Verkaufsoffene Sonntage in Mecklenburg

der Karstadt in Wismar

der Karstadt in Wismar


In der Verordnung über erweiterte Ladenöffnungszeiten in Kur- und Erholungsorten, Weltkulturerbestädten sowie in anerkannten Ausflugsorten und Ortsteilen mit besonders starkem Fremdenverkehr hat Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern die Möglichkeit der verkaufsoffenen Sonntage geregelt. Bei der letzten Änderung dieser Bäderverkaufsverordnung wurden die rechtlichen Grundlagen, welche es den in der Verordnung erwähnten Orten erlauben, zu bestimmten Anlässen Sonntagsöffnungen freizugeben, weiter verschärft und damit einer Reihe von Orten dieses Recht entzogen. Betroffen sind hauptsächlich die kreisfreien und großen kreisangehörigen Städte von Mecklenburg-Vorpommern, welche keine Kur- und Erholungsorte beziehungsweise anerkannten Ausflugsorte sind. Damit verloren gleich einige der größten Städte Mecklenburg-Vorpommerns ihre verkaufsoffenen Sonntage, wovon die meisten sich im mecklenburgischen Landesteil befinden. Diese Städte können sich aber noch auf das Ladenöffnungsgesetz berufen, welches den Verkauf zu besonderen Anlässen auf Antrag an bis zu vier Terminen pro Jahr erlaubt.

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Einzig die Landeshauptstadt Schwerin könnte sich ein paar Hoffnungen machen, irgendwann wieder an weiteren Terminen zum sonntäglichen Shoppen laden zu können, denn sollte die Bewerbung um Anerkennung als Weltkulturerbe positiv beschieden werden, dürfte die Bäderverkaufsverordnung zugunsten der Landeshauptstadt verändert werden und Schwerin sich zu den bisherigen Weltkulturerbestädten Stralsund und Wismar dazugesellen, welche ihren Besuchern bis zu sechszehn Mal pro Jahr sonntägliche Einkaufserlebnisse bieten können. Bis dahin gesellt sich Schwerin aber in die Reihe von Städten wie Rostock, Neubrandenburg, Güstrow, Parchim und Ludwigslust, welche ebenso von den Änderungen betroffen sind. Eine Ausnahme aus dieser Liste dürfte aber die Hansestadt Rostock darstellen, welche mit den Ortsteilen Diedrichshagen, Markgrafenheide und natürlich dem Ostseebad Warnemünde über eigene Erholungsorte verfügt und gewissermaßen doch noch über mehr als die vier durch das Ladenöffnungsgesetz möglichen verkaufsoffenen Sonntage verfügt, zumindest wenn man die Auslegung nicht so streng sieht.

Geblieben sind einzig die maximal vier verkaufsoffenen Sonntage im Jahr, mit denen die Einzelhändler der Rostocker Altstadt an bestimmten Terminen von den Menschenmassen profitieren können, welche zum alljährlichen Ostermarkt oder dem traditionellen Rostocker Weihnachtsmarkt die geöffneten Läden und Geschäfte für einen spontanen Einkaufsbummel nutzen. Ein Trost für diejenigen Leute, welche in der Nähe von Lübeck oder Hamburg wohnen sollten, bleibt die Tatsache, dass diese beiden Hansestädte dank der liberaleren Einstellung ihrer Landesregierungen weiterhin ihre vier verkaufsoffenen Sonntage pro Jahr haben und für die ländliche Bevölkerung im grenznahen Raum eine willkommene Alternative für den sonntäglichen Einkaufsbummel darstellen. Die wenigsten Einkaufmöglichkeiten hat nach der aktuellen Regelung der Landkreis Ludwigslust-Parchim zu bieten, in dem einzig Plau am See als Luftkurort und die an der Elbe gelegenen Stadt Dömitz während der Urlaubssaison Sonntagsöffnungszeiten zu bieten haben.

