Leuchtturm Dornbusch

Leuchtturm Dornbusch

Leuchtturm Dornbusch


Wenn man die Besucher der Insel Hiddensee fragen würde, was sie am ehesten mit dieser schönen Insel verbinden, dann würden die meisten der Gefragten wohl den Leuchtturm Dornbusch an allererster Stelle nennen. Das wäre dann aber auch kein Wunder, denn der Leuchtturm ist auf dieser Insel fast allgegenwärtig. Schon wenn man mit dem Fährschiff aus der Hansestadt Stralsund oder der Insel Rügen anreist sieht man die ganze Zeit den weiß angestrichenen Turm des Leuchtfeuers, das auf dem höchsten Berg der Insel über die Sicherheit der vorbeifahrenden Schiffe wacht. Aber nicht nur den Schiffen weist der Leuchtturm bei Nebel oder Dunkelheit den Weg, sondern bietet den Besuchern der Insel, welche die hundertzwei Stufen bis zur Aussichtsplattform hinaufgestiegen sind, eine schöne Aussicht über die gesamte Insel Hiddensee. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ein großer Teil der Tagesgäste bei ihrem Ausflug nach Hiddensee eher den Nordteil der Insel bevorzugen.

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Wenn man heutzutage zum Leuchtturm Dornbusch wandert, dann kann man vielleicht nur noch erahnen, welch ein großen Aufwand für seine Errichtung betrieben werden musste. Zum Einen musste das Baumaterial erst einmal zur Insel Hiddensee gebracht werden. Hierfür war es damals notwendig eigens eine Schifffahrtsrinne durch den Vitter Bodden in Richtung Kloster auszubaggern, damit die Schiffe hier das benötigte Baumaterial anlanden konnten. Da der Weg zum Leuchtturm Dornbusch aber durch eine recht hügelige Landschaft führt, war musste zusätzlich eine Feldeisenbahn vom Hafen bis zur Baustelle angelegt werden, damit die Steine bis zur zweieinhalb Kilometer entfernten Baustelle transportiert werden konnten. Da allein schon der Transport des Baumaterials viel Geld verschlang, beschloss man aus Kostengründen nur einfache Ziegel zu verwenden. Der Bau des Leuchtturms, mit dem am 20. September des Jahres 1887 begonnen wurde, erwies sich recht schwierig, und musste aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse in den folgenden Herbstmonaten auf das kommende Frühjahr verschoben werden. Aber auch während dieser Bauphase wurde die Insel Hiddensee von einigen Orkanen niedergesucht, welche die Fertigstellung des Turmes stark behinderten. Am 19. November des Jahres 1888 konnte der unter widrigen Umständen errichtete Leuchtturm endlich in Betrieb genommen werden.

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Die kostengünstige Errichtung des Leuchtturms mit einfachen Ziegeln erwies sich aber als ein großer Fehler, denn schon drei Jahre zeigten sich die ersten Mängel im Mauerwerk. Die Ziegelsteine verwitterten außergewöhnlich schnell und mussten daher zehn Jahre nach der Errichtung des Leuchtturms neu verklinkert werden. Hier hatte sich wieder einmal die Tatsache bestätigt, dass man zweimal bauen muss, wenn man zu billig baut. Langfristig brachte die Verklinkerung aber nicht den gewünschten Erfolg, so dass der Zerfall der Bausubstanz weiterging und eine gründliche Sanierung des gesamten Bauwerks notwendig wurde. Die Sanierung war im Vergleich zu einem völligen Neubau dann doch eine etwas günstigere Variante und so erhielt der insgesamt achtundzwanzig Meter hohe Leuchtturm Dornbusch im Jahre 1925 eine Ummantelung aus Gussbeton. Während der Leuchtturm ursprünglich nur einen zwölfeckigen Sockel besaß und der obere Teil des rund gemauert war, veränderte sich die äußere Gestalt insoweit, dass seitdem auch der obere Teil des Turmes einen zwölfeckigen Querschnitt besitzt. Die Anstrich der neuen Betonummantelung war ursprünglich in einem hellen Grauton gehalten. Seine strahlend weiße Farbe erhielt der Leuchtturm von Hidddensee aber erst im Jahre 1995.

