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Neubrandenburg

Stargarder Tor Neubrandenburg

Stargarder Tor Neubrandenburg


Die pommerschen Herzöge hatten es scher sich gegen die übermächtigen Brandenburger zu behaupten, die nach und nach große Gebiete eroberten und so ihr eigenes Herrschaftsgebiet auf Kosten der nördlichen Nachbarn vergrößerten. Zu diesen Ländereien gehörte auch die Herrschaft Stargard, die im Jahre 1236 durch den Vertrag von Kremmen an die brandenburgischen Markgrafen fiel. Diese begannen sogleich ihr neu erworbenes Territorium zu sichern, indem sie schon im Jahr des Landerwerbs mit der Errichtung der Burg Stargard begannen, aber auch Städte gründeten, welche für die Wirtschaft des zu dieser Zeit noch sehr dünn besiedelten Landstrichs notwendig waren. So war es mit Otto III. ein Brandenburger, der im Jahre 1248 am nördlichen Ufer des Tollensesees eine neue Stadt gründete und dieser einen Namen gab, der der noch heute an die kurze Episode der brandenburgischen Herrschaft über die Region erinnert.

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Nur wenige Jahrzehnte sollte das Land Stargard in den Besitz der Mecklenburger gelangen, als Fürst Heinrich II. zu Mecklenburg im Jahre 1292 Beatrix von Brandenburg ehelichte, die mit diesen Ländereien eine durchaus als anständig zu bezeichnende Mitgift in die Ehe brachte, die das mecklenburgische Herrschaftsgebiet deutlich vergrößerte. Lange Zeit gab es noch Streit um das Gebiet, die Mecklenburger konnten diesen aber für sich entscheiden. Die Stadt wurde zu einem Motor der Entwicklung in der Region, was auch mit dem Bau des Franziskanerklosters sichtbar wurde. Die Mönche des Franziskanerordens kamen schon kurz nach der Stadtgründung nach Neubrandenburg. Sie ließen sich im nördlichen Teil der Altstadt nieder und errichteten hier eine vierflügelige Anlage. Im südlichen Flügel errichteten sie mit der St. Johannis-Kirche eine kleine Feldsteinkirche, welche nach einem Brand neuaufgebaut und vergrößert wurde. Nach der Säkularisation während der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und die Räumlichkeiten des Klosterkomplexes als Armenhaus von Neubrandenburg genutzt.

Das Dormitorium, in welchem sich die Schlafräume der Mönche befanden, war im Ostflügel der Anlage. Dieser Teil der Anlage existiert aber heutzutage nicht mehr, da er schon im Jahre 1614 einem Brand zum Opfer fiel und anschließend nicht wiederaufgebaut wurde. Außer der Johanniskirche sind von dem ursprünglichen Klosterkomplex noch das Refektorium, in welchem sich der Speisesaal und die Küche des Klosters befanden, und der Westflügel, in welchen die Laienbrüder wohnten, erhalten geblieben. Die zweischiffige Johanniskirche ist die vormalige Klosterkirche des ehemaligen Franziskanerklosters, befindet sich direkt neben der Kirche. In ihr hielten im Mittelalter hauptsächlich die hiesigen Mönche ihre Gottesdienste ab. Mit der Errichtung des Klosters und der dazugehörigen Kirche wurde schon kurz nach der Gründung der Stadt Neubrandenburg begonnen. Die heutige Kirche ist deutlich größer als der damalige noch aus Feldsteinen errichtete ursprüngliche Bau, welcher in der Mitte des 14. Jahrhunderts bei einem Brand schwer beschädigt wurde.

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Beim anschließenden Wiederaufbau wurde die Johanniskirche nicht nur deutlich vergrößert, sondern wurde auch um das heutige Hauptschiff erweitert. Die neue Kirche erhielt zudem auch einen langen Chorraum und Kreuzgewölbe. Die Reformation brachte dann einige Veränderungen mit sich, da das Kloster säkularisiert wurde. Das Patronat über die Kirche bekam die Stadt Neubrandenburg verliehen. Der Chorraum diente lange Zeit als Speicher, bis er aufgrund von starker Baufälligkeit im 19. Jahrhundert zusammenfiel. In den Jahren von 1890 bis 1894 wurde die Kirche gründlich restauriert und der ehemalige Chorraum in seiner ursprünglichen Form nicht wiederaufgebaut. sondern abgerissen wurde, da es auch aufgrund einer Straßenverbreiterung notwendig war. Die sehenswertesten Einrichtungsgegenstände sind die aus dem Jahre 1598 stammende und aus Kalkstein gefertigte Kanzel im Stil der Renaissance und der um das Jahr 1730 entstandene barocke Altar, der mit reichlichen Ornamenten geschmückt ist. Das Chorgestühl der Kirche stammt aus der Zeit der Reformation. Auf diesen Bänken fanden in Neubrandenburg die Friedensgebete statt, welche in der DR schließlich zu dem friedlichen Demonstrationen mündeten, welche die politische Wende in Ostdeutschland einläuteten.

Heutzutage finden in der Johanniskirche regelmäßig Konzerte mit Chören und Orgelmusik statt, die sich einer großen Beliebtheit erfreuen. In den anderen Räumlichkeiten des einstigen Klosters findet man nach einer aufwendigen Sanierung eine Ausstellung über die Geschichte Neubrandenburgs. Bei einem am Bahnhof beginnenden Stadtrundgang dürfte den Besuchern die Anlage zuerst in Auge fallen, wenn man den Blick in Richtung der Altstadt schweifen lässt. Hier gab übrigens kein Stadttor, wie die breite Straße, die zum Marktplatz führt, vermuten lassen könnte, sondern einen Durchbruch in der Stadtmauer, die ansonsten fast vollständig erhalten geblieben ist. Bei einem Stadtrundgang sollte man einmal die ehemalige Stadtbefestigung ablaufen, denn so bekommt man den besten Überblick über die Anlage. Schon in unmittelbarer Nähe vom Bahnhof kann man einige rekonstruierte Wieken bewundern, von denen die Neubrandenburger Stadtbefestigung vierundfünfzig Exemplare aufzuweisen hatte.

Die Wieken, welche als feldseitige Auskragungen in den Stadtmauern anstatt von Wehrgängen mehr oder weniger unregelmäßigen Abständen errichtet wurden, waren eine bauliche Sonderform der mittelalterlichen Befestigungsanlagen im Nordwesten Deutschlands. Nach dem dreißigjährigen Krieg wurden viele dieser Wiekhäuser in Wohnhäuser umgebaut. In Neubrandenburg konnte so preiswerter Wohnraum für die ärmeren Bevölkerungsschichten geschaffen werden, was zudem dafür sorgte, dass die mittelalterliche Stadtmauer in ihrem heutigen Zustand erhalten geblieben ist. Mit den Jahren wurde die Bausubstanz der ursprünglichen Wiekhäuser aber so stark marode, dass sie abgerissen werden mussten. Seit dem Jahre 1970 wurde an den Stellen der ursprünglichen Wiekhäuser wieder Neubauten errichtet, welche teilweise zwar etwas größer ausfielen, dafür aber optisch das Bild einer mittelalterlichen Stadtbefestigung wieder herstellen konnten. Bei einem Rundgang kann man fünfundzwanzig Wieckhäuser sehen und sogar besichtigen, denn im Wieckhaus Nr. 25 findet man das nach eigenen Aussagen kleinste Versicherungsmuseum der Welt, in dem den Besuchern die Geschichte der Mecklenburgischen Versicherung präsentiert wird, welche übrigens schon im Jahre 1797 in Neubrandenburg gegründet wurde.

