Greifswald

Marktplatz Greifswald

Marktplatz Greifswald


Caspar David Friedrich bezeichnete seine Heimatstadt Greifswald als sein kleines Paradies und verewigte daher auch sehr viele Greifswalder Motive in seinen weltbekannten Werken. Aber auch heutzutage spürt man noch sehr viel von dem gewissen Charme, den diese Stadt auf ihren berühmtesten Sohn ausgeübt haben muss. Die Hansestadt Greifswald entstand aus einer ursprünglichen Arbeitersiedlung der Saline des im Jahre 1199 gründeten Zisterzienserklosters Eldena. Im Mai 1250 erhielt der damalige Marktflecken, welcher sich an der Kreuzung zweier wichtiger Handelswege lag, vom pommerschen Herzog das lübische Stadtrecht verliehen. Schnell gelangte die Stadt zu Wohlstand und gehört mit zu den Begründern des mittelalterlichen Hansebundes.

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Aufgrund der Versandung des Stadthafens ging der wirtschaftliche Einfluss der Stadt stark zurück und Stralsund erlangte den Status der mächtigsten Stadt der Region. Schon im Jahre 1456 gründete der damalige Bürgermeister Heinrich Rubenow die hiesige Universität, welche aufgrund ihres Gründungsjahres eine der ältesten Universitäten Deutschlands und der Welt ist. Aufgrund der großen Bedeutung der Universität für die Stadt wird Greifwald auch oft als eine Universität mit einer Stadt drumherum beschrieben. Nach dem dreißigjährigen Krieg geriet Vorpommern und somit auch Greifswald für 184 Jahre unter schwedische Herrschaft bis es nach der napoleonischen Besetzung auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugesprochen wurde. In den letzten Jahren der DDR verfiel die stark vernachlässigte historische Altstadt zunehmend, weshalb in der während des zweiten Weltkrieges von Bombenangriffen verschonten Stadt sehr viel historische Bausubstanz verloren ging. Nach der Wende wurde die historische Innenstadt liebevoll saniert und erhielt dadurch viel von ihren ursprünglichen Charme zurück. Durch den hohen Bevölkerungsanteil an Studenten ist Greifswald heutzutage offiziell die jüngste Stadt in Deutschland, was auch optisch im Stadtbild erkennbar und auch in dem reichhaltigen kulturellen Angebot in der Stadt ersichtlich ist.

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In der historischen Altstadt von Greifswald kann man noch viele historische Bürgerhäuser bewundern, welche vom vergangenen Wohlstand der Hansezeit zeugen. Die sehenswertesten Gebäude findet man auf dem Marktplatz, welcher zu den schönsten Plätzen Norddeutschlands zählt. Auf der Ostseite des Marktes befinden sich die schönsten und ältesten Vertreter der norddeutschen Backsteingotik. Während von den drei Stadtkirchen der Dom St. Nikolai, mit seiner hohen barocken Turmspitze, und die St. Marien die Siluette der Stadt dominieren, ist die kleinere St. Jakobi doch recht unscheinbar. In der Nähe dieser Kirche befindet sich das barocke Hauptgebäude der Universität. Auf dem Platz davor befindet sich das 12,55 Meter hohe Rubenow-Denkmal, welches die größte freistehende Fiale aus galvanisch bronziertem Zinkguss in Deutschland ist. Der nördliche Teil der Altstadt wurde in den letzten Jahren der DDR leider ein Opfer der Abrissbirne, daher findet man heutzutage dort nicht mehr allzu viele historische Gebäude. Eine Ausnahme bildet aber der Fangenturm, eines der wenigen sichtbaren Überbleibsel der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Er befindet sich direkt am Museumshafen, dem größten seiner Art in ganz Deutschland.

Durch die Gemälde von Caspar David Friedrich wurde die Klosterruine Eldena weltbekannt. Sehr viel ist von der ursprünglichen Anlange des Klosterkomplexes aber nicht mehr zu sehen. Heutzutage befindet sich die Klosterruine inmitten einer kleinen Parkanlage und gehört zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt. Die historische Zugbrücke über den Ryck ist wiederum das Wahrzeichen des Fischerdörfchens Wieck, welches wie Eldena zu Greifswald gehört. Mit über hundert Jahren auf dem Buckel ist diese Brücke das älteste Exemplar seiner Bauart in Deutschland. Die alte rekonstruierte Bockwindmühle, welche sich direkt am Ortseingang von Wieck befindet, können technisch interessierte Besucher am Tag des offenen Denkmals besichtigen.

In Greifswald findet man Fischrestaurants hauptsächlich in Wieck. Entlang des Hafenbeckens befinden sich einige gute Lokalitäten wie die Fischer-Hütte. Vom Biergarten des Restaurants Zur Fähre hat man den besten Blick auf die historische Zugbrücke und durch die große Glasfront des Utkieck einen ungestörten Blick auf den Bodden. Eine typisch vorpommersche Spezialität ist der Hornfisch, welcher wegen seiner grünen Gräten manchmal zu exotisch auf einige Touristen wirkt. Jedes Jahr findet, während der kurzen Fangsaison im Mai, ein Wettbewerb um den Titel Hornfischkönig statt, bei dem es darum geht, welches Restaurant die kreativsten und köstlichsten Gerichte aus diesem Fisch zubereiten kann.