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Wenn man zum Leuchtturm Dornbusch wandert, hat man vom sogenannten Swantiberg zwar auch schon eine guten Überblick über die Insel Hiddensee, die Aussichtsplattform vom Leuchtturm Dornbusch bietet aber ein deutlich schöneres und weiteres Panorma. Das liegt zum einen, dass er auf dem sogenannten Schluckswiekberg errichtet wurde, der mit seinen zweiundsiebzig Metern deutlich höher ist. Zudem befindet sich die Aussichtsplattform des Leuchtturms in zwanzig Meter Höhe. Zusammengerechnet befindet man sich dann hier auf gut zweiundneunzig Metern Höhe, was deutlich höher ist als so mancher Kirchturm von Mecklenburg-Vorpommern, den man als Besucher besteigen kann. Die Aussichtsplattform der Marienkirche in Stralsund befindet sich beispielsweise in neunzig Metern Höhe. Man hat zwar auch vom Fuße des Leuchtturms schon einen guten Blick über die Landschaft, die zwanzig Meter Höhenunterschied lassen die Besucher aber deutlich weiter über die Ostsee schauen. Um zur Aussichtsplattform zu gelangen muss man hundertzwei Stufen hochsteigen.

Den ersten Teil des Aufstiegs führt eine massiv gemauerten Wendeltreppe bis kurz vor den Ausstieg hinauf. Das letzte Ende des Aufstiegs besteht dann aus einer kurzen Leiter, über die man auf die Aussichtsplattform gelangt. Von hier aus hat man einen tollen Rundumblick über die Umgebung der Insel Hiddensee. Im Süden kann man die Insel bis zum südlichen Ende überblicken, bei klarer Sicht sieht man noch weiter. Bei dem Blick in Richtung Osten sieht man auf den Westteil der Insel Rügen und die Insel Ummanz, die der Insel Rügen vorgelagert ist. Aus Sicherheitsgründen gibt es bei der Besteigung des Leuchtturms aber mehrere Einschränkungen. Es dürfen beispielsweise keine kleinen Kinder unter sechs Jahren hinauf, zudem ist der Leuchtturm Dornbusch bei Windstärken ab 6 für den Besucherverkehr geschlossen. Der Leuchtturm Dornbusch ist ansonsten während der Zeit von von Mai bis Oktober von 10:30 bis 16:00 Uhr geöffnet.

Wenn man die Insel Hiddensee bei einem Tagesausflug besuchen und dabei auch den Leuchtturm Dornbusch besteigen möchte, bietet es sich an, entweder in Kloster oder in Vitte von Bord zu gehen. Von hier aus kann man dann auf gut ausgeschilderten Wanderwegen über den Swantiberg in Richtung Dornbusch wandern. Sollte man mit dem Fahrrad auf der Insel Hiddensee unterwegs sein, muss man es ein paar hundert Meter vor dem eigentlichen Ziel abstellen, da der Dornbusch, wie der nördlichste Teil der Insel Hiddensee auch genannt wird, zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gehört. Während das Fahrradfahren in dieser Zone verboten ist, bietet sich für Leute, die noch gut zu Fuß sind, eine Wanderung auf dem Höhenwanderweg oberhalb der Steilküste an. Anschließend kann man am Fuß der Steilküste wieder zurücklaufen und dann die Treppe hinaufsteigen, welche direkt bis zur Gaststätte Zum Klausner führt. Dieser Wanderroute ist aber recht beschwerlich, da der Weg oberhalb der Steilküste sehr steil verläuft und der Strand am Fuße der Steilküste nur aus Geröll besteht. Es empfiehlt sich daher körperlich fit zu sein und geeignetes Schuhwerk zu tragen.