Peenemünde

Hafen Peenemünde

Hafen Peenemünde


Eine Schönheit ist das kleine Peenemünde wahrlich nicht, dafür aber bietet dieser Ort seinen Besuchern gleich mehrere Museen und einen kleinen Hafen, von welchem man Ausflugsfahrten zu einigen Insel im Greifswalder Bodden unternehmen kann. Peenemünde, welches erstmalig im Jahre 1282 urkundlich erwähnt wurde, war bis zur Erbauung der Heeresversuchsanstalt nur ein kleines unbedeutendes Fischerdörfchen. In den Blickpunkt der Weltpolitik gelangte Peenemünde erstmalig im Jahre 1630, als am 26. Juni der König Gustav II. Adolf von Schweden mit seiner fünfzehntausend Mann umfassenden Armee auf der Insel Usedom landete und in den dreißigjährigen Krieg eingriff.

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Dann wurde es wieder still um diesen Ort, bis die Luftwaffe im Jahre 1936 auf diesen Ort aufmerksam wurde, da er sich sehr gut für Tests von Raketen eignete. Zum einen war da die Ostsee über die man die Raketen abschießen konnte, zum anderen war die Insel Usedom mit den schönen weißen Stränden ein schöner Ort in welchen man die Wissenschaftler und Raketenforscher locken konnte. Für die Mitarbeiter der Heeresversuchsanstalt wurde in Karlshagen eine Siedlung errichtet, für die Zwangsarbeiter ein paar Kilometer landeinwärts bei Trassenmoor ein Lager. Verkehrstechnisch wurde das Gelände mit Straßen und Schienen erschlossen, auf welchem sogar die modernsten S-Bahnwagen dieser Zeit verkehrten. Der erhalten gebliebene von den vormals zwei Schienensträngen wird heutzutage von der UBB genutzt.

In der Nacht vom 17. zum 18. August des Jahres zerstörten britische Bomber die Anlagen, wobei sie aber auch die Wohnsiedlung und die Gefangenenlager nicht verschonten und auch dort schwere Schäden verursachten. Nach dem zweiten Weltkrieg diente das Gelände bis 1952 als Stützpunkt der Roten Armee bis es dann die NVA übernahm, und das Gelände bis 1990 ein militärisches Sperrgebiet war. Diese Geschichte hat tiefe Narben in Peenemünde hinterlassen. Fast alle Waldflächen der Gegend sind mit hohen Zäunen umgeben, da überall noch Munition zu finden ist, welche von der britischen Bombardierung stammt und ein Betreten des Geländes daher verboten ist. Sollte sich auf den Straßen bewegen, welche nach Peenemünde führen, so wird man dort einige Spuren finden, welche von der Heeresversuchsanstalt stammen. So gibt es noch Reste von Haltestellen der Bahnverbindung und einige Fundamente der Zwangsarbeiterlager zu entdecken. Aber auch der Ortskern von Peenemünde macht insegsamt keinen schönen Anblick. Die meisten Gebäude des Ortes wurden vom Bundesvermögensamt an einen Spekulanten verscherbelt, welcher sie verfallen lässt. Wenn man zum ersten Mal nach Peenemünde kommt, fühlt man sich irgendwie an eine Geisterstadt erinnert.

Wenn man bei seinem Besuch seinen Hunger und Durst stillen möchte, dann ist man im Hafen von Peenemünde am besten aufgehoben. Dort findet man mehrere kleine Restaurants, welche Fischgerichte und deutsche Hausmannskost anbieten. Diese sind aber hauptsächlich nur während der Saison geöffnet, weshalb man in den kälteren Jahreszeiten ein deutlich geringeres Angebot an gastronomischen Einrichtungen vorfindet. In der Saison findet man im Hafen von Peenemünde auch einige Stände, an welchem man frisch geräucherten Fisch und Fischbrötchen erwerben kann. Von den Museen in Peenemünde besitzt nur das Spielzeugmuseen einen eigen Imbiss, welcher zudem auch dann geöffnet ist, wenn keine Hauptsaison ist.

