Klarissenkloster Ribnitz-Damgarten

Klarissenkloster Ribnitz-Damgarten
Klarissenkloster Ribnitz-Damgarten

Wie in vielen Städten der Region üblich, wurde auch im mecklenburgischen Grenzstädtchen Ribnitz ein Kloster gegründet. Der Stifter des Klarissenklosters war übrigens kein geringerer als der mecklenburgische Herzog Heinrich der Löwe. Er stattete das Kloster nicht nur mit einem umfangreichen Landbesitz, sondern setzte auch seine Tochter Beatrix als erste Äbtissin des von ihm im Jahre 1325 gegründeten Klosters ein. Beatrix von Ribnitz ging nicht nur als erste Äbtissin dieses Klosters in die Geschichte ein, sondern auch als Heilige, um die sich zahlreiche Wundergeschichten ranken. Beatrix sollte nicht die einzige Angehörige des mecklenburgischen Herrscherhauses sein, welche diesen Posten besetzte. Zahlreiche Töchter der mecklenburgischen Herzöge fanden eine Erfüllung in ihrer Tätigkeit als Äbtissinnen des sehr wohlhabenden Klosters, von denen Ursula von Mecklenburg, welche im Jahre 1586 verstarb, die letzte Äbtissin aus dem mecklenburgischen Herrschergeschlecht war. Ende des 16. Jahrhunderts zog nun auch in das Ribnitzer Klarissenkloster die Reformation ein und aus dem ehemals katholischen Kloster wurde ein evangelischer Damenstift. In diesem Stift fanden bis zur Enteignung durch den Freistaat Mecklenburg-Schwerin im Jahre 1918 zahlreiche unverheiratete Frauen aus dem mecklenburgischen Adel ein Zuhause.

Über die Geschichte des Klosters und dem frommen Leben der Nonnen erzählt seit einiger Zeit die Ausstellung Dame von Welt, aber auch Nonne, welche man in den Räumlichkeiten der ehemaligen Klosterkirche finden kann. Unter anderem kann man zahlreiche mittelalterliche Holzplastiken und Funde bewundern, welche man bei der Rekonstruktion der Klosterkirche gefunden hatte. Von der ursprünglichen mittelalterlichen Klosteranlage kann man heutzutage nicht mehr viel sehen. Das einzige Gebäude, welches noch aus der Gründungszeit des Klosters stammt, ist allein die Klosterkirche. Alle umstehenden Gebäude wurden erst in der Zeit errichtet, in welcher hier der adlige Damenstift existierte. Die einschiffige und sechsjochige Kirche wirkt von außen recht schlicht. Im Inneren des Gebäudes findet man eine neogotische Einrichtung vor, welche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt. In den ehemaligen Wohngebäuden der Nonnen befinden sich heutzutage das Deutsche Bernsteinmuseum und eine Kunstgalerie des Landkreises, in welcher den Besuchern zeitgenössische Kunst präsentiert wird.