Schloss Penkun

Schloss Penkun

Schloss Penkun


Bogislaw X. war in keiner allzu guten Verhandlungsposition. Sein Großvater Barnim I. konnte im Jahre 1250 zwar durch den Vertrag von Landin die bestehende Eventualsukzession tilgen, die einst Wartislaw III. im Vertrag von Kremmen den brandenburgischen Markgrafen zusagte, durch den auch die Uckermark brandenburgisch wurde, die durch die Lehnshoheit resultierende Pflichten sollten die pommerschen Herzöge aber nicht so recht erfüllen, so dass es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Pommern und Brandenburgern kam. Im Jahre 1270 geriet durch den ersten Frieden von Prenzlau ganz Pommern unter die Lehnshoheit der Brandenburger, dass die pommerschen Herzöge auf diese nicht allzu gut zu sprechen waren dürfte verständlich sein. Im Jahre 1477 heiratete Herzog Bogislaw X. Margarete von Brandenburg in Prenzlau, eine Hochzeit welche eine größere Auseinandersetzung nach sich ziehen sollte, denn diese gebar ihm keine Kinder. An dieser Stelle betritt ein gewisser Werner von der Schulenburg das Parkett der Geschichte, der diese pikante Angelegenheit für beide Seiten gütlich regeln sollte.

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Der brandenburgische Diplomat, an den heutzutage eine Straße in Penkun erinnert, sorgte im zweiten Vertrag von Prenzlau für eine Aussöhnung zwischen Pommern und Brandenburg. Barnim I. wurde mit ganz Pommern belehnt und konnte so das gesamte Herzogtum unter seiner Herrschaft vereinigen. Aus Dankbarkeit erhielt Werner von der Schulenburg im Jahre 1478 die Stadt Penkun und die Stadt umgebenden Ländereien zum Lehen, der sich in der hier vorhandenen Burg häuslich niederließ. Unter seinen Nachfahren sollte aus der schlichten Burg ein stattliches Herrenhaus werden, dessen Unterhalt die finanziellen Möglichkeiten der Eigentümer übertraf, so dass man dieses im Jahre 1614 an Henning von der Osten verpfändete, welches er ein Jahr später gegen die Zahlung einer ansehnlichen Summe von den Schulenburgs erwarb. Henning von der Osten, der als ritterschaftlicher Landrat in den Diensten des Herzogs Philipp Julius von Pommern-Wolgast stand, ließ sein neuerworbenes Schloss ausbauen.

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Dieses war zu dieser Zeit eine dreiflügelige Anlage im Stil der Renaissance, welchem er ein drittes Geschoss und zwei Türme hinzufügte. Damit veränderte er das Aussehen des vom italienischen Baumeister Thaddäus Paglioni errichteten Schlosses deutlich. Der Turm des Westflügels ist in Form eines Belvederes auf dem Dach ausgeführt und bot seinen Besitzern den besten Blick auf den das Schloss umgebenden See. Wie die Jahreszahl 1614 verrät, die man auf dem zum Schloss führenden Torbogen erblicken kann, wurde dieses kurz nachdem errichtet, nachdem Henning von der Osten in den Besitz des Schlosses gelangte. Nur ein paar Jahre später sollte auch das Penkuner Schloss ein Opfer des Dreißigjährigen Krieges werden, was eine umfassende Sanierung notwendig werden ließ. Im Jahre 1652 war dann der Bau vollendet, welcher seine äußerliche Gestalt seit dieser Zeit nicht mehr verändert hat.

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Aus der Zeit um 1300 soll das Tor stammen, dass sich auf der Südseite des Schlosses befindet und über einen Treppenpfeiler verfügt, welches heutzutage noch die Existenz der mittelalterlichen Burg bezeugt. Auch im Inneren des Schlosses haben sich noch viele Details erhalten können. So findet man mehrere Kamine, aufwendig gestaltete Portale und Pfeiler aus der Zeit der Renaissance vor, welche von der einstigen Pracht des Schlosses zeugen. So verfügt der ehemalige Remter des Schlosses über eine monolithische toskanische Säule, die den Mittelpunkt des Raumes bildet und ein aufwendiges gemauertes Gewölbe trägt. Deutlich älter sind die Tonnengewölbe im Keller des Schlosses, welche wie einige der Außenmauern im Osten und Süden noch von der vormaligen Burg stammen. Auch im übrigen Gebäude findet man viele Details späterer Zeiten, so auch aus dem 18. Jahrhundert, in dem zahlreiche Umbauten im Inneren vorgenommen wurden.

Im Jahre 1756 verkaufte man das Schloss an Sophie Albertine von Hacke, deren Nachkommen es bis zum Jahre 1817 behalten sollten, bis es August Wilhelm von der Osten erwarb, so dass das Schloss und die Ländereien um Penkun wieder in den Besitz seiner Familie gelangte. Die Bodenreform sollte dem ein Ende bereiten, das Schloss als Schule dienen und die Küche der hiesigen LPG ihren Platz finden. Noch heute zeugt die vorhandene Kücheneinrichtung mit dem Kohleofen von der einstigen Nutzung. Mit den Jahren nagte auch am Penkuner Schloss der Zahn der Zeit, das Gemäuer wurde marode und verfiel. Im Jahre 1991 gelangte das Schloss in den Besitz der Stadt Penkun, welche mit Hilfe der Stiftung Denkmalschutz vier Millionen Mark in die Sanierung des Daches und der Außenfassade investieren konnte, um so den weiteren Verfall des Gebäudes zu verhindern.

Seitdem ging viel Zeit ins Land, Versuche in Penkun ein Schlosshotel zu etablieren scheiterten. Ein Lichtblick ist der Museumsverein der Stadt Penkun, der sich im Jahre 1996 gründete. Dieser betreibt im ehemaligen Verwalterhaus ein kleines Grenz- und Zollmuseum, welches an die starkbewachte Grenze erinnert, welche die Kleinstadt vom benachbarten Polen trennte. Auch einen kleinen Einblick in die Ur- und Frühgeschichte der Region erhält man hier. Interessant ist auch die Besichtigung des Schlosses, deren Baustruktur man anhand des freigelegten Mauerwerks erkunden kann. Neben den bauhistorisch interessanten Einblicken in die Baugeschichte des Schlosses, bietet das Heimatmuseum mit mehreren Ausstellungen, die es in den Räumlichkeiten präsentiert, einen Einblick in die Geschichte der Region.

Homepage www.museum-schloss-penkun.de