Dom St. Nikolai Greifswald

Dom St. Nikolai Greifswald
Dom St. Nikolai Greifswald

Eines der bekanntesten Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten der Hansestadt Greifswald ist der Dom St. Nikolai, welcher von den Einheimischen auch als Langer Nikolaus betitelt wird. Diese Kirche wurde Nikolaus, dem Schutzpatron der Kaufleute und Seefahrer gewidmet. Da Greifswald während des Mittelalters eine reiche Hansestadt war, fielen die Dimensionen des Kirchenbaus dementsprechend groß und üppig aus. Der Dom ist ein gotischer Backsteinbau und wurde in der Form einer dreischiffigen Basilika in den Jahren von 1250 bis 1410 errichtet. Die markante barocke Turmspitze erhielt der Dom St. Nikolai bei einem Wiederaufbau, nachdem bei einem starken Sturm im Jahre 1650 der damalige Turmhelm herabstürzte, auf das Dach des Kirchenschiffes fiel und dabei große Teile des Deckengewölbes zum Einsturz brachte. Bei diesem Unglück wurde leider auch die gesamte Inneneinrichtung der Kirche völlig zerstört.

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Die Höhe des heutigen Turmes beträgt fast einhundert Meter. In etwa sechzig Metern Höhe befindet sich eine Aussichtsplattform. Wer keine Höhenangst hat und die 264 Treppenstufen emporsteigen möchte, hat von dort oben einen großartigen Blick über die Altstadt von Greifswald. Von der ursprünglichen mittelalterlichen Inneneinrichtung des Domes findet man außer der sogenannten Rubenow-Tafel, welche an die Gründung der Universität im Jahre 1456 erinnert, keine weiteren Spuren. Der Fußboden des Innenraumes, der etwa achtzig Meter lang und dreißig Meter breit ist, wurde hauptsächlich mit alten Grabplatten gestaltet, von denen einige Exemplare aus dem vierzehnen Jahrhundert stammen.

Ein Stadtrundgang von Greifswald ist nicht komplett, wenn man dabei nicht den Turm der Nikolaikirche bestiegen hat, denn den wohl schönsten Ausblick über die gesamte Altstadt von Greifswald bekommt man von der Aussichtsplattform vom Dom St. Nikolai geboten. Die Aussichtsplattform befindet sich in etwa sechzig Metern Höhe unterhalb der größeren der prägnanten Zwiebelkuppeln des Kirchturmes. Für die Besteigung des Kirchturmes sollte man gut zu Fuß sein und besser auch keine Höhenangst haben. Bis zur Plattform sind es 264 Stufen, was sich nicht viel anhört, aber doch recht beschwerlich sein kann. Der erste Abschnitt des Aufstiegs erfolgt in einem massiv gemauerten Treppenturm mit einer Wendeltreppe, welche aber aufgrund des geringen Durchmessers des Turmes auch nur recht kleine Stufen besitzt. An der Wand befindet sich aber ein kleiner Handlauf, an welchem man sich festhalten kann. Nach dem Ende des Treppenturmes gelangt man in die Glockenstube. In dieser kann man das Geläut des Domes bewundern. Ab hier kommt man nur noch über hölzerne Treppen weiter, welche von ihrem Winkel her doch eher an Leitern erinnern.

Wenn man diese Treppen geschafft hat und dann durch die kleine Tür auf die Plattform gelangt ist, hat man von hier bei klarer Sicht einen schönen Blick nicht nur bis nach Wieck, sondern auch bis zur Küste der Insel Rügen. Aber auch der Blick über die Altstadt von Greifswald ist atemberaubend. So sieht man in östlicher Blickrichtung die wuchtige Marienkirche mal von einer ganz anderen Perspektive. Der Kirchturm der Nikolaikirche kann während der üblichen Öffnungszeiten der Kirche bestiegen werden. Aus Sicherheitsgründen befindet sich ein Gitter an der Plattform, die Abstände sind aber noch groß genug, dass man dadurch ohne Probleme diesen tollen Ausblick fotografieren kann.