Kunst:Offen

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Während in Vorpommern blau-weiße Fahnen im Winde wehen, sind es in Mecklenburg knallgelbe Sonnenschirme, mit deren Hilfe sich die zahlreichen Künstler am Pfingstwochenende Aufmerksamkeit verschaffen wollen, um das kunstinteressierte Publikum in ihre Ateliers und Werkstätten locken zu können. Auf den etwas ungewöhnlichen Hinweisschildern findet man das Logo der Veranstaltung, welche schon seit dem Jahre 1994 Künstler und Kunsthandwerker an den Orten ihrer Kreativität mit den Kunstfreunden näher bringen möchte. War es in den Anfangsjahren noch eine recht überschaubare Anzahl an Künstlern und Kunsthandwerker, welche sich für dieses Konzept begeistern konnten, hat sich im Laufe der Zeit das Engagement vervielfacht, so dass es inzwischen weit über fünfhundert Orte sind, an welchen eine Fahne oder ein Sonnenschirm auf diese aufmerksam macht. Diese findet man aber nicht nur vor den Ateliers und Werkstätten der Künstler, sondern auch vor vielen Galerien und Kunstmuseen, welche mit Gemeinschaftsausstellungen zeitgenössischen Künstlern aus Mecklenburg-Vorpommern eine Bühne bieten.

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So summiert sich die Anzahl der an Kunst:Offen teilnehmenden Künstler und Kunsthandwerker auf weit mehr als achthundert Leute, also eine Menge, welche man selbst mit gutem Willen nur bruchstückhaft für sich entdecken kann. So bleibt dem gemeinen Kunstliebhaber eigentlich fast nur die Option, sich einen der zahlreichen Landstriche herauszusuchen, in dem es eine Häufung an teilnehmenden Orten gibt, und diesen bei einem Tagesausflug zu erkunden. Das Angebot der an den Aktionstagen präsentierten zeitgenössischer Kunst ist breit gestreut und reicht von Gemälden, Grafiken und Fotografien, über Plastiken und Keramiken, bis hin zu Schmuck und Textilien. Da das Land Mecklenburg-Vorpommern recht dünn besiedelt ist, hat man im Hinterland zum Teil längere Wege vor sich, während wiederum andere Regionen die Künstler magisch anziehen und sie dazu animieren, sich dort niederzulassen. Einen guten Überblick über die offenen Kunstorte findet man in den Broschüren der drei Regionen wieder, in denen sich die Veranstalter von Kunst:Offen das Kunstland Mecklenburg-Vorpommern aufgeteilt haben.

Die größte dieser drei Regionen stellt das westliche Mecklenburg dar, wo mit etwa vierhundert Künstlern gut die Hälfte des gesamten Angebotes zu finden ist. Hier sticht unter anderem die Hansestadt Rostock deutlich hervor, welche dank ihrer Größe, bekanntlich ist Rostock die einzige Großstadt in Mecklenburg-Vorpommern, rein quantitativ das größte Angebot an Kunstausstellungen und offenen Ateliers zu bieten hat. Mit etwa zweihundertfünfzig Künstlern und Kunsthandwerkern folgt der östliche Landesteil Vorpommern, der mit der Künstlerkolonie Ahrenshoop, der wohl bedeutendsten Künstlerkolonie des Landes, und der von der Sonne verwöhnten Insel Usedom aufwarten kann. Auf dieser haben sich zahlreiche Künstler und Kunsthandwerker niedergelassen, von denen auch viele bei den Aktionstagen von Kunst:Offen mitmachen. Die Kunstregion Nummer drei bei dieser Aufteilung umfasst die Mecklenburgische Seenplatte und die Mecklenburgische Schweiz. Diese konnte in den letzten Jahren mit weit mehr als hundert Künstler und Kunsthandwerker aufbieten.

Ein ausführliches Studium der drei verschiedenen Broschüren von Kunst:Offen lohnt sich garantiert, denn in einigen der zahlreichen Ateliers und Werkstätten besteht nicht nur die Möglichkeit, mit den hier tätigen Künstlern und Kunsthandwerker ins Gespräch über ihre Arbeit zu kommen oder ihnen bei dieser zuzusehen, sondern auch selber kreativ zu werden und an den angebotenen Workshops teilzunehmen. Einige Gastgeber bieten wiederum ein musikalisches Begleitprogramm, andere bieten ihren Gästen Kaffee und selbstgebackenen Kuchen an. Was sie eint ist der Anspruch Kunstfreunden und neugierigen Leuten, die es noch werden wollen, die zeitgenössische Kunst etwas näherzubringen und ihnen einen Einblick in ihr kreatives Schaffen zu geben. Für Kunstfreunde in Mecklenburg-Vorpommern ist daher das Pfingstwochenende quasi ein Pflichttermin im eigenen Terminkalender, denn wann bekommt man schon so viel Kunst auf einmal geboten?