Halbinsel Mönchgut

Mönchgut

Mönchgut


Bei der Gründung des Klosters Eldena im Jahre 1252 schenkte der Fürst Jaromar II. von Rügen den Mönchen umfangreiche Ländereien in seinem Herrschaftsgebiet. Der Großteil der übereigneten Ländereien lag südlich des Ryck, in der Gegend wo sich auch die Mönche ansiedelten und ihre Abtei erbauten. Zu diesem Geschenk gehörte aber auch das Land Reddevitz, welches den nördlichen Teil einer Halbinsel von Rügen darstellte, welche aufgrund ihrer geschichtlichen Verbindung zu den Mönchen des Klosters Eldena den Namen Möchgut bekam. Im Jahre 1360 erwarben die Mönche den südlichen Teil der Halbinsel Mönchgut und legten den sogenannten Mönchsgraben an, welcher ihre Besitzungen vom übrigen Teil der Insel trennte. Heutzutage gibt es ein deutlich sichtbareres Zeichen um den Besuchern die Grenze zum Mönchgut zu zeigen. Wenn man aus Richtung Sellin kommt, passiert man als Autofahrer das sogenannte Mönchgut-Tor, welches auf der Höhe des Mönchsgrabens errichtet wurde.

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Der Landstrich des Mönchguts war in der Geschichte nicht sonderlich von Wohlstand geprägt. Die Bewohner der Halbinsel lebten hauptsächlich vom Fischfang und etwas Landwirtschaft. Mit dieser Geschichte beschäftigen sich die Mönchguter Museen, welche in verschiedenen Orten des Mönchguts zu finden sind. Wenn man vor hat alle diese Ausstellungen an einem Tag zu besuchen, empfiehlt es sich dafür ein Kombinationsticket zu kaufen, mit welchen man ein paar Euros sparen kann. Interessant ist die Ausstellung des Mönchguter Heimatmuseums, welches man im Zentrum von Göhren findet. Dieses Heimatmuseum präsentiert eine Ausstellung das harte Leben in diesem Landstrick zu früheren Zeiten. Viel Aufmerksamkeit wird auch auf die historischen Trachten und Bräuche gelegt. Ein paar Häuser weiter befindet sich der Mönchguter Museumshof, auf welchem man eine große Auswahl an landwirtschaftliche Gerätschaften aus den letzten Jahrhunderten bewundern kann. Etwas über das Leben der Küstenschiffer kann man bei einer Besichtigung des Museumsschiffes Luise erfahren, welches ein über hundert Jahre alter Küstenfrachter ist, den man heute im Süden von Göhren finden kann. In Middelhagen findet man neben der Kirche ein Schulmuseum, welches sich im ehemaligen Küsterhaus befindet. In diesem Gebäude gibt es nicht nur ein historisches Klassenzimmer zu sehen, sondern auch die Wohnräume des Dorfschullehrers. Zu diesem Museum gehört auch ein altes Hallenhaus, welche in dieser Region verbreitet waren. Ein weiters Hallenhaus und beliebtes Fotomotiv ist das Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker, welches schon lange nicht mehr für die Versorgung der Witwen der verstorbenen Pfarrer dient, sondern als Galerie für bildende Kunst genutzt wird.

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Zu den beliebtesten Stränden der Insel Rügen gehören die Stände der Halbinsel Mönchgut. Einer der schönsten ist der Strandabschnitt zwischen Lobbe und dem Ostseebad Thiessow. Er zeichnet sich unter anderem durch eine gute Wasserqualität und einen bist zu vierzig Meter breiten feinsandigen Strandsand aus. Aufgrund seiner Länge von gut fünf Kilometern und der Tatsache dass sich keine größeren Ortschaften im direkten Hinterland befinden, ist er selbst in der Hochsaison eigentlich nie überfüllt. Im nördlichen Teil ist ein Textilstrand angesiedelt während im südlichen Teil Strandabschnitte für Hundebesitzer und FKK ausgewiesen wurden. Den Strand kann man auch bequem mit dem Fahrrad erreichen, denn durch den Waldstreifen, welcher sich hinter der Düne befindet, führt ein gut ausgebauter Radweg. Ansonsten befinden sich Parkplätze bei jedem Zugang zum Badestrand. Ganz im Süden schließt sich der Strand von Thiessow an, welche sich bis zum Südperd erstreckt. Von Thiessow aus kann man bei klarer Sicht bis zur Greifswalder Oie und zur Insel Usedom blicken. Im Norden wiederum befindet sich der Strand von Lobbe, welcher in den Südstrand des Ostseebad Göhren übergeht und am Nordperd endet. Im Norden von Göhren fängt der Nordstrand an, welcher sich über das Ostseebad Baabe bis zum Ostseebad Sellin erstreckt. Am Strand von Göhren befindet sich bei der Bernsteinpromenade nicht nur der Kurpark, sondern auch die einzige Seebrücke welche man auf der Halbinsel Möchgut finden kann. In Göhren findet man vor der Küste mit dem Buskam einen der größten Findling auf der Insel Rügen.

Auf der Halbinsel Mönchgut kann man sehr schöne Radtouren unternehmen, da das Mönchgut mit zu den am besten befahrbaren Gegenden der Insel Rügen gehört. Zudem kann man die Landschaft der Halbinsel, welche mit der Ausnahme des nördlichen Teils relativ flach ist, ohne große Anstrengungen zu befahren. Die meisten Radwege sind auch so gestaltet, dass man diese Touren auch mit Kindern unternehmen kann, da diese Wege von den Hauptstraßen gut getrennt sind oder etwas abseits verlaufen. Eine schöne Möglichkeit für einen solchen Ausflug ist eine Radtour von Göhren nach Thiessow. Vom Ostseebad Göhren geht es erst einmal bergab bis zum Südstrand und dann ist die übrige Stecke bis zum Ziel relativ eben. Ab Lobbe gestaltet sich die Fahrt dann etwas angenehmer, da sie durch einen Waldstreifen führt, welcher im Sommer ausreichend Schatten spendet.

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Mit dem Auto sind die Orte auf dem Mönchgut gut erreichbar. Wenn man mit der Bahn anreist, dann sollte man bis zum Ostseebad Binz fahren und von dort den Bus nehmen. Bis zum Ostseebad Göhren fährt aber auch der Rasende Roland. Man kann mit ihm von Putbus aus über Binz fahren. Zu beachten ist aber die Tatsache, dass sich die Haltestelle in Binz am anderen Ende des Ortes befindet und ein Umsteigen daher etwas umständlicher ist. Auf der Insel Rügen findet man viele Zeugnisse früherer Bewohner, so wurden schon weit über fünfzig der sogenannten Hünengräber entdeckt. Auf dem Mönchgut befindet sich aber nur eines, das sogenannte Herzogsgrab. In diesem über viertausend Jahre alten Hünengrab wurden über die Jahre etwa vierzig Leute begraben. Von der ursprünglichen Anlage sind aber nicht mehr viele der beim Bau verwendeten Steine vorhanden. Bei den archäologischen Ausgrabungen, welche Anfang der 60er Jahre durch die Universität Greifswalt gemacht wurden, fand man zahlreiche Funde von Grabbeilagen wie beispielsweise Pfeilspitzen und Scherben von Tongefäße. Dieses Hünengrab befindet sich in einem Waldsgebiet südlich von Baabe und kann über einen Wanderweg, welcher von Alt Reddevitz nach Göhren verläuft erreicht werden.

Die derzeitig einzige Seebrücke auf dem Möchgut befindet sich im Ostseebad Göhren. Die 270 Meter lange Seebrücke wurde in den 90er Jahren wieder errichtet, nachdem sie bei einem starken Sturm zerstört wurde. Einige Kirchen findet man auch, die ältesten sind die Dorfkirche in Groß Zicker, welche um das Jahr 1400 errichtet wurde und die St. Katharinenkirche in Middelhagen, welche aus dem Jahre 1455 stammt. Die Kirche in Göhren ist zwar recht jung, dafür befindet sie sich gleich neben dem Speckbusch, einem bronzezeitlichen Hügelgrab. Von diesem aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Mönchgut, bei guter Sicht kann man die Küste des anderen Boddenufers sehen, wo sich das Ostseebad Lubmin befindet. In Baabe muss man etwas aufmerksamer umsehen, um eines der kleineren architektonischen Kleinode des von der Insel Rügen stammenden Baumeisters Ulrich Müther zu finden. Am östlichen Ende der Promenade findet man einen von ihm erbauten Buchkiosk. In vielen Orten findet man noch einige alte Häuser welche die typischen Reetdächern besitzen. Einigeder alten Häuser, wie das Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker oder das Rookhaus in Göhren beherbergen heutzutage einige kleinere Museen.