Baltic Lights Usedom

Baltic Lights Usedom

Baltic Lights Usedom


Es sind meist die unerwarteten Zufälle im Leben, welche in einem verborgene Leidenschaften erwecken können. Im Fall des Schauspielers Till Demtrøder waren es die Dreharbeiten zu einer Serie, bei denen er zum ersten Mal mit Schlittenhunden in Berührung kam. Er entdeckte aber nicht nur das Hundeschlittenfahren für sich, sondern verband seine sportliche Leidenschaft mit wohltätigen Engagement. Seit dem Jahre 2009 veranstaltet er mit dem Tirol Cross Mountain ein Hundeschlittenrennen im österreichischen Skigebiet Kühtai, welches sich schnell einen guten Ruf erarbeitet hat, so dass es für ihn ein Leichtes war, zahlreiche Hundeschlittenfahrer auf die Insel Usedom zu locken, wo er im Jahre 2016 mit den Baltic Lights das erste Hundeschlittenrennen veranstaltet hat, welches aufgrund seiner Rennstrecke entlang des vorpommerschen Ostseestrandes der Insel Usedom als das nördlichste Schlittenhunderennen Deutschlands gilt. Till Demtrøder ist in Mecklenburg-Vorpommern kein Unbekannter, was das Veranstalten von öffentlichkeitswirksamen Charityevents betrifft, denn schon im Jahre 2006 lud er anlässlich des Rügen Cross Country zahlreiche reitbegeisterte Prominente für die erste Schleppjagd auf der Insel Rügen ein.

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Inzwischen hat das Rügen Cross Country nicht nur den Austragungsort sondern gleich die ganze Insel gewechselt und sammelt nun seit dem Jahre 2015 als Usedom Cross Country Spendengelder für die Projekte der Welthungerhilfe. Dieses ist auch die Intention für die Austragung des Hundeschlittenrennens Baltic Lights, denn dank der zahlreichen prominenten Teilnehmer des Hundeschlittenrennens generiert die Veranstaltung nicht nur eine entsprechend hohe Anzahl an Schaulustigen, von denen auch viele Besucher den einen oder anderen Euro in die aufgestellten Spendenboxen werfen, sondern auch eine entsprechend ansehnliche Spendensumme für die Welthungerhilfe. Auch für die drei Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck hat dieses sportliche Ereignis einen positiven Effekt, denn zumeist über fünfzigtausend Besucher, stehen nicht nur entlang der mehrere Kilometer langen Rennstrecke das Geschehen und feuern ihre jeweiligen Lieblinge aus Film und Fernsehen an, sondern buchen im Rahmen ihres Aufenthaltes auf der Insel Usedom sicher auch das eine oder andere Hotelzimmer.

Frühzeitiges Erscheinen sichert die besten Plätze heißt es auch beim Hundeschlittenrennen Baltic Lights, denn nur wer sich rechtzeitig einen Platz an der Zielgeraden gesichert hat, kann die spannendsten Minuten des Rennes aus nächster Nähe verfolgen. Alternativ zur Zielgeraden bietet sich auch ein Platz auf dem Steg der Seebrücke von Heringsdorf an, von dem man den Start und den Einlauf gut von oben herab beobachten kann, da sich diese direkt neben der Seebrücke befinden. Sehr begehrt beim Publikum sind auch die Plätze am Wendepunkt, der sich kurz vor der Seebrücke von Ahlbeck befindet. Hier kann man übrigens auch bei den Staffelrennen der Prominenten den Wechsel der Hundeschlittenfahrer erleben. Aber auch ein Platz entlang der zwei Kilometer langen Rennstrecke hat seine Reize. Zum einen herrscht hier kein allzu großes Gedränge wie beispielsweise am Zielpunkt, zum anderen bietet sich ein schöner Blick auf die winterliche Ostsee als Kulisse für das ungewöhnliche Schlittenhunderennen, denn diese werden ansonsten in höher liegenden Gefilden ausgetragen und nicht wie bei Baltic Lights direkt am Meer.

