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Sandskulpturen Ausstellung Usedom

Sandskulpturen Festival Usedom

Sandskulpturen Festival Usedom


Ausgerüstet mit Schäufelchen und Eimerchen versuchen ein paar Kinder am Strand aus den Sand Figuren zu formen, nur leider gelingt es ihnen nicht wirklich, mit ihren Werken den Schöpfungen bekannter Sandskulpturenbildhauer ernsthafte Konkurrenz zu machen, denn wer wie sie versuchen sollte, aus gewöhnlichem Strandsand aufwendige Skulpturen zu formen, wird dabei hundertprozentig scheitern, denn für mehr als Baustoff für Sandburgen oder Kleckerburgen taugt der massenhaft vorhandene Strandsand der Ostseeküste nicht wirklich. Ein offenes Geheimnis, welches die jungen Baumeister wohl nicht erahnen können, liegt in der Struktur der Sandkörner verborgen, welche sich stark unterscheidet. Während die Körner des Strandsands durch die Bewegung des Meeres mit der Zeit rundgewaschen wurden, sind die Körner des für die Skulpturen verwendeten Spezialsandes relativ scharfkantig und alles andere als rund.

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Verwendet man für den Bau Strandsand, wäre es ungefähr so, als ob man versuchen würde, eine Menge Kugeln zu einer Mauer aufzustapeln, was im Übrigen eigentlich unmöglich ist, verwendet man den Spezialsand, könnte man diesen mit Ziegeln vergleichen, mit denen man eine Mauer mit Leichtigkeit errichten kann. Natürlich benötigt man mehr als eckigen Sand, denn dieser muss vor der eigentlichen Formgebung erst einmal richtig behandelt werden. Hierfür werden aus Holz große Kisten gebaut, in denen Sand und Wasser eingefüllt werden, eine Masse, die anschließend maschinell verdichtet wird. Nach und nach wächst aus dem losen Sand ein harter Sandblock, der die Ausmaße der späteren Sandskulptur schon erahnen lässt. Die aus dem verdichteten Sand geschaffenen Skulpturen könnten selbst unter freiem Himmel die Saison überstehen, theoretisch sogar noch deutlich länger, nur wäre dann eine Ausstellung mit Sandskulpturen keine Regenwetteralternative mehr.

Zumindest zeugen einige als Werbemotive an mehreren Standorten auf der Insel Usedom errichteten Sandskulpuren von der Widerstandsfähigkeit des verwendeten Materials. Nach dem Aushärten der Sandblöcke ist die Stunde der Wahrheit gekommen, denn dann müssen die Bildhauer aus den vorbereiteten Blöcken die Motive heraus formen und hoffen, dass ihnen dabei keinerlei Missgeschicke passieren, denn wie bei steinernen Skulpturen kann man auch bei Sandskulpturen nur kleinere Fehler beheben. Und so arbeiten sich die Bildhauer erst die gröberen Strukturen heraus, bevor sie mit feineren Werkzeugen den Feinschliff besorgen. Dabei müssen sie zudem darauf achten, dass der von ihnen bearbeitete Sand feucht bleibt und nicht austrocknet, denn ansonsten könnte ein Stück herausbrechen und die bisherigen Anstrengungen zunichte machen. Dies passiert aber relativ selten, denn auch beim Usedomer Sandskulpturen Ausstellung versammeln sich traditionell mehrere Dutzend Bildhauer aus aller Welt, um ihre Handwerkskunst der Öffentlichkeit zu präsentieren.

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Die Zahlen die hinter dieser Ausstellung stehen, hören sich gewaltig an, auch dann wenn es sich dabei nicht die größte Veranstaltung ihrer Art handelt, aber selbst die Jahr für Jahr in Ahlbeck verarbeiteten neuntausend Kubikmeter Sand muss man erst einmal in Form bringen. Und dieses beginnt schon mehrere Wochen vor dem Osterwochenende, denn schon ein paar Tage vor diesem öffnet das Sandskulpturen Ausstellung Usedom traditionell seine Pforten für seine Besucher und lässt diese dann auch bis Anfang November geöffnet. Die langen Öffnungszeiten und der eine oder andere verregnete Tag lassen so das Usedomer Sandskulpturen Ausstellung zur meistbesuchtesten Ausstellung der Insel Usedom werden, zumal dann noch die verkehrsgünstige Lage der Ausstellungsfläche ihr Übriges dafür tut. Dank der unmittelbaren Nähe zum Bahnhof Ahlbeck Grenze, der bahntechnisch eigentlich nur ein Haltepunkt ist, kann man diese Ausstellung auch ohne eigenes Auto besuchen.

Da die Bahn alle Ostseebäder der Insel Usedom miteinander verbindet, braucht man dank der vorhandenen Bahnverbindung nicht im Stau zu stehen, der während des Sommers eine Geißel der Insel Usedom darstellt. Auch das benachbarte polnische Ostseebad Swinemünde sorgt für den einen oder anderen Besucher, denn seitdem es aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist, welches es jahrelang aufgrund seiner Randlage hatte, boomt auch das westlichste Ostseebad Polens. Dies machte sich auch schon in den ersten Jahren des Ausstellungs bei der Auswahl der Motive der Sandskulpturen bemerkbar, denn polnische Märchen, polnische Sehenswürdigkeiten und polnische Filmstars wie beispielsweise die bei den großen und kleinen Kindern der DDR beliebten Zwillinge Bolek und Lolek konnte man schon während eines Rundgangs durch die Ausstellung entdecken. In dieser muss man manchmal den Kopf heben, um die Sandskulpturen in ihrer ganzen Pracht bewundern zu können, denn bis zu sieben Meter Höhe erreichen diese in Ahlbeck.

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Bei manchen Skulpturen muss man wiederum etwas genauer hinschauen, denn einige der an dem Ausstellung teilnehmenden Bildhauer beweisen ihren ganz speziellen Sinn für Humor, indem sie den einen oder anderen Gag in ihr Werk einbauen, den man aber für gewöhnlich nur mit einem aufmerksameren Blick entdecken kann. Zumindest hat man bei einem Rundgang die Möglichkeit die verschiedenen Handschriften der Bildhauer miteinander verglichen zu können, denn jedes Ausstellung steht unter einem anderen Motto. Der Beginn der Schöpfungsgeschichte war übrigens das erste Motiv, welches die Besucher des Sandskulpturen Ausstellung Usedom jemals bewundern konnten, als es im Jahre 2014 zum allerersten Mal und unter dem Motto Die Bibel in Bildern startete. Während der Strandsand jeden Skulpturenbauer bei seinem Traum scheitern lässt, gönnt man in der Kinderwelt des Ausstellungs den jüngeren Besuchern ein kleines Erfolgserlebnis, denn der dort befindliche Sandkasten beinhaltet denselben Sand, aus dem auch die hier ausgestellten Sandskulpturen gefertigt wurden.

Themen der Ausstellungen

2014 Die Bibel in Bildern
2015 Märchenwelt
2016 Reise um die Welt
2017 Maritimes Abenteuer
2018 Welt des Kinos

Adresse

Grenzparkplatz Swinemünder-Chaussee 11 – Ahlbeck

Internet

www.sandskulpturen-usedom.de

Öffnungszeiten

Montag bis Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr
24. März bis 04. November 2018