3-Königinnen-Palais Mirow

3-Königinnen-Palais Mirow

3-Königinnen-Palais Mirow


Die Geschichte der mecklenburgischen Königinnen begann mit einem Brief der jungen Prinzessin Sophie Charlotte an den preußischen König Friedrich II, in welchem sie das Elend beklagte, das die preußische Armee im siebenjährige Krieg über ihre Heimat gebracht hatte. Mit diesem Brief machte die Prinzessin aus dem kleinen und ansonsten politisch völlig unbedeutenden Herzogstum Mecklenburg-Strelitz auch den englischen König Georg III auf sich aufmerksam, der von der Brillanz der verwendeten Rhetorik und der Anmut der jungen sechzehnjährigen mecklenburgischen Prinzessin dermaßen begeistert war, dass er sie unbedingt zu seiner Königin machten wollte. Da später auch zwei ihrer Nichten zu Königinnen wurden, Prinzessin Louise zur Königin von Preußen und Prinzessin Friederike zur Königin von Hannover, konnte sich das Herzogshaus von Mecklenburg-Strelitz mit drei Königinnen rühmen, denen der Großteil der Ausstellung im 3-Königinnen-Palais auf der Schlossinsel Mirow gewidmet wurde.

Anzeige

Das Museum befindet sich im ehemaligen Kavaliershaus, welches gegenüber dem eigentlichen Schloss errichtet wurde. Von der einstigen Nutzung des Gebäudes zeugen heutzutage noch die ehemaligen Feuerstellen der zweigeschossige Küche, die heute den Eingangsbereich des Museums darstellt, die man auf ersten Blick für Kamine halten könnte. Lassen wir uns nicht von diesem Detail ablenken, sondern den Blick auf die moderneren Einbauten lenken, welche das Museum barrierefrei machen. Im Eingangsbereich befindet sich ein Fahrstuhl, mit welchem man in die in der ersten Etage des Museums befindlichen Ausstellungsräume gelangen kann. Auf der Hausseite, an der sich die Seeterrasse das museumseigenen Cafés befindet, existiert auch eine Rampe, über die man in das Haus gelangen kann. Die Ausstellungsräume verfügen über breite Gänge und im Erdgeschoss des Hauses findet man auch behindertengerechte Toilette. Damit reiht sich das 3-Königinnen-Palais in die Reihe der Museen und Ausstellungen in Mecklenburg-Vorpommern ein, welche man auch mit einen körperlichen Handicap ohne Probleme besuchen kann.

Aber auch an die kleineren Kinder wurde in diesem Museum gedacht. Auf die speziellen Bedürfnisse dieser Besuchergruppe wurde ein kindgerechter Audioguide entwickelt, mit dem die kleinen Entdecker mit der Hilfe von Carl dem Frosch die Geschichten in den Ausstellungsräume spielerisch für sich entdecken können. Zudem wird laut Angaben des Museums an bestimmten Tagen in der Hauptsaison ein Programm angeboten, bei der die Kinder spielerisch auf einer Schatzsuche durch die Geschichte auf der Schlossinsel Mirow unterwegs sein können.

Anzeige

Von den drei mecklenburgischen Königinnen, die den Besuchern in der Ausstellung des Museums vorgestellt werden, erblickte übrigens nur Königin Charlotte in Mirow das Licht der Welt, denn ihre beiden königlichen Nichten wurden nämlich in Hannover geboren. Für Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, die sich mit ihrem Brief quasi eine Krone erschrieben hatte, wurde dieser Brief aber auch zu einem Verhängnis, denn in ihrem Ehevertrag, den das englische Königshaus mit ihrer Mutter ausgehandelt hatte, musste sich Charlotte von jeglichen politischen Ambitionen verabschieden. Ihrer Beliebtheit in der neuen englischen Heimat machte das aber keinen Abbruch. Aufgrund der recht bürgerlichen und bescheidenen Lebensweise der königlichen Familie, ihrem Mann hatte das Volk beispielsweise den Spitznamen Farmer George verpasst, erlangte sie eine hohe Popularität. Einige neu gegründete Städte in den englischen Kolonien, wovon die Stadt Charlotte im amerikanischen Bundesstaat North Carolina die bekannteste sein dürfte. Auch die als Strelitzie bekannte Paradiesvogelblume trägt mit der lateinischen Bezeichnung Strelitzia reginae, einen Namen der ihr zu Ehren vergeben wurde.

