Seebrücke Kühlungsborn

Seebrücke Kühlungsborn

Seebrücke Kühlungsborn


An die Dörfer Brunshaupten, Fulgen und Arendsee erinnert heutzutage nicht mehr viel, schließlich sollten sie sich unter dem Namen Kühlungsborn zum drittgrößten Ostseebad Mecklenburg-Vorpommerns entwickeln. Erst seitdem sie am 1. April des Jahres 1938 zu einer Gemeinde zusammengeschlossen wurden, in den Zusammenhang das Stadtrecht und den heutigen Namen verliehen bekamen, hat Kühlungborn eine eigene Geschichte vorzuweisen. Bis dahin entwickelten sich das im Westen gelegene Ahrendsee und die im Osten gelegenen Brunshaupten und Fulgen zu eigenständigen Seebädern, welche bis dahin nicht viel gemeinsam hatten. Heutzutage ist diese Tatsache anhand des Stadtplanes gut ersichtlich, befindet sich doch ein größeres Waldstück in mitten der beiden Ortsteile, die in Sichtweite des Meeres durch eine Strandpromenade miteinander verbunden sind. Bis zu dem Zeitpunkt der Gemeindefusion muss man die Geschichte der beiden Ostseebäder einzeln betrachten, wie auch die Geschichte der Seebrücken, denn bis zu ihrer Zerstörung im Winter des Jahres 1942 besaß das Ostseebad Kühlungsborn dank seiner Geschichte gleich zwei Exemplare.

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Nachdem Friedrich Franz I. im Jahre 1793 Deutschlands erstes Seebad Heiligendamm begründete und damit augenscheinlich widerlegte, dass in Mecklenburg alles fünfzig Jahre später passiert, begann man auch an anderen Stellen der Ostseeküste das Badewesen zu etablieren. In diesem Zusammenhang ist auch die von Fürst Malte zu Putbus entworfene Residenzstadt Putbus entstanden, deren dazugehöriger Badeort Lauterbach das erste Ostseebad der Insel Rügen werden sollte. In der Mitte des 19. Jahrhunderts sollten auch die Anfänge der Kaiserbäder auf der Insel Usedom zu sehen sein, eine Zeit in die auch die Anfänge des Badebetriebes des heutigen Kühlungsborn fiel. Im Jahre 1857 errichtete man das erste Logierhaus im einstigen Dorf Fugen, welches die Grundlage zur Entwicklung des späteren Ostseebades Brunshaupten-Fugen legte. In Arendsee sollte sich der Badetourismus erst einige Jahre später entwickeln, das Jahr 1884 gilt als der Beginn der Entwicklung zu einem Seebad. Mit den Jahren wuchs die Zahl der Urlaubsgäste, zahlreiche Hotels und Pensionen sprossen buchstäblich aus dem Boden und Ende des 19. Jahrhunderts begann man die ersten Seestege zu errichten, an denen aber noch keine Dampfschiffe anlegen konnten.

Diese Seestege waren im Vergleich zu den späteren Seebrücken deutlich kleiner und einfacher konstruiert, größere Landungsbrücken, die auch für das Anlegen von Dampfschiffe geeignet waren, errichtete man Anfang des 20 Jahrhunderts. Wer billig kauft, kauft zweimal heißt es so schön und wenn man sich die historischen Aufnahmen auf alten Postkarten einmal genauer anschaut, versteht man recht gut, warum die späteren Kühlungsborner ihre Landungsbrücken ständig erneuern mussten. Die erste richtige Seebrücke wurde im Jahre 1929 errichtet, qualitativ war sie wohl auch nicht viel besser als ihre Vorgängerbauten und musste ständig erneuert werden. Der Winter des Jahres 1942 brachte dann auch das Ende für alle Kühlungsborner Seebrücken, die während der Zeit der DDR nicht erneuert wurden. Zu hoch war die Fluchtgefahr die von dem Schiffsverkehr auf der Ostsee ausging. Erst im Jahre 1991 wurde am Strand des Ortsteils Kühlungsborn-Ost, dem einstigen Fulgen, eine neue Seebrücke errichtet. Gut zweihundertvierzig Meter führt sie über die Ostsee und bietet ihren Gästen einen schönen Ausblick auf den Strand und die Promenade des Ostseebades.