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Peenemünde ist der Ort mit der meisten Museen auf der Insel Usedom. Wenn auch wenn Peenemünde nicht schon mit den Annehmlichkeiten gesegnet ist, mit welchem die Ostseebäder der Insel ihre Besucher anlocken können, so bietet sich dieser Ort als gute Alternative für Tage mit schlechtem Wetter an. An Regentagen ist es nun mal kein Strandwetter vorhanden, daher kann man diese Tage ruhig mit etwas Bildung verbringen. Das größte Museum von Peenemünde ist das Historisch Technische Museum, welches sich auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks der Heeresversuchsanstalt Peenemünde befindet. In diesem Museum findet man eine Präsentation der Geschichte des Ortes Peenemünde als die Wiege der Raumfahrt. Man findet in der Ausstellung zahlreiche Gegenstände, Fotos und Dokumente, welche den Besuchern einen guten Überblick über die Thematik Raumfahrt und Raketenbau vermitteln können. Eine militärische Geschichte besitzt auch das Maritim Museum Peenemünde mit dem U-Boot Juliett U-461, welches früher seinen Dienst in der sowjetischen Marine verrichte und nun im Hafen von Peenemünde zu finden ist. Für Kinder wiederum bietet sich die Ausstellung Spielzeug(en)- Kinder- und Märchenwelten an, in welcher man eine große Bandbreite von verschiedenen Spielzeugen aus vielen Jahrzehnten bewundern hat. Kindgerecht geht es auch in der Phänomenta zu, in welcher man die Gesetze der Physik spielerisch erleben kann.

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Vom Hafen von Peenemünde aus besteht die Möglichkeit einen Ausflug zur Greifswalder Oie zu unternehmen. Diese Insel steht seit vielen Jahren unter Naturschutz und kann daher auch nur mit einem begrenzten Kontingent von Besuchern pro Tag angefahren werden. Diese Schiffsausflüge werden von der Apollo-Reederei aus Peenemünde angeboten. Die Überfahrt dauert in etwa anderthalb Stunden und auf der Insel hat man dann gut zwei Stunden Aufenthalt, bei welchem man von den ausgewiesenen Wanderwegen auf der Greifswalder Oie diese Insel besichtigen kann. Man sollte aber bei dem Besuch nicht die Besichtigung des Leuchtturms auslassen, von welchem man einen tollen Überblick über die gesamte Insel und den Greifswalder Bodden hat. Bei diesem Schiffsausflug ist es aber wichtig, dass man sich aufgrund der zahlenmäßigen Begrenzung der Tickets frühzeitig um eine Reservierung kümmern sollte.
Ausflug zur Insel Ruden

Eine weitere Insel, welche man mit dem Schiff der Apollo-Reederei von Peenemünde aus anfahren kann, ist der Ruden, welcher sich nur etwa zwei Kilometer vor der Küste der Insel Usedom befindet. Diese Insel, welche man bei klarer Sicht vom Strand der westlichen Ostseebäder wie Karlshagen oder Zinnowitz aus sehen kann, steht zwar auch unter Naturschutz, unterliegt aber nocht wie die Greifswalder Oie einer zahlenmäßigen Begrenzung, weshalb sich die Fahren dahin deutlich einfacher gestalten. Die Fahrt zu dieser kleinen ehemaligen Lotseninsel dauert etwa eine dreiviertel Stunde. Auf der Insel Ruden hat man dann gut eine Stunde Landgang, bei welchem man dann unter anderem das kleine Museum im ehemaligen Flugbeobachtungsturm besichtigen und auf die Aussichtsplattform gehen kann.

Mit dem Auto fährt man von Wolgast aus kommend die B111 bis zum Abzweig nach Mölschow und fährt dann über Trassenheide und Karlsbad bis ins Ortszentrum. Dort befinden sich überall Parkplätze, welche aber nicht kostenfrei sind. Auch eine Anreise mit der Bahn ist möglich. Die Usedomer Bäderbahn fährt am Tage jede Stunde von Zinnowitz in Richtung Peenemünde und wieder zurück. Aufgrund der guten Anbindung aller Ostseebäder der Insel Usedom an den Bahnverkehr, kann man von jedem dieser Orte bequem nach Peenemünde gelangen. Aber auch von den Hansestädten Stralsund und Greifswald aus fährt die UBB alle zwei Stunden auf die Insel Usedom. Günstig ist hierbei das von der UBB angebotene Ticket Usedom Plus, mit welchem man auch an Wochentagen deutlich günstiger unterwegs sein kann. Das Mecklenburg-Vorpommern-Ticket gilt in der UBB zwar auch, aber da es in der Woche erst ab 9 Uhr gültig ist, ist das andere Ticket zumindest eine Alternative für Einzelreisende. Am Wochenende wiederum ist das MV-Ticket die besere Alternative wenn man in einer größeren Gruppe anreisen möchte.