Natureum Darßer Ort

Natureum Darßer Ort

Natureum Darßer Ort


Eine Wanderung zum Darßer Ort gehört mit zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Eine reizvolle Landschaft mit Heide und Küstenwäldern, ein naturbelassener Strand und natürlich der markante Leuchtturm, der bei klarer Sicht einen herrlichen Blick über den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft bietet. Und hier inmitten der Natur befindet sich seit 1991 das Natureum, eine der Außenstellen des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund. Um hierher zu gelangen, hat man mehrere Möglichkeiten. Die wahrscheinlich bequemste Möglichkeit ist die Fahrt mit einer Pferdekutsche, die etwa eine dreiviertel Stunde in Anspruch nimmt, mit dem Fahrrad ist man aber deutlich schneller unterwegs. Wer aber auf dem Weg zum Darßer Ort so viel Natur wie möglich sehen möchte, sollte aber eine Wanderung durch den Darßwald in Betracht ziehen. Bei dieser kann man mit etwas Glück auch einige Tiere beobachten, die ansonsten nur ausgestopft in den Vitrinen der Ausstellung zu sehen sind. Beachten sollte man aber, dass man sich dabei mitten in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft befindet und daher das Verlassen der Wege nicht gestattet ist.

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Wenn zwischen den Bäumen der Leuchtturm Darßer Ort hervortritt, hat man das Ziel der Reise erreicht. Vor einem steht nun der im Jahre 1848 errichtete Leuchtturm und die ihm umgebenden ehemaligen Wirtschaftsgebäude der einstigen Leuchtturmwärter. Das Natureum betritt man über den ehemaligen Stall, in dem die früheren Bewohner ihre Nutztiere untergebracht haben. Heute findet man im südlichen Teil des Gebäudes die Kasse und einen kleinen Museumsshop, indem man neben maritimen Souvenirs und Ansichtskarten unter anderem auch interessante Bücher über die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst oder den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft erwerben kann. Betritt man den Hof der Anlage befindet sich im nördlichen Teil des ehemaligen Stalles ein Raum, in dem drei Aquarien ihren Platz gefunden haben, in denen neben Fischen auch wirbellose Tiere zu sehen sind, die aus den Gewässern vor dem Darß stammen. So kann man unter anderem Dorsche sehen, die durch das Aquarium schwimmen, oder Flundern, die sich am Boden aufhalten, aber auch Sandaale, die man aber suchen muss, da sie sich aus Schutz vor ihren Fressfeinden im sandigen Untergrund der Gewässer eingraben.

Das eigentliche Hauptgebäude des Natureums befindet sich ehemalige Leuchtturmwärterhaus, dass direkt neben dem Leuchtturm steht. Einst dienten die Räumlichkeiten der Ausstellung zwei Leuchtturmwärtern und ihren Familien als Wohnung. Der Rundgang beginnt mit einer Vorstellung der Natur, die man am Darßer Ort vorfinden kann. Dabei gehen die Museumsbetreiber aber nicht nur auf die unmittelbare Umgebung ein, sondern befassen sich auch mit dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, zu dem neben großen Teilen der Halbinseln Darß und Zingst, die Insel Hiddensee und die Boddengewässer bis vor die Küste der Insel Rügen gehören. Anhand der hier präsentieren Informationstafeln erhält man einen guten Überblick über das Gebiet des Nationalparks. Detaillierter wird dann auf die Küstendynamik eingegangen, der der Darß unterliegt. Angefangen bei der Entstehung der Ostsee nach der Eiszeit bis hin zur Veränderung der Küstenlinie, die der Darß ständig ausgesetzt ist. Der Sand der durch die Kraft des Meeres vom Hohen Ufer, welches sich südlich des Ostseebades Ahrenshoop befindet, abgetragen wurde, lagert sich an der Spitze der Halbinsel Darß an und verändert tagtäglich deren Küste.

