Marktplatz Greifswald

Marktplatz Greifswald
Marktplatz Greifswald

Im Jahre 1241 erhielt das Kloster Eldena vom pommerschen Herzog Wartislaw III. das Recht in ihrer zur Saline gehörenden Siedlung einen Markt abzuhalten. Ein paar Jahre später gelangte die Ortschaft in den direkten Besitz des Herzogs, welcher diesem Ort im Jahre 1249 vom Kloster Eldena erhielt. Die Gründung der Stadt Greifswald im Jahre 1250 und die Verleihung einiger Handelsprivilegien sollten ein wirtschaftliches Gegengewicht zur Stadt Stralsund schaffen, welche damals noch zum Fürstentum Rügen gehörte. Seitdem im Jahre 1264 die Greifswalder Altstadt mit der Neustadt vereinigt wurde, besitzt der Marktplatz von Greifswald seine heutigen Dimensionen. Die erste Bebauung des Platzes ist um das Jahr 1300 belegt. Damals errichtete man im Nordosten des Platzes eine Zeile mit Krämerbuden, welche an die Händler vermietet wurden. Um das Jahr 1340 begann man dann mit der Errichtung eines Kaufhauses, aus welchem sich später das Rathaus der Stadt entwickelte.

Der Marktplatz bildete schon seit der Gründung das Zentrum der Stadt. Hier wurde nicht nur Markt gehalten, sondern auch repräsentiert. Nur wer viel Geld hatte konnte sich ein großes Haus am Markt leisten und dementsprechend prachtvoll fallen die Gebäude in diesem Teil der Stadt auch aus. Da nicht alle Giebelhäuser in ihrer ursprünglichen mittelalterlichen Form erhalten geblieben sind, zeugen hauptsächlich die beiden Giebelhäuser Markt 11 und Markt 13 vom damaligen Aussehen des Platzes. Da bei der Errichtung des Postgebäudes die vorhandenen Giebelhäuser abgerissen wurden, welche sich an der Südseite des Platzes befunden haben, welche im Mittelalter übrigens die beste Lage besaßen, wird die Südseite nun durch den Backsteinbau aus der Kaiserzeit dominiert.

Davon wie prachtvoll die Südseite des Greifswalder Marktplatzes einmal gewesen ist, zeugt unter anderem das am Fischmarkt befindliche Weißenbornsche Haus. Bei diesem Speicherhaus handelt es sich um das größte Speichergebäude im gesamten südlichen Ostseeraum, welche im Mittelalter errichtet wurden. Auch heute spielt der Marktplatz eine wichtige Rolle im Leben der alten Hansestadt. Die vom Abriss bedrohten historischen Giebelhäuser wurden nach der Wende aufwendig und liebevoll saniert, so dass der Greifswalder Marktplatz inzwischen wieder als einer der schönsten Marktplätze Norddeutschlands gilt. Er wird zwar heutzutage nur noch an sehr wenigen Tagen für seinen ursprünglichen Zweck genutzt, übrigens finhdet der Wochenmarkt an den Werktagen ohne M statt, dafür findet man auf dem Platz zahlreiche Restaurants und, welche in den wärmeren Monaten auch eine Außengastronomie anbieten. Ganz nach der Devise Sehen und Gesehenwerden übernimmt der Greifswalder Marktplatz die Rolle der sogenannten Guten Stube der Stadt.