In der Innenstadt von Greifswald findet man viele verschiedene Restaurants. Ob man nun die deftige Hausmannskost, wie man sie im rustikal eingerichteten Braugasthaus Fritz finden kann, Mittelmeerküche, wie sie das Restaurant Olive anbietet, oder die gehobene Gastronomie des Büttners bevorzugt, man findet bestimmt etwas nach seinem Geschmack. Viele Bars und Kneipen laden in der Innenstadt zum abendlichen Zusammenkommen ein. So hat man im Mitt’n drin schon allein die Möglichkeit aus 280 verschiedenen Cocktails wählen zu können. Einige gemütliche Cafés wie beispielsweise das Cafehaus Marimar, welches sich im schönsten Bürgerhaus direkt am historischen Marktplatz befindet, oder das Café alter Schule in Wieck bieten sich für nachmittägliche Kaffeerunden an.

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Während der wärmeren Jahreszeiten sollte man es sich nicht nehmen lassen, das schöne Wetter auch beim Essen und Trinken zu genießen und die von vielen Lokalitäten angebotene Außengastronomie in Anspruch zu nehmen. Ob man sich nun auf den belebten Markplatz setzt, in Wieck die auslaufenden Segelschiffe beobachtet, oder sich im Museumshafen auf historischen Schiffen Fischgerichte ordert, in dieser erholsamen Atmosphäre bekommt man auch als Tourist sehr viel mehr vom hanseatischen und jugendlichen Charme der Stadt Greifswald mit.
Natur

Eine Wanderung oder Radtour nach Wieck auf dem Treidelpfad, welcher entlang des südlichen Ufer des Ryck führt, drängt sich bei schönem Wetter fast schon auf. Erweitern kann man diese Tour mit einer Verlängerung bis zur Nordmole, von deren Ende man einen Blick auf den Greifswalder Bodden hat. Der Elisenhain im Süden von Eldena ist ein bei den Einheimischen beliebtes Ziel für Wanderungen.

Sehr viel Grün gibt es aber auch entlang der Altstadt. Auf den ehemaligen Wall-Anlagen wurde eine Promenade angelegt, auf der man dem Trubel der Altstadt entkommen kann. Die Promenade beginnt bei der Mensa und endet bei der Credner-Anlage, einer englischen Parklandschaft im Nordwesten der Stadt. Dort findet man auch den Heimattierpark, der nicht nur einheimischen Tieren ein Zuhause bietet.

In Greifswald findet man als Tourist Unterkünfte für jeden Geldbeutel. Ob man nun direkt in der Innenstadt übernachten möchte oder im beschaulichen Fischerdörfchen Wieck, mehrere kleinere und größere Hotels, sowie einige Pensionen sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

In Greifswald gibt es einige größere Veranstaltungen, welche viele Besucher in die Stadt locken. Die alljährlich stattfindende Greifswalder Bachwoche gibt es schon seit 1946 und ist damit offiziell das älteste Musikfestival in Mecklenburg-Vorpommern. In der ersten Maiwoche findet mit dem Nordischen Klang das größte Festival nordeuropäische Kultur außerhalb der skandinavischen Länder in Greifswald statt. Dieses Festival bietet seinen Besuchern viele verschiedenste Veranstaltungen wie Konzerte, Filmaufführungen oder Kunstausstellungen an. Das Fischerfest Gaffelrigg wiederum, welches das größte maritime Volksfest in Vorpommern ist, findet in jedem Jahr Mitte Juli statt. Es gibt bei diesem mehrtägigen Volksfest neben einem reichhaltigen Kulturprogramm eine Regatta von Traditionsseglern aus aller Welt und Ryck in Flammen, einer Multimediashow mit einer nächtlichen Illumination des Hafens und der historischen Zugbrücke, zu sehen. Das Ende des Jahres läutet der Polenmarkt an, was ein Festival der polnischen Kultur ist und sich die Verständigung und kulturelle Zusammenarbeit mit unserem östlichen Nachbarland auf die Fahne geschrieben hat.

Man kann Greifswald von Berlin und Hamburg aus mit der Bahn erreichen. Relativ preisgünstig fährt man mit dem Mecklenburg-Vorpommern-Ticket der Deutschen Bahn durch Deutschlands schönstes Bundesland. Durch das Streckennetz der UBB, welches auch die Hansestadt Greifswald mit einschließt, hat man eine recht gute Anbindung auf die Insel Usedom. Durch die Fertigstellung der Autobahn A20 erreicht man die Stadt auch mit dem Auto recht schnell und unkompliziert.