Vogelpark Marlow

Vogelpark Marlow

Vogelpark Marlow


Es dürfte wohl eine der besten Entscheidungen der Marlower gewesen sein, in ihrer Stadt einen Vogelpark zu errichten. Was aus dem kleinen Vogelpark werden würde, ahnte damals wohl niemand, denn aus dem Marlower Vogelpark sollte einer der größten Besuchermagnete in der gesamten Region Vorpommern erwachsen. Nicht viele Tierparks können von sich behaupten, der Namensgeber einer Tourismusregion zu sein, der Vogelpark Marlow schon, der mitten im Zentrum der Vogelparkregion Recknitztal angesiedelt ist. Gelegen zwischen Rostock und Stralsund, zwei großen Städten mit eigenen Zoos, eroberte sich der Vogelpark Marlow seinen Platz mit seinen begehbaren Anlagen, welche die trennenden Gitter zwischen den Besuchern und der Tierwelt nimmt und eine hautnahe Begegnung zwischen diesen zulässt. Seitdem im Jahre 2003 die erste dieser Anlagen errichtet wurde, erhöhte sich die Anzahl von Jahr zu Jahr, sodass inzwischen die meisten Gehege von den Besuchern betreten werden können. Diese befinden sich in einer liebevoll gestalteten Parklandschaft, die bei einem Rundgang erkundet werden kann.

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Erkunden können die jüngeren Besucher die zahlreichen Spielplätze, auf denen sie sich zwischenzeitlich austoben können. Diese wurden an verschiedenen Standorten im Park errichtet, sodass sich kurze Wege zur nächsten Spielmöglichkeit ergeben. Der Name Vogelpark täuscht etwas über den wahren Tierbestand des Tierparks, denn die Vogelwelt nimmt heutzutage zwar den größten Teil der im Park lebenden Tiere ein, bei einem Besuch wird man aber auch mit anderen Tierarten in Berührung kommen, beispielsweise im Streichelgehege, in dem sich zutrauliche Schafe und Ziegen von den kleinen Tierparkbesuchern streicheln lassen. Bei einem Rundgang durch den Park kann man zuerst Pelikane und Weißstörche sehen, bevor nach einigen Gehegen die farbenprächtigen Loris ausgiebig von der Möglichkeit Gebrauch machen, mit den Besuchern in ihrem Gehege in Kontakt zu kommen. Die aus Australien stammenden Papageien sind inzwischen so zahm, dass sie keine scheu haben, sich auf den Schultern der Besucher niederzulassen oder das von ihnen gereichte Futter aus den Händen zu fressen.

Spätestens jetzt dürfte man dem Charme des Vogelparks erlegen sein, denn die zugelassene Interaktion zwischen Mensch und Tier macht einen Tierparkbesuch zu etwas Besonderem und von so einem Erlebnis schwärmen die Kinder noch lange. Bevor aber die Loris die Aufmerksamkeit auf sich lenken können, haben noch einige andere Tiere die Möglichkeit dazu. Nach dem Besuch der Wellensittiche sind es die wohl bekanntesten Bewohner Australiens, mit denen man in Berührung kommen kann. Auch hier ist kein trennendes Gitter zu sehen, nur sind die putzigen Beuteltiere deutlich reservierter als die kontaktfreudigen Loris. Recht heimisch dürften sich die aus Neuseeland stammenden Keas fühlen, die zu den wenigen Papageiensorten gehören, die außerhalb der Tropenwälder beheimatet sind. Von der anderen Erdhalbkugel stammen übrigens auch die schwarzen Schwäne und die Kasuare, denen man danach begegnet. Bei einem Rundgang durch den Park fällt auf, dass mehrere aufeinanderfolgende Gehege jeweils Tiere vom selben Erdteil beherbergen, was in gewisser Weise einen besseren Überblick in die Tierwelt des jeweiligen Kontinents zulässt.

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In der Nähe der Heidelandschaft sind die Gehege der Waldrapps und der Kraniche. Während der Waldrapp in Mitteleuropa als ausgestorben galt und wieder angesiedelt werden soll, bieten die Kraniche einen beeindruckenden Anblick, wenn sie im Herbst zu Tausenden in der Vorpommerschen Boddenlandschaft Rast machen. Um die in Madagaskar beheimaten Lemuren oder die südamerikanischen Krallenaffen entdecken zu können, benötigt man schon etwas mehr Glück. Die possierlichen Affen verstecken sich gerne hinter den Blättern der in den Gehegen stehenden Bäumen, sodass man doch schon etwas genauer hinsehen muss. Mehr Glück hat man bei den aus Nordamerika stammenden Präriehunden, die immer wieder aus ihren Höhlen herausschauen. Nachdem man die Eisvögel und die Alpakas hinter sich gelassen hat, gelangt man in den Teil des Vogelparks, welcher den einheimischen Tierarten gewidmet ist und unter anderem Eulen und Greifvögel beherbergt. Aufwendig gestaltet ist ein begehbares Gehege, welches einer vorpommerschen Boddenlandschaft nachempfunden ist und die Besucher mit einheimischen Vogelarten in Berührung kommen lässt, die in der freien Natur scheu auf Menschen reagieren würden.

Zu den Lieblingen eines jeden Tierparks zählen die Pinguine, mit denen auch der Vogelpark Marlow dienen kann. Zusammen mit Meerespelikanen und Inka-Seeschwalben teilen sich die putzigen Frackträger eine große Anlage, welche einer südamerikanischen Felslandschaft nachempfunden wurde und ihnen Höhlen und Nischen bietet, in denen sie ihren Nachwuchs ungestört und artgerecht aufziehen können. Nach den Graupapageien und einer Südamerikaanlage mit Weißgesichtssakis, Rotbauchtamarinen, Coscorobaschwänen und Tschajas bildet das Tropenhaus mit seinen exotischen Pflanzen und die Otteranlage den Abschluss des Rundganges, der mehrere Stunden in Anspruch genommen haben dürfte. Den Aufenthalt im Vogelpark kann man durch die weiteren Angebote noch verlängern, wie mit der zweimal täglich stattfindenden Flugshow, für die eine nachgebildete slawische Burganlage als Kulisse dient, oder der Tiershow, bei der man die Bewohner des Vogelparks besser kennenlernen kann. Für diejenigen Leute, welche nicht genug von der Vogelwelt bekommen können, besteht die Möglichkeit in einem der Baumhäuser zu übernachten, die an verschiedenen Standorten im Park zu finden sind.

Adresse Kölzower Chaussee 1 – 18337 Marlow
Internet www.vogelpark-marlow.de
Öffnungszeiten 10:00 – 19:00 Uhr (von Mitte März bis Oktober) und 10:00 – 16:00 Uhr (von November bis Mitte März)