Das erste der vier Tore auf der Route ist das Friedländer Tor. Dieses Stadttor wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet und später zu einer Torburg erweitert, welche eine Gesamtlänge von achtundachtzig Metern aufweist. Das Friedländer Tor erhielt seinen Namen aufgrund des nach Friedland führenden Weges, wie übrigens auch die anderen beiden ursprünglichen Stadttore, deren Wege nach Treptow und Stargard führten. Das Haupttor der Toranlage ist ein Torturm mit zwei Geschossen und einem Treppenturm auf der Stadtseite, der bei einem Umbau der Anlage im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Das Vortor ist zweistöckig und im Vergleich zum Haupttor doch recht einfach in seiner baulichen Gestaltung. Verbunden sind Vor- und Haupttor mittels einer Mauer. Zwischen ihnen befinden sich einige alte Fachwerkhäuser, in denen früher unter anderem der Torschreiber wohnte. Der Zingel, welcher vor der Toranlage errichtet wurde, blieb auch erhalten, während die den Zingel mit dem Tor verbindenden Zwingermauern schon im 19. Jahrhundert abgerissen wurden.

Die Neubrandenburger Stadtbefestigung mit ursprünglich drei Toren wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts auf der Ostseite der Stadt ein viertes Tor hinzugefügt, dessen Name Neues Tor auf diese Tatsache hinweist. Dieses Tor bestand aus einem Torkomplex mit einem Haupttor, einem Vortor und einem Zingel. Der Zingel des Neuen Tores wurde, schon kurz nach der Fertigstellung, während des Dreißigjährigen Krieges bei der Belagerung der Stadt durch die Truppen des Generals Tilly zerstört. Aufgrund einer starken Baufälligkeit wurde das Vortor im Jahre 1852 abgerissen. Heutzutage existiert nur noch das Haupttor, an dem die acht der Innenstadt zugewandten Adorantinnen ins Auge fallen. Neun große Adorantinnen mit geöffneten Armen findet der aufmerksame Beobachter auf der Stadtseite des Haupttors des Stargarder Tores, denn wie auch beim Neuen Tor findet man diese Gestaltungselemente bei diesem Stadttor. Welche genaue Bedeutung diese religiösen Figuren, welche aus Terrakotta gefertigt wurden, eigentlich hatten weiß man bis heute nicht wirklich. Erbaut wurde dieses Tor schon am Anfang des 14. Jahrhunderts.

Die Errichtung des 24 Meter hohen Haupttores wurde schon um das Jahr 1310 bezeugt, was das Stargarder Tor zum zweitältesten der vier Stadttore von Neubrandenburg macht. Das 18 Meter hohe Vortor wurde etwas später erbaut. Zwischen Haupt- und Vortor befinden sich vierzig Meter lange Zwingmauern, in welchen sich ein Zollhaus befindet. Das Vortor des Stargarder Tores ist von allen vier Toren das am aufwendigsten gestaltete und damit auch das sehenswerte Tor der mittelalterlichen Befestigungsanlage von Neubrandenburg. Bei einem Rundgang um das im Süden der Stadt gelegene Tor fällt die Lohmühle auf. Diese befindet sich direkt vor dem Stargarder Tor, aber etwas außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern von Neubrandenburg. Urkundlich wurde die Wassermühle, in welcher zuerst Getreide und in späteren Zeiten Gerbmittel für die Lederherstellung gemahlen wurde, schon im Jahre 1354 in einer Urkunde. Das Wasser für den Antrieb das großen Wasserrades erhielt die Lohmühle aus dem Lindebach. Der letzte größere Umbau der Mühle erfolgte im schon Jahre 1788, seitdem wurde das Gebäude baulich nicht mehr verändert.In den historischen Gemäuern findet man heute ein empfehlenswertes Restaurant, welches dem Charme des alten Hauses nicht nur rustikal eingerichtet wurde und ein altertümlich auftretendes Personal besitzt, sondern den Gästen auch eine gute Küche zu bieten hat.