Auch der Landkreis Nordwestmecklenburg hat mit den Ostseebädern Boltenhagen und Insel Poel, sowie dem Städtchen Klütz und dem kleinen Örtchen Wohlenberg nicht gerade viele Orte zu bieten, kann sich zumindest aber mit der Kreisstadt Wismar brüsten, welche sich als Weltkulturerbestadt zu den Orten auf der Liste gesellt. Auch der benachbarte Landkreis Rostock hat dank seiner vergleichbar kurzen Ostseeküste eine überschaubare Anzahl an Orten aufzubieten, die alle, wenn man einmal von der Stadt Bad Doberan absieht, alle am Meer liegen. Neben dem Ostseebad Heiligendamm, in dem einst das deutsche Bäderwesen begründet wurde, zählen dazu die Ostseebäder Rerik, Kühlungsborn, Nienhagen und Graal-Müritz. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte kann mit seinen Erholungsorten punkten, denn nicht nur der zentral gelegene Luftkurort Waren (Müritz) kann seinen Gästen Sonntagsöffnungszeiten bieten, sondern auch eine Reihe kleiner Städtchen, welche von Erholungssuchenden aufgesucht werden.

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Ob Mirow oder Wesenberg im Süden, Feldberg im Osten oder Krakow am See im Norden des Landkreises, zwischen diesen Orten findet man noch weitere anerkannte Ausflugsorte, die von der aktuellen Bäderverkaufsverordnung profitieren. Zumindest eine positive Änderung hat die neue Verordnung für die Kunden gebracht, denn nun können die Läden und Geschäfte in den privilegierten Orten in der Zeit von 12:00 bis 18:00 Uhr öffnen, also eine Stunde länger. Dafür wurden aber die zum sonntäglichen Verkauf erlaubten Produktkategorien deutlich verringert, denn die Verordnung über erweiterte Ladenöffnungszeiten in Kur- und Erholungsorten, Weltkulturerbestädten sowie in anerkannten Ausflugsorten und Ortsteilen mit besonders starkem Fremdenverkehr hat Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern legt ein klares Augenmerk auf Waren, welche dem täglichen Verbrauch entsprechen und touristisch relevant sind. Dazu gehören unter anderem Lebensmitteln und Körperpflegemitteln, Bücher und Zeitschriften, Bekleidung und Lederwaren, Spielwaren und Sportartikel, sowie Kunstgewerbe und Geschenkartikel.

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Für Baumärkte, Möbelgeschäfte oder Autohäuser bleibt wie schon zuvor keine Möglichkeit an Sonntagen zu öffnen. Für einige Erholungsorte gibt es zudem eine Ausnahmeregelung was den Ostersonntag und den Pfingstsonntag betrifft, denn in Boltenhagen, Graal-Müritz, Kühlungsborn, Waren (Müritz) und Warnemünde können die Läden und Geschäfte auch an diesen Feiertagen die Türen für ihre Kundschaft öffnen. Die Saison, welche für die Termine der verkaufsoffenen Sonntage ausschlaggebend ist, beginnt laut der aktuellen Bäderverkaufsverordnung am 15. März eines Jahres und endet am ersten Sonntag im November, unter Umständen auch am ersten Sonntag im Januar, was aber von der Terminfestlegung außerhalb der Saison abhängig ist, denn die maximale Anzahl an Terminen darf nicht überschritten werden.

Die aktuellen Termine der verkaufsoffenen Sonntage in Mecklenburg-Vorpommern findet man hier.

Landkreis Orte mit verkaufsoffenen Sonntagen

Mecklenburgische Seenplatte

Boeck Canow Feldberg, Göhren-Lebbin, Granzow, Klein Quassow, Krakow am See, Malchow, Mirow, Penkow, Rechlin, Röbel/Müritz, Waren (Müritz), Wesenberg, Wustrow

Hansestadt Rostock

Diedrichshagen, Markgrafenheide, Warnemünde

Ludwigslust-Parchim

Dömitz, Plau am See

Landkreis Rostock

Bad Doberan, Heiligendamm, Graal-Müritz, Kühlungsborn, Nienhagen, Rerik

Nordwestmecklenburg

Boltenhagen, Insel Poel, Klütz, Wismar, Wohlenberg