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Die direkte Lage an der Ostsee ist auch für die Austragung als Wagenrennen verantwortlich, denn anders als in den Bergen von Tirol ist in Vorpommern der Schnee zumeist eine Mangelware. Und so sind die Hundeschlitten mit Ballonreifen ausgestattet, womit man zwar das Nichtvorhandensein von Schnee ausgleichen kann, dafür aber für einen besseren Untergrund sorgen muss, damit das Rennen für die Schlittenhunde nicht allzu schwer ausfällt. Hierfür wird der Strandsand mit Meerwasser angefeuchtet und etwas verdichtet, was aber für gewöhnlich bei trockenen Wetterlagen nicht allzu lange vorhält. Dieses bedeutet auch für die Hundeschlittenführer eine deutlich größere Anstrengung, weshalb diese dann manchmal auch den Hundeschlitten selber anschieben müssen, wenn dieser sich in dem getrockneten Strandsand festgefahren haben sollte. Da der erste Teil der Strecke entlang des Ufers erfolgt, das natürlicherweise feuchter und daher besser befahrbar ist, erweist sich der erste Streckenabschnitt, welcher von Heringsdorf nach Ahlbeck führt, erfahrungsgemäß als der Leichteste.

Obwohl die Schlittenhunde die wahren Stars der Veranstaltung sind, sollten sie auch die einzigen Hunde bleiben, welche bei dem Rennen zu sehen sind. Da sie ich von anderen Hunden ablenken lassen, welche sich an der Rennstrecke befinden, sollten Hundebesitzer zumindest während des Rennens den Strandabschnitt zwischen den beiden Seebrücken meiden oder sich etwas weiter von der Rennstrecke entfernt bewegen und dabei den Hund anleinen. Es ist schon schwierig genug für die Musher, wie die Hundeschlittenführer im Fachjargon heißen, ihre Huskys in solchen Situationen zu kontrollieren, sehr viel schwieriger erweist sich dieses aber für die Prominenten, welchen das vierköpfige Schlittengespann zur Verfügung gestellt wird und daher eigentlich nur über sehr wenig Autorität bei den Tieren verfügen. Zudem tragen die Fahrer ihre Schutzhelme nicht ohne Grund, denn die Hundeschlitten können Geschwindigkeiten von bis zu vierzig Kilometern pro Stunde erreichen.

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Wer den lauffreudigen Huskys etwas näherkommen möchte, kann dafür das Musherdorf besuchen, welches traditionell auf dem Platz an der Heringsdorfer Seebrücke aufgebaut wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass man dort alle Hunde antreffen kann, ist recht klein, da diese auch an Trainingsläufen oder Wettkämpfen teilnehmen, wären alle Schlittenhunde anwesend, wären es aber an die vierhundert Tiere, welchen man ihre aktive Persönlichkeit auch ohne einen hinter sich hergezogenen Schlitten ansehen kann. Ein entspanntes Dösen kennen die meisten Huskys anscheinend aber nicht, denn eine Aufgeregtheit ist ihnen deutlich anzusehen. Sie können es gar nicht erwarten, sich von den Mushern vor den Schlitten spannen zu lassen und loszurennen. Eindrucksvoll für die Besucher sind daher auch die großen Gespanne, mit welchen die professionellen Musher ihre Rennen austragen. Bei diesen Gespannen können sie deutlich höhere Geschwindigkeiten als die Prominenten mit ihren Viergespännern erreichen, bei denen man bei guter Kondition manchmal sogar nebenherlaufen könnte.

Obwohl die Wertungsrennen nur am Samstag und Sonntag ausgetragen werden, kommt man schon am Freitag die Möglichkeit die Sibirian Huskys, Alaskan Malamuts und Samojeden in Aktion zu erleben, wenn nämlich die ersten Trainingsläufe abgehalten werden. Bis zur Siegerehrung am Sonntagnachmittag bietet das Baltic Lights aber auch anderes als nur Schlittenhunderennen. Am Samstagabend kann man sich an mehreren Strandfeuern wärmen, Livemusik lauschen und die Feuershows bewundern. Fürs leibliche Wohl gibt es mehrere Standorte mit Verkaufsständen, an denen man sich mit warmen Speisen, Glühwein und anderen Getränken versorgen kann. Während der drei Tage von Baltic Lights ist im Bereich zwischen den beiden Seebrücken ein direkter Zugang zum Wasser nicht möglich, da die Rennstrecke abgesperrt ist. Das dürfte aber kein ernsthaftes Problem darstellen, denn schließlich hat die Insel Usedom einen mehr als vierzig Kilometer langen Ostseestrand zu bieten und zu dieser Jahreszeit gehen allerhöchstens noch Eisbader ins eiskalte Wasser.

Termin

08. bis 10. März 2019

Internet

www.balticlights.de