Nikolaikirche Rostock

Nikolaikirche Rostock
Nikolaikirche Rostock

Wie auch die anderen drei noch vorhandenen Pfarrkirchen der Hansestadt Rostock wurde die Nikolaikirche durch einen Bombenangriff schwer beschädigt. Während die Jakobikirche aber nicht mehr aufgebaut sondern gesprengt wurde, blieb dieses Schicksal der Nikolaikirche erspart. Zwar waren die Beschädigungen recht schwer, durch einen Brand im Inneren der Kirche gingen zudem die meisten Einrichtungsgegenstände verloren, die Bausubstanz der Kirche konnte aber durch die Errichtung eines Notdaches geschützt werden. Mitte der 70er Jahre wurde die Kirche dann aber aufgegeben und einer neuen Nutzung zugeführt. Zuvor begann man aber das gesamte Gebäude von Grund auf zu rekonstruieren, das Kirchenschiff und der Turm bekamen wieder ein neues Dach. Eine Besonderheit dieser Umnutzung sind die Wohnungen, welche man seitdem im Dach der Kirche finden kann. In der Halle wurde ein neues Gewölbe eingezogen und im Jahre 1994 war der Umbau abgeschlossen. Seit der feierlichen Einweihung werd die Räumlichkeiten des Kirchenschiffes als sogenannte Konzertkirche genutzt, in welcher seitdem zahlreiche Konzerte und Ausstellungen stattfinden.

Das Gebäude, mit dessen Errichtung schon im Jahre 1230 begonnen wurde, weist einige Besonderheiten auf. Zum einen ist zählt sie zu den ältesten Hallenkirchen an der Ostseeküste, zum anderen führt eine Straße unter diese Kirche hindurch. Als im 15. Jahrhundert die Nikolaikirche einen neuen Turm erhielt und um einen Chor erweitert wurde, musste man diesen deutlich höher errichten, damit darunter die als Schwibbogen bezeichnete Durchfahrt errichten zu können. Oberhalb der Durchfahrt befindet sich ein Bildnis des heiligen Nikolaus, dem diese Kirche geweiht wurde. Der bei dieser Erweiterung errichtete Turm besaß zu diesem Zeitpunkt einen deutlich größeren Turmhelm, welcher die Höhe der Kirche auf hundertzweiunddreißig Meter steigen ließ. Durch einen starken Orkan wurde er aber zerstört und bekam einen einfachen Helm in Form einer Pyramide. So wurde dadurch aus der ehemals höchsten Kirche der Hansestadt Rostock die kleinste. Von der ursprünglichen Einrichtung findet man heutzutage nicht mehr viel außer ein paar gotischen Wandmalereien, welche erhalten geblieben sind. Den Hochaltar fand seine neue Heimat in einem Querschiff der Marienkirche.