Marienkirche Stralsund

Marienkirche Stralsund

Marienkirche Stralsund


Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Stralsund gehört auch die Marienkirche. Als architektonisches Vorbild für die Errichtung dieser Kirche dienste die gleichnamige Marienkirche in der Hansestadt Lübeck. Man orientierte sich aber nicht völlig an dem Original, sondern wandelte einige Details etwas ab. Dadurch präsentiert sich das Gebäude in seiner Ausführung etwas schlichter als ihr Vorbild. An der Stelle der heutigen Marienkirche stand ein Vorgängerbau, welcher im Jahre 1382 bei einem Einsturz des Kirchturmes stark zerstört wurde. Kurz darauf begann man der Errichtung einer neuen und größeren Kirche. Der Kirchturm bekam im Jahre 1485 ein gotisches Kupferdach. Das Problem bei den gotischen Spitzhelmen war die ungünstige Form, welche eine große Angriffsfläche für Wind und Wetter bot.

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Schon zehn Jahre nach der Errichtung zerstörte ein starker Orkan die Turmspitze, welche aber wieder neu aufgesetzt wurde. Durch den neuen Kirchturm betrug die neue Höhe der Kirche nun imposante 151 Meter, welche die Marienkirche während der Jahre von 1625 bis 1647 zum höchsten Gebäude der Welt machte. Ein Blitzeinschlag im Jahre 1647 machte diesen Rekord zunichte, als er in den Kirchturm einschlug und ihn zerstörte. Im Jahre 1708 war dann die neue barocke Kirchturmhaube fertig, welche man heutzutage noch sehen kann. Die barocken Hauben sind im Unterschied zu den gotischen Spitzen deutlich windschlüpfriger. Die damalige Höhe hat die Marienkirche aber eingebüßt, denn sie beträgt heutzutage nur noch 104 Meter.

Von der ursprünglichen Einrichtung der Kirche ist nicht mehr viel erhalten geblieben. Die meisten Stücke gingen während des Stralsunder Bilderbrechens verloren. Was dabei nicht verloren ging, wurde im Jahre 1647 ein Opfer der Flammen. Während der Besatzung Stralsunds durch napoleonische Truppen nutzten diese die Marienkirche als Lagerplatz für das Heu ihrer Pferde. Wenn man heute in dem Kirchenschiff steht, welche 96 Meter lang, 41 Meter breit und 33 Meter hoch ist, kann man gar nicht glauben, dass diese große Halle bis zur Decke mit Heu gefüllt war. Aufmerksame Besucher können im Deckengewölbe einige Spuren entdecken, mit welchen sich einige Soldaten verewigten. Im Jahre 1944 erfolgte ein Angriff durch die amerikanische Luftwaffe, durch welchen auch diese Kirche einige Schäden abbekam. Trotz der Zerstörungen findet man noch viele sehenswerte Einrichtungsgegenstände. In den Arkadenbögen findet man einige gotische Malereien welche aus dem 15. Jahrhundert stammen. Auf dem Boden der Kirche befinden sich viele Grabplatten, wovon die ältesten Exemplare schon aus dem 14. Jahrhundert stammen.

Etwa Mitte des 18. Jahrhundert wurden die barocken Grabkapellen zwischen den Stützpfeilern errichtet. Der Bildhauer Johann Baptist Xavery aus Antwerpen schuf aus Marmor das Grabmal des aus Schweden stammenden Grafen Johan Paulinus Lillienstedt, welches sich im südlichen Chorumgang der Marienkirche befindet. Der Entwurf für die Gestaltung des neogotischen Chores stammte übrigens von Karl Friedrich Schinkel. Die größte Sehenswürdigkeit ist die im Mittelschiff befindliche Orgel von Friedrich Stellwangen aus dem Jahre 1659. Sollte man kein Problem mit Höhenangst haben, dann kann man bei seiner Besichtigung der Marienkirche auch den Turm besteigen und dann von der Aussichtsplattform den herrlichen Blick über die Altstadt von Stralsund und auf die Küste der nahegelegene Insel Rügen genießen.