Seebrücke Ahlbeck

Seebrücke Ahlbeck

Seebrücke Ahlbeck


Denkt man an die Insel Usedom, dann hat man Bilder von langen weißen Stränden und den prächtigen Villen aus der Kaiserzeit vor Augen. Zu diesen Bildern findet man aber auch die Seebrücken, von denen die Seebrücke im Ostseebad Ahlbeck die wohl bekannteste Seebrücke der Insel Usedom sein dürfte. Als die schönste Seebrücke der Insel dürfte man sie wohl auch bezeichnen dürfen, denn als einziges Bauwerk ihrer Art, hat sie die stürmischen Zeiten der Geschichte überstanden und bietet den Besuchern von Ahlbeck fast denselben Anblick, welchen schon zahlreiche Generationen zuvor bewundern durften. Während viele andere Seebrücken von Mecklenburg-Vorpommern durch Naturgewalten vollständig zerstört wurden, besitzt die Seebrücke Ahlbeck noch sehr viel historische Bausubstanz, weshalb sie mit ihrem Alter von inzwischen weit über hundert Jahren zur ältesten erhaltenen Seebrücke an der deutschen Ostseeküste geworden ist.

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Nachdem in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts der Badebetrieb auf der Insel Usedom begann, errichtete man im Jahre 1882 eine hölzerne Plattform. Diese Plattform hatte noch lange nicht den Charme des heutigen Bauwerks, denn erst im Jahre 1898, als die Plattform mit einem eigenen Schiffsanleger ergänzt wurde, erhielt die Seebrücke Ahlbeck die ersten Aufbauten. Diese waren aber noch nicht mit dem heutigen Stand vergleichbar, denn zu dieser Zeit besaß die Plattform der Seebrücke noch keine Überdachung des heutigen Gastraumes, so dass man zu dieser Zeit nur bei schönem Wetter dort verweilen konnte.

Die Überdachung des Mittelteils erfolgte bei einem Umbau in den dreißiger Jahren, durch welchen die Seebrücke Ahlbeck ihr heutiges Aussehen erhielt. Im Winter des Jahre 1942 wurde der Schiffsanleger der Seebrücke von den Eismassen der Ostsee zerstört. Das Schicksal einer Zerstörung durch Naturgewalten teilten aber auch andere Seebrücken des Landes. So verlor während dieses Winters auch die Seebrücke Sellin auf der Insel Rügen seinen Schiffsanleger.

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Die Seebrücke von Ahlbeck hatte zu DDR-Zeiten sehr viel Glück, denn im Gegensatz zu anderen Seebrücken an der ostdeutschen Ostseeküste ließ man das historische Bauwerk nicht verfallen, sondern begann schon Anfang der 50er Jahre mit einer Sanierung der Seebrücke. Der Schiffsanleger wurde zwar nicht wiederhergestellt, die erhaltene Plattform mit dem Restaurant wurde anschließend wieder für diese Zwecke genutzt. Anfang der 70er Jahre war es notwendig geworden, die ursprünglichen Holzpfähle der Brücke mit Trägern aus Stahl auszutauschen, die Aufbauten rekonstruierte man in Jahre 1986. Der zweihundertachtzig Meter lange Schiffsanleger, welchen man heutzutage wieder vorfinden kann, wurde erst im Jahre 1993 wieder neu errichtet. Einen guten Überblick über die Aufbauten auf der Plattform der Seebrücke erhält man in Loriots Pappa ante Portas, in welchem er die Protagonisten seines Films den 80. Geburtstag der Mutter feiern lässt.

Von der Strandpromenade von Ahlbeck, wo sich auch eine schöne historische Jugenstiluhr aus dem Jahre 1911 befindet, hat man einen sehr schönen Blick auf das historische Bauwerk, welches inzwischen wieder wie zu früheren Zeiten in einem strahlenden Weiß gestrichen wurde, und mit seinem rotem Dach und den vier grünen Türmchen ein unverwechselbares Äußeres zu bieten hat. Von hier aus hat man auch einen Zugang zur Seebrücke. In dem Gebäude auf der Plattform findet man heutzutage auch wieder ein Restaurant und eine Bar vor. Wenn man schon auf der Insel Usedom weilt, dann muss man auch die Seebrücken gesehen haben. Die Seebrücke in Ahlbeck ist zwar nicht so groß und beeindruckend wie die benachbarte Seebrücke in Heringsdorf, dafür kann sie die Besucher des Seebades mit ihrem historischen Charme in den Bann ziehen.