Leuchtturm Warnemünde

Leuchtturm Warnemünde

Leuchtturm Warnemünde


Hundertfünfunddreißig Stufen muss man bis zur zweiten Aussichtsplattform des Leuchtturms erklimmen, von der man dann in etwa fünfundzwanzig Metern Höhe einen schönen Überblick über die Hafeneinfahrt und die Strandpromenade des Ostseebades Warnemünde bekommt. Der Leuchtturm von Warnemünde besitzt im Gegensatz zu vielen anderen Leuchttürmen in Mecklenburg-Vorpommern gleich zwei Aussichtsplattformen. Die erste Plattform befindet sich in etwa vierzehn Metern Höhe, also etwa auf halber Höhe des Bauwerks. Optisch sehen beide Aussichtsplattformen zwar gleich aus, die zehn Meter Höhenunterschied sorgen aber für einen unterschiedlich weiten Blick über die Umgebung. Sollte man bei einem Besuch des Ostseebades Warnemünde auch den Leuchtturm besteigen wollen, empfiehlt es sich daher, sich gleich bis zur obersten Aussichtsplattform des Leuchtturmes zu begeben. Der Aufstieg dorthin bewerkstelligt man mit Hilfe einer Wendeltreppe, welche sich im Uhrzeigersinn an der Innenwand des Leuchtturmes hinauf schlängelt. Bis zur ersten Aussichtsplattform bestehen die Stufen der Treppen noch aus Granit, für das letzte Stück bis zur zweiten Aussichtsplattform ist dann eine gusseiserne Treppe vorhanden. Der obere gusseiserne Abschnitt der Treppenanlage des Warnemünder Leuchtturms fällt durch seine Gestaltung relativ eng aus. Es ist daher auch notwendig bei diesem Teil der Turmbesteigung auf eventuellen Gegenverkehr zu achten.

Anzeige

Die beiden Aussichtsplattformen sind in der Form einer den Leuchtturm umlaufenden Galerie gestaltet worden. Durch das offene Geländer haben auch kleinere Kinder einen guten Blick vom Leuchtturm. Von der unteren Plattform hat man zwar auch schon einen guten Blick auf die Promenade und die Westmole, die im Süden stehenden Häuser nehmen aber einem den Blick über Warnemünde und den Alten Strom. Begibt man sich aber bis auf die obere Galerie, hat man einen ungestörten Rundumblick über die nähere Umgebung. Im Sünden befindet sich der Ort mit der der Christophoruskirche, deren Kirchtumspitze aber nur wenig aus dem Häusermeer herausragt. In westlicher Richtung ist die Strandpromenade, welche vom Leuchtturm aus in Richtung Hotel Neptun geht. Rechts von der Strandpromenade befindet sich der Strand, welcher mit seiner Breite von bis zu hundert Metern im Sommer von von vielen Badegästen bevölkert wird. Im Norden des Leuchtturmes befinden sich die Westmole, von der man übrigens bei der Hanse Sail einen der besten Plätze zum Beobachten der einlaufenden Segelschiffe hat. Im Osten wiederum befindet sich der Alte Strom und der Fährhafen. Mit viel Glück kann man von vom Leuchtturm aus ein paar der riesigen Kreuzfahrtschiffe sehen, welche dort angelegt haben. Den besten Blick auf die Kreuzfahrtschiffe hat man aber bei einer Hafenrundfahrt, bei welchen man zu den Liegeplätzen der Schiffe gefahren wird. Das einzige was man vom Leuchtturm Warnemünde aus nicht sehen kann, sind die Menschenmassen, welche sich bei schönem Wetter auf der Promenade am Alten Strom tummeln.

Anzeige

Dass das Ostseebad Warnemünde überhaupt einen Leuchtturm von dieser Größe bekam, ist dem Rostocker Hafen zu verdanken, welcher mit dem starken Wachstum der Rostocker Handelsflotte im 19. Jahrhundert zum wichtigsten Hafen des Herzogstums Mecklenburg wurde. Zwar stand auch schon im Mittelalter an der Hafeneinfahrt ein kleines Leuchtfeuer, welches den Schiffen ihren Weg wies, der Seekanal war aber relativ schmal und die Schiffe wurden immer größer. Spätestens seit dem Aufkommen von Dampfschiffen war dieses Leuchtfeuer nicht mehr ausreichend um die Sicherheit der Schiffe bei Dunkelheit und neben zu gewährleisten, so dass nach einer anderen Lösung gesucht wurde. Diese bestand in der Errichtung eines etwa siebenunddreißig Meter hohen Leuchtturms, der am 19. Oktober des Jahre 1898 feierlich eröffnet werden konnte. Der Warnemünder Leuchtturm ist zwar wie die anderen Leuchttürme an der Ostseeküste aus roten Ziegeln gemauert worden, aufgrund der Verblendung mit weißen glasierten Ziegeln, welche zusätzlich im unteren Teil des Leuchtturms mit Bändern aus grün glasierten Ziegeln unterbrochen wurden, besitzt er ein einzigartiges Aussehen unter den vielen Leuchttürmen in Mecklenburg-Vorpommern.

Dass man den Leuchtturm im Ostseebad Warnemünde heutzutage wieder in der Form sehen kann, in der er ursprünglich auch einmal geplant war, hat man unter anderem dem finanziellen Engagement des Fördervereins Leuchtturm Warnemünde e.V. zu verdanken, welche für die letzte grundlegende Sanierung viel Geld sammelten, bei der er sein ursprüngliches Aussehen wieder erhielt. Diesem ehrenamtlichen Engagement des Vereins ist es auch zu verdanken, dass man den Warnemünder Leuchtturm überhaupt wieder besteigen kann, und so den wundervollen Ausblick über das Ostseebad Warnemünde und die Ostsee genießen kann. Erst seit 1993 ist der Leuchtturm überhaupt wieder für Touristen geöffnet, nachdem er im Jahre 1979 aufgrund von starken baulichen Mängeln völlig für den Besucherverkehr geschlossen werden musste. Der Leuchtturm bekam durch die Sanierungsarbeiten zwar sein ursprüngliches Aussehen wieder zurück, am Schönsten sieht er aber am 1. Januar aus, wenn es wieder Leuchtturm in Flammen heißt. Dann nämlich wird am ersten Tag des neuen Jahres der Leuchtturm Warnemünde bei einer Multimediashow mit Lichteffekten, Musik und einem Feuerwerk in Szene gesetzt.