Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn

Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn

Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn


Aus einer einfachen Feldbahn begann mit den Jahren eine Kleinbahn zu erwachsen, die in ihren besten Jahren über ein Streckennetz von mehr als zweihundert Kilometern verfügen sollte. Von dem Schienennetz der Kleinbahn, welche einst von Graf Hans von Schwerin-Löwitz für die Erschließung seiner Güter auf der Friedländer Großen Wiese gegründet wurde, blieb kein einziger Kilometer übrig, die einstigen Loks und Waggons waren über die ganze Welt verteilt. Die Mitglieder des Mecklenburg-Pommersche-Schmalspurbahn Freunde e.V. standen quasi vor dem Nichts, als sie beschlossen, in ehrenamtlicher Arbeit die einstige Bahnstrecke wieder zu beleben. Über zweieinhalb Kilometer schlängeln sich die Schienen durch Wiesen und Felder auf denen die kleine Dampflok schnaufend einige Wagen hinter sich herzieht. Auch vom einstigen Bahnhof Uhlenhorst, der einst zwischen Ferdinandshof und Friedland auf Fahrgäste wartete, blieb nichts weiter übrig als der Name der Haltestelle, welche das Ziel der Fahrt mit der historischen Schmalspurbahn darstellt.

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Verschwunden ist auch übrigens das einstige Gut Rimpau von der Landkarte, welches das Ziel der ursprünglichen Feldbahn war, aus dem sich die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn entwickelte. Dank der Trockenlegung des Niedermoorgebietes gewann man neue landwirtschaftliche Flächen, die sich für den Anbau von Zuckerrüben eigneten. Für den Transport der für die Melioration notwendigen Materialien verlegte man vom Bahnhof Ferdinandshof aus die Schienen über das neu gewonnene Land. Nachdem man am 20. Mai des Jahres 1892 die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn-Aktiengesellschaft gründete, und dadurch das Geld und das notwendige Land für die Errichtung weiterer Schienenstrecken erhielt, begann man damit die Verbindung bis nach Friedland zu verlängern. Hier gründeten im Jahre einige Gutsbesitzer eine Zuckerfabrik, in welcher sie ihre Ernten weiterverarbeiten lassen konnten. Mit den Jahren wuchs das Schienennetz, welches im Norden bis Jarmen und Anklam, im Süden bis nach Groß Daberkow reichen sollte.

Auf über hundertvierzig Kilometer Länge war das Schienennetz der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn schon angewachsen, als man 1896 begann auch Personen zu befördern, fast hundert Kilometer sollten sich noch dazugesellen. Zu Hochzeiten des hiesigen Bahnverkehrs sollte die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn über einundzwanzig Lokomotiven und mehr als fünfhundertfünfzig Güterzüge verfügen, Zahlen, die man sich heutzutage nicht mehr vorstellen kann, wenn man die heutige Bahnanlage vor Augen hat. Der Zweite Weltkrieg sollte für die meisten Kleinbahnstrecken Mecklenburg-Vorpommern das Aus bedeuten. Bis auf die Strecke Anklam – Dennin – Friedland wurden alle Schienen abgebaut und als Reparationszahlungen in die Sowjetunion gebracht. Kurz darauf beschloss die Sowjetischen Militäradministration mit dem Wiederaufbau der Strecken zwischen Friedland und Ferdinandshof, Heinrichshöh und Groß Daberkow sowie Gellendin und Uhlenhorst, wobei nur die Strecke Friedland und Ferdinandshof realisiert werden konnte.

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Nachdem durch die Deutsche Reichsbahn sämtliche Schienen demontiert wurden, war es still um die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn, einzig eine Lokomotive und mehrere Wagen, die am Bahnhof von Friedland aufgestellt wurden, erinnerten an die glorreiche Zeit der Schmalspurbahnen. Seit den 4. Juli des Jahres 1999 ist die Teilstrecke zwischen Schwichtenberg und Uhlenhorst wieder in Betrieb. In liebevoll rekonstruierten Kleinbahnwaggons können die Fahrgäste bei einer Geschwindigkeit von etwa zehn Kilometern pro Stunde nicht nur die Langsamkeit früherer Zeiten für sich entdecken, sondern auch die Landschaft, durch die der Zug sich bewegt. Die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn verkehrt von Anfang Mai bis Anfang Oktober mehrmals an den Wochenendnachmittagen.

Adresse Zur Kleinbahn 7a – 17099 Galenbeck OT Schwichtenberg
Internet www.mpsb-online.de