auch die ursprünglich errichtete Seebrücke aus, welche damals über keinerlei repräsentative Aufbauten verfügte, sondern nur über einen einfachen Seesteg, über dem man von Festland aus, die Ausflugsdampfer erreichen konnte, mit denen man bequem aus Swinemünde anreisen beziehungsweise wieder abreisen konnte. Zumindest galt dieses bis zum Jahre 1911, denn in diesem Jahr erhielt Koserow einen Eisenbahnanschluss.

Deutlich aufwendiger waren die nach den beiden Geschlechtern getrennten Badeanstalten gestaltet, welche zur Kaiserzeit noch am Strandabschnitt unterhalb der Steilküste zu finden waren und den damaligen sittenstrengen Badegästen ein erfrischendes Bad in der Ostsee ermöglichten. Wie viele andere Seebrücken an der deutschen Ostseeküste, sollte auch die Koserower Seebrücke im strengen Winter des Jahres 1942 durch die Kraft der Eismassen zerstört werden. Viele Jahrzehnte mussten ins Land gehen, bevor das Ostseebad Koserow wieder eine eigene Seebrücke hatte. Erst im Frühjahr des Jahres 1993 begann man mit dem Wiederaufbau des Bauwerks, welches schon ein paar Monate später eingeweiht werden konnte. Dass aber auch die besseren Baustoffe, man verwendete beim Wiederaufbau statt den früher üblichen Holzpfählen betongefüllte Stahlrohre, nicht unbedingt den Kräften des Meeres trotzen können, musste man aber schon zwei Jahre später erkennen, als bei einem starken Novembersturm die neue Seebrücke zum ersten Mal beschädigt wurde. Nicht destotrotz bietet die Seebrücke von Koserow einen der schönsten Ausblicke auf die abwechslungsreiche Küstenlinie der Insel Usedom, welche an dieser Stelle durch die Steilküste des Streckelbergs dominiert wird.