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Falls man nicht von Prerow aus anreisen sollte, sondern vom Fischland aus, sollte man über den Großen Stern fahren. Hier befindet sich in unmittelbarer Nähe der Wegekreuzung die ehemalige Küstenlinie des sogenannten Altdarß. Diese Insel entstand einst durch die Kräfte des Eises, sämtliches Land was sich wiederum nördlich dieser Linie befindet, wurde im Laufe der Jahrtausende durch Wind und Wasser hierher transportiert. Auf den in der Ausstellung präsentierten Schautafeln kann man die Änderung der Küstenlinie des Darßes und die Entstehung der Dünenwälder des Neudarß recht gut nachvollziehen. Neben der Entstehung der jeweiligen Naturräume wird auch über die jeweiligen Bewohner eingegangen. Ob Ostsee, Strand oder Dünenwald, jeder Naturraum am Darßer Ort beherbergt andere Pflanzen und Tiere, was man an den Vitrinen sehen kann, die man im Bereich sehen kann, der sich mit den Tieren der Darßlandschaft beschäftigt. Die Tiere die in der größten Vitrine zu sehen sind, dürfte man bei der Wanderung nicht gesehen haben, denn diese zeigt den Darßwald bei Nacht. Zahlreiche Präparate nachtaktiver Tiere zeigen die Vielfalt an Arten auf, die in der Dunkelheit im Wald anzutreffen sind.

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Anderen Tieren dürfte man bei der Wanderung durch den Darßwald gesehen haben. Vieleicht aber auch nur gehört, denn das Klopfen der Spechte kann man von weitem vernehmen. Die Kraniche wiederum kann man zu bestimmten Zeiten des Jahres in großen Verbänden am Himmel sehen, denn die vorpommerschen Boddenlandschaften bieten ihnen einen willkommenen Patz für ihre Rast. Ob Seeadler, Eulen, oder Möwen, die Natur des Darßes bietet nicht nur Säugetieren, sondern auch zahlreichen Vogelsorten eine Heimat, wie man anhand der hier ausgestellten Tierpräparate sehen kann. Das Leben im Nationalpark spielt sich nicht nur auf dem Land ab, sondern auch in den Gewässern der Boddenlandschaft. So präsentiert das Natureum am Darßer Ort seinen Besuchern auch einen Einblick in die Lebensbedingungen zahlreicher Wassertiere. Einen Einblick in die Flora und Fauna vergangener Erdzeitalter bekommt man durch die Vitrine mit den Fossilien, die man mit mehr oder weniger Glück auch selber am Ostseestrand finden kann.

Der wahrscheinlich wichtigste Grund des Natureum zu besuchen, dürfte die Aussichtsplattform auf den Leuchtturm Darßer Ort sein, von der man einen schönen Ausblick auf die Umgebung hat. Wie weit man diese überblicken kann, ist von der jeweiligen Sicht abhängig. Sollte diese sehr klar sein, kann man in Nordwesten die Insel Hiddensee mit ihrem markanten Leuchtturm Dornbusch ausmachen. Hundertvierunddreißig Stufen muss man überwinden, eine Anstrengung, für die man mit einem tollen Ausblick belohnt wird. Auch der Leuchtturm als technisches Denkmal hat mit seiner gusseisernen Wendeltreppe einen Blickfang im Inneren zu bieten. Wer mehr über die Geschichte des ältesten noch aktiven Leuchtturms Mecklenburg-Vorpommerns wissen möchte, bekommt die notwendigen Informationen im Erdgeschoss des Leuchtturms, wo eine übersichtliche Dokumentation darüber zu finden ist. Da der Leuchtturm nur im Rahmen eines Besuchs des Natureums zu besteigen ist, sollte man sich diesen Ausblick nicht entgehen lassen. Exklusiv den Besucherinnen und Besucher des Natureums ist übrigens auch das Café am Leuchtturm vorbehalten, welches sich im ehemaligen Oberwärterhaus aus dem Jahre 1892 befindet.

Adresse: Darßer Ort 1 – 3 – 18375 Born am Darß – Internet: www.meeresmuseum.de/natureum/Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr (von Mai bis Oktober) – Mittwoch bis Sonntag 11:00 – 16:00 Uhr (von November bis April) – am 24. und 25. Dezember geschlossen