Während Charlotte in das englische Königshaus einheiratete, wurden ihre beiden Nichten die Ehefrauen zweier preußischen Prinzen, wovon Louise den Thronfolger Friedrich Wilhelm ehelichte und daher die Königin von Preußen wurde. Louise und ihr Mann waren sehr volksnah, was ihnen ein hohes Ansehen in Preußen einbrachte. Ihre Popularität erhielt Königin Louise aber durch ihren mutigen Kampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft, die sie krankheitsbedingt schon in frühen Jahren mit ihrem Leben bezahlen musste. Sie verstarb im Jahre 1810 bei einem Besuch ihrer Eltern auf dem Schloss Hohenzieritz an einer Lungenkrankheit, welche sie sich bei der Flucht nach Ostpreußen zugezogen hatte. Durch ihren Widerstand gegen Napoleon sammelte sie sich viele Sympathien im Volk und mit ihrem Tod wurde sie für dieses zu einer Märtyrerin, welche noch lange nach ihrem Tod verehrt wurde. Eine Ausstellung über ihr Leben und den sogenannten Louisenkult findet man im einstigen Sterbezimmer im Schloss Hohenzieritz, in dem man die ursprünglich vorhandene Louisen-Gedächtnissstätte im Jahre 2000 wieder neu eröffnete. Ihre Tochter Charlotte wurde übrigens unter dem Namen Alexandra Fjodorowna eine Zarin von Russland.

Anzeige

Ihre Schwester Federike hatte in ihrem Leben weniger Glück, sie heiratete zwei Tage später als Louise in Haus Hohenzollern ein, ihre Ehe mit Prinz Friedrich Ludwig von Preußen war im Gegensatz zu der ihrer Schwester für sie nur eine Zweckehe, die erstens nicht glücklich verlief und zweitens recht kurz war, da sie nach ein paar Jahren schon zur Witwe wurde. Ihre zweite Ehe ging sie auch nur ein, um einen Skandal zu verhindern, der durch eine ehelose Schwangerschaft entstanden wäre. Beim dritten Anlauf hatte sie endlich mehr Glück, denn die Ehe mit dem britischen Herzog Ernst August von Cumberland verlief im Gegensatz zu ihren vorherigen Ehen sehr harmonisch. Dass sie schließlich doch noch zu einer Königin wurde, ist der britischen Königin Viktoria zu verdanken, die im Jahre 1837 zwar in Großbritannien den Thron besteigen konnte, aber aufgrund der Thronfolgeregelungen die Krone des Königreichs Hannover an ihren Onkel Enst August abtreten musste. Im Gegensatz zu ihrer Schwester Louise oder ihrer Tante Charlotte war sie als Königin relativ unbedeutend.

Die Ausstellung im 3-Königinnen-Palais widmet jeder der drei mecklenburgischen Königinnen einen eigenen Raum, in die wichtigsten Aspekte aus ihren Leben vorgestellt werden. Aber auch anderen Aspekten widmet das Museum seine Aufmerksamkeit, so gibt es einen kurzen Einblick in die Frühgeschichte der Region und die Geschichte des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz. In einem Raum der Ausstellung gibt es einen Einblick in die Burgen, Schlösser und Gutshäuser, von denen das kleine Herzogtum einige sehenswerte Exemplare zu bieten hat, wie beispielsweise die Alte Burg in Penzlin oder die Burg Stargard. In der zweiten Etage des Empfangsraumes des Museum bekommt man zudem einen Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Mecklenburg-Strelitz. Die Ausstellung fällt flächenmäßig zwar nicht so groß aus, aufgrund der möglichen Interaktivität mit den Ausstellungsobjekten, fällt die Zeit, die man in dem Museum verbringen kann, deutlich länger aus, als was man eventuell vermuten könnte.

Anzeige

Im 3-Königinnen-Palais auf der Schlossinsel Mirow findet man auch ein eigenes Café mit einer Seeterrasse, das neben einer Auswahl verschiedenster Kuchen auch mehrere eigene Tortenkreationen im Angebot hat, welche je einer der drei Königinnen gewidmet wurden. Wem das Imbissangebot des Cafés nicht ausreichen sollte, der findet im Restaurant im Gewölbekeller der ehemaligen Schlossbrauerei ein Angebot an regional typischen Speisen. Die Tourismusinformation von Mirow befindet sich übrigens auch in dem Gebäude. Hier bekommt man unter anderem Tickets für Veranstaltungen und verschiedene touristische Angebote in der Region.

Adresse: Schlossinsel 2a – 17252 Mirow
Homepage: www.3koeniginnen.de
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr