Bärenwald Müritz

Bärenwald Müritz

Bärenwald Müritz


Völlig apathisch läuft der Bär von einer Seite seines kleinen Geheges um von dort auf die andere Seite zurückzukehren, eine nur allzu auffällige Verhaltensstörung, welche zahlreiche in Gefangenschaft lebende Tiere an den Tag legen, wenn sie nicht artgerecht gehalten werden. Bevor sie ihre neue Heimat im Bärenwald Müritz fanden, wiesen fast alle Tiere solche Verhaltensweisen auf, die dank der naturnahen Gehege recht schnell wieder genesen. Die in Gefangenschaft aufgewachsenen Bären können nicht wieder ausgewildert werden, zu sehr sind die natürlichen Instinkte gestört, die sie hier Stück für Stück wiedererlangen können. Bekanntlich verbringen Bären einen großen Teil des Tages um nach Nahrung zu suchen. Dafür streifen die nachtaktiven Tiere durch die Gegend und legen recht lange Strecken zurück. In einem oft viel zu kleinen Gehege, in dem sie zudem ihr Futter vorgesetzt bekommen, fehlt ihnen diese Aufgabe, was sich letztendlich in ihrem gestörten Verhalten wiederspiegelt.

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Im Bärenwald trennen sie zwar auch Gitter von den Besuchern, Betonflächen sucht man aber vergebens. Es sind Wiesen und Wälder welche die Bären durchstreifen können, mehrere Teiche laden zum Baden ein. Etwa fünftausend Quadratmeter hat jeder Bär für sich, kein Vergleich den natürlichen Revieren welche in den Weiten Alaskas eine Größe von bis zu siebenhundert Quadratkilometern erreichen können, aber eine deutliche Steigerung der Lebensverhältnisse, wenn man sich die Größen der Gehege in den kleineren Tierparks betrachtet. Während sie in diesem Tagein und Tagaus unter ständiger Beobachtung standen, haben sie hier ausreichend Möglichkeiten, sich den Blicken der Besucher zu entziehen. Durch die recht naturnahen Gehege des Bärenwaldes gelingt es den Betreibern auch, die instinktive Nahrungssuche in den Bären zu reaktivieren, welche nun ihre Reviere durchstreifen um ihr Futter zu finden.

Auch den Winterschlaf, für den sie sich im Herbst ausreichend Fettreserven anfuttern müssen, haben die Bewohner des Bärenparks wieder für sich entdeckt. Im Gegensatz zur freien Natur, in der die Bären als Einzelgänger in ihren Revieren unterwegs sind, werden sie im Bärenwald einer gewissen Sozialisierung unterzogen. Durch den Kontakt mit ihren Artgenossen verringern sich nicht nur die durch die nichtartgerechte Haltung aufgetretenen Verhaltensstörungen der Tiere deutlich schneller, auch die Besuchern können mit etwas Glück die miteinander agierende Bären beobachten. Im Bärenwald Müritz möchte man aber nicht nur den Tieren ein schöneres Zuhause geben, zahlreichen Informationstafeln informieren über das Leben der Bären im Allgemeinen und auch zeigt die verschiedenen Schicksale der Tiere auf, welche zuvor kein artgerechtes Leben hatten.

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Eine Einstimmung gibt der ehemalige Zirkuswagen, in dem Informationen über das Leben der Zirkusbären zu finden sind. Im Gegensatz zu den in zu kleinen Tiergehegen aufgewachsenen Exemplaren, haben die ehemaligen Zirkusbären meist größere Auffälligkeiten im Verhalten als ihre Artgenossen. An den Gehegen findet man Informationstafeln mit Details über die vorangegangene Leidensgeschichte der jeweiligen Bewohner, die sich in ihrer derzeitigen Umgebung sichtlich wohl fühlen. Der Weg durch den Bärenwald Müritz führt an verschiedenen Stationen vorbei, die entweder Informationen zu bieten haben oder zum Ausruhen einladen. Auch an einige Spielplätze hat man gedacht, um eventuell auftretende Wartezeiten, die Bären halten sich schließlich nicht immer in Sichtweite auf, für die jüngeren Besucher des Bärenwaldes attraktiver zu gestalten.

Nach einem Rundgang durch den Wald hat man die Möglichkeit sich im BIO-Bistro zu stärken oder im Bären-Shop zu stöbern, dessen Angebot thematisch auf die Bären und den Müritz Nationalpark ausgerichtet ist. Obwohl der Bärenwald Müritz relativ abgelegen ist, besteht die Möglichkeit ihn mittels öffentlicher Verkehrsmitteln zu erreichen. So fährt während der Urlaubssaison alle zwei Stunden ein Rundbus um den Plauer See, der die Passagiere die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an der Strecke erkunden lässt. So kann man an der beim Bärenwald Müritz gelegenen Haltestelle aussteigen und nach zwei Stunden Aufenthalt die Reise mit dem Bus fortsetzen. Zudem gibt es zahlreiche Kombinationstickets mit denen man etwas Geld sparen kann. Auch für die Radtouristen bietet sich der Bärenwald als Ziel an, schließlich führen der Mecklenburgischen Seenradweg und der Radfernweg Mecklenburgische Seenplatte-Lewitz an diesem vorbei.

Adresse Am Bärenwald 1 – 17209 Stuer
Homepage www.baerenwald-mueritz.de
Öffnungszeiten Montag bis Sonntag 9:00 – 18:00 Uhr (April bis Oktober) – Montag bis Sonntag 10:00 – 16:00 Uhr (November bis März)