Das letzte der identitätsstiftenden Tore befindet sich im Westen der Stadt. Schon in der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde das dort befindliche Treptower Tor errichtet. Von allen vier Toren ist das Treptower Tor mit einer Gesamthöhe von 31,8 Metern das höchste Bauwerk. Im 15. Jahrhundert wurde zu der ursprünglichen Toranlage noch ein Vortor hinzugefügt. Im Jahre 1856 wurde in diesem Torkomplex das Telegraphenamt der Stadt Neubrandenburg eingerichtet. Bei diesem Tor sollte man die Möglichkeit einer Besichtigung nicht verstreichen lassen, denn im Haupttor des Treptower Tores befindet sich das Regionalmuseum der Stadt Neubrandenburg, welches in den historischen Gemäuern eine ständige Ausstellung über die Frühgeschichte der Region präsentiert. Im Jahre 1872 gründete sich der Neubrandenburger Museumsverein, der die Gründung des Regionalmuseum Neubrandenburg initiierte. Dieses wurde das erste Museum im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz und ist eines der ältesten kulturhistorischen Museen in Mecklenburg-Vorpommern. Das Museum war schon bei seiner Gründung nicht nur für die Geschichte der Stadt Neubrandenburg ausgelegt, sondern auch für die Geschichte des Umlandes gedacht. Schon ein Jahr nach der Gründung des Vereins öffnete das Museum seine Pforten. Auch schon damals war das Museum schon im Haupttor des Treptower Tors angesiedelt. Ein Besuch dieser Ausstellung ist aber für einige Leute nicht ohne Probleme möglich, da man die Räumlichkeiten nur über die engen und steilen mittelalterlichen Treppenstufen erreichen kann.

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Bevor man wieder den Startpunkt am Bahnhof erreicht, passiert man bei der Stadtumrundung noch den Fangelturm. Einer der beiden Wehrtürme der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Neubrandenburg, die statt von Wieckhäusern errichtet wurden, ist der im nördlichen Abschnitt der Stadtmauer zu findende Fangelturm. Da er sich in der Nähe des Franziskanerklosters befand, wurde er im Volksmund auch Mönchenturm genannt. Der Fangelturm ist runder Backsteinturm mit drei Geschossen, einem Zinnenkranz und einem kegelförmigem Helm. Der Turm weist eine Höhe von 25 Meter auf und hat einen Durchmesser von 6,50 Metern. Die Wanddicke des Bauwerkes beträgt gut 2,30 Meter. Sein heutiges Aussehen bekam der Neubrandenburger Fangelturm bei einer umfassenden Rekonstruktion im 19. Jahrhundert. Der Fangelturm wurde noch bis in das 20. Jahrhundert als Gefängnis genutzt, weshalb er auch die für die Region typische Bezeichnung Fangelturm bekommen hat. In früheren Zeiten konnte man den Turm nur über einen Eingang, welcher sich in sechs Metern Höhe befand, nur mittels einer Leiter betreten. Im Boden des Gewölbes befand sich das sogenannte Angstloch, eine kleine runde Öffnung zum Gefangenenverlies, welches den einzigen Zugang zu diesem Kerker darstellte.

Durch die Eroberung durch die Rote Armee verlor die Neubrandenburger Altstadt Ende April 1945 gut achtzig Prozent ihrer Bausubstanz, wodurch sich das Aussehen der Stadt stark wandelte. Nur wenige der ursprünglichen mit Fachwerkhäusern gesäumten Straßenzüge sind erhalten geblieben, den Besuchern bietet sich ein, zumindest im Vergleich mit anderen Städten der Region, Bild gelungener DDR-Architektur. Zu den wenigen Gebäuden, die den Krieg überdauerten gehört unter anderem das Schauspielhaus. Nachdem im Jahre 1775 der Herzog Adolf Friedrich IV. von Mecklenburg-Strelitz seine Sommerresidenz nach Neubrandenburg verlegte, ließ er um das Jahr 1780 herum in der Pfaffenstraße das herzogliche Schauspielhaus errichten. Als großer Freund der Künste förderte der Herzog, welcher auch als „Dörchläuchting“ bekannt wurde, das Theater von Neubrandenburg, welches dank seiner finanziellen Großzügigkeit aufblühte. Nach seinem Tode im Jahre 1794 ließ es sein Bruder und Nachfolger auf dem Thron Herzog Carl schließen, da es um die Finanzen des kleinen Landes nicht gut stand. Unter dem Baurat Friedrich Wilhelm Buttel aus Neustrelitz wurde das Theater im Jahre 1825 umgebaut und wieder bespielt.

Außer den Gastauftritten wandernder Theatergruppen spielte hier auch das herzogliche Hoftheater aus Neustrelitz. Später wurde es öfters einmal als Lazarett umfunktioniert. So im deutsch-französischem Krieg und auch im zweiten Weltkrieg, welchen das Gebäude zwar heil überstanden hatte, aber anschließend doch vom Verfall bedroht war. Unter anderem beherbergte es Werkstätten für Motorräder. Im Jahre 1994 wurde das Gebäude des Theaters gründlich saniert und dient seitdem wieder seinen ursprünglichen Zwecken. Aufgrund seiner frühen Gründung gehört das Schauspielhaus in Neubrandenburg zu den ältesten Theatern in Mecklenburg-Vorpommern. Der von außen recht schlicht wirkende Fachwerkbau verfügt heute über eine Kapazität von 180 Sitzplätzen. Seit dem 19. Mai 2008 gehört es mit zur deutschen Route der Europastraße Historische Theater, welche die bedeutendsten historischen Theaterbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert präsentieren. In Mecklenburg-Vorpommern gehört, neben dem Schauspielhaus Neubrandenburg, noch das Residenztheater in Putbus zu dieser touristischen Route. Markant im Stadtbild ist auch die sanierte Marienkirche, die heutzutage als Konzertkirche genutzt wird.

In früheren Zeiten dominierte das Rathaus den Neubrandenburger Marktplatz, seit dem Wiederaufbau der Stadt ist es das Haus der Kultur und Bildung mit seinem sechzehnstöckigen Turm mit Aussichtsplattform, liebevoll von den Neubrandenburgern als Kulturfinger betitelt, der dem Turm der Marienkirche Konkurrenz macht. Während des zweiten Weltkrieges ist auch die damalige Sammlung die städtischen Kunstsammlung der Stadt Neubrandenburg leider verschollen. Aus diesem Grund wurde die Einrichtung als Kunstsammlung Neubrandenburg im Jahre 1982 neu gegründet und kontinuierlich mit dem Aufbau einer neuen Sammlung begonnen. Inzwischen ist der Bestand der Kunstsammlung auf über fünftausend Exemplare angewachsen, von denen viele auf den gut vierhundert Quadratmetern Ausstellungsfläche den interessierten Besuchern präsentiert werden. Das Spektrum der Sammlung besteht aus Gemälden, Grafiken und Plastiken zeitgenössischer deutscher Kunst, geschaffen von begabten Künstlern jüngeren und mittleren Generation, welche hauptsächlich aus dem ostdeutschen Raum stammen. Die Ausstellung der Kunstsammlung Neubrandenburg besteht zum einen aus einer Präsentation der ständigen Sammlung, sowie zum anderen aus wechselnden Sonderausstellungen.

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Vor den Toren der Stadt Neubrandenburg standen im Mittelalter mehrere Mühlen. Die älteste von ihnen ist die Vierrademühle, welche sich gegenüber dem Treptower Tor befindet. Diese alte Wassermühle wurde im Jahr 1272 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Um die Mühle betreiben zu können, wurde der nördliche Abfluss des Tollensesees zugeschüttet, so dass der Wasserspiegel des Sees um gut einen Meter anstieg, und der Oberbach angelegt, welcher die Vierrademühle mit dem notwendigen Wasser versorgte. Der Name der Mühle stammt von den vier Wasserrädern, mit welchen diese einmal ursprünglich ausgestattet wurde. Um das Jahr 1600 herum wurde die Stadt Neubrandenburg die Eigentümerin der Mühle um die während des dreißigjährigen Krieges erbitterte Kämpfe geführt wurden. Nachdem Neubrandenburg Konkurs angemeldet hatte, ging sie 1664 in den Besitz des Amtes Stargard über. Während des 17. Jahrhunderts brannte die Vierrademühle mehrmals völlig ab. Bei dem Wiederaufbau in den Jahren 1682 und 1684 bekam die Vierrademühle zwei oberschlächtige Wasserräder statt der ursprünglichen vier unterschlächtigen Wasserräder. Ab dem Jahre 1925 wurde die Wasserkraft nicht mehr notwendig, da ab diesem Zeitpunkt die Mahlwerke durch mehrere Elektromotoren angetrieben wurden. Bis zum Jahre 1998 diente die Mühle noch ihrem ursprünglichen Zweck, bis dann das Ensemble der Anlage aufwendig umgebaut wurde. Heute findet man in diesem Gebäudekomplex mehrere Gaststätten und Lokale wieder.

Zur Zeit des des Mittelalters war es das Sumpfland des im Süden der Stadt befindlichen Werderbruchs, welches Neubrandenburg vor Angreifern schützte. Schon im Jahre 1830 eröffnete man am Ufer des Tollensesees die erste Badeanstalt, der heutige Kulturpark, der sich zwischen der Stadtmauer und dem See befindet, wurde aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg realisiert. Ein Blickfang der großen Anlage, die mit zahlreichen Kunstwerken aufwarten kann, ist die durch Ulrich Müther als Hyparschalenkonstruktion konstruierte Stadthalle. Mit dem im Jahre 1996 eröffneten Jahnsportforum hat auch Neubrandenburg eine Halle, in der größere Veranstaltungen stattfinden können. Begibt man sich bei seinem Stadtrundgang an den Tollensesee, kann man auf einem Berg auf der Westseite einen griechischen Tempel erblicken. Dieses Gebäude ist natürlich kein richtiger Tempel, sondern nur einem solchen nachempfunden. Im Jahre 1823 ließ auf diesem Hügel, welcher einen schönen Ausblick auf den See bietet, die Großherzogin Marie von Mecklenburg-Strelitz ein neues Teehaus bauen.

An dieser Stelle stand zuvor schon einmal ein anderes Teehaus, welches sich Herzog Adolf Friedrich IV. errichten ließ, welches aber nach seinem Ableben abgebrochen und in der Innenstadt von Neubrandenburg wieder aufgebaut wurde. Erhalten geblieben ist nur der Name, welchen auch das neuere Gebäude bekam. Belvedere heißt nichts anderes wie schöne Aussicht auf Italienisch und die hat man von diesem Hügel aus auch heute noch immer, obwohl die hochgewachsenen Bäume am Fuße des Berges etwas von der Sicht nehmen, die man bei der Errichtung des Belvedere noch genießen konnte. Das Gebäude besaß früher einen geschlossenen Raum mit Kamin und eine Küche mit Kammer. Davon sieht an heute nichts mehr, da unter Heinrich Tessenow das Gebäude zur Gedächtnishalle umgebaut wurde und dabei die ursprünglichen Außenwände entfernt wurden. Nach dem zweiten Weltkrieg fing langsam an zu verfallen, sollte aber Ende der 70er Jahre zur Freilichtbühne umgebaut werden, was aber aufgrund von fehlenden Finanzen nicht realisiert werden konnte. Im Jahre 1995 war es dann soweit dass das Belvedere saniert werden konnte. Seitdem dient das Belvedere als Spielstätte für Theateraufführungen und Konzerte.

Ein weiterer Aussichtspunkt am Ufer des Sees ist der auf der Ostseite des Sees gelegene Aussichtsturm Behms Höhe, der aber etwas weiter von der Stadt entfernt liegt. Zumindest bei schönem Wetter sollte man einen Schiffsausflug auf dem Tollensee in Betracht ziehen. Hierbei kann man die Schönheit der Landschaft bei einem kühlen Bier oder Kaffee und Kuchen genießen, während die Umrundung des Sees bei einer Radtour durch die hügelige Landschaft doch etwas mehr Ausdauer benötigt. Die Stadt der vier Tore, wie sich Neubrandenburg gerne selbst betitelt, hat seinen Einwohner und Gästen auch ein relativ großes Angebot an Kultur und Veranstaltungen zu bieten. Erwähnenswert wären unter anderem der Neubrandenburger Jazzfrühling, das Vier-Tore-Fest sowie der Neubrandenburger Weihnachtsmarkt, als größter Weihnachtsmarkt